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Potsdam Promenade mit Steganlage
Lokales Potsdam Promenade mit Steganlage
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16:14 24.07.2015
Auch an eine Aussichtsplattform für den Uferweg wurde gedacht; sie führt als Umstegung aufs Wasser hinaus. Quelle: Foto: Christel Köster
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Es ist ein heißer Tipp für Freizeitradler: Der Uferradweg zwischen der Bertinistraße am Neuen Garten und der Fahrländer Brücke ist fertig: 1,5 Kilometer lang, 2,5 Millionen Euro teuer; man sieht es ihm auch an. In einer parkähnlichen Hanglage führt der öffentliche Fuß- und Radweg auf dem ehemaligen Kasernengelände als Schlechtwetterweg aus Asphalt entlang. Streckenweise lehnt sich ein naturnaher Pfad direkt ans Ufer an. Dank einer Aussichtsplattform auf den Jungfernsee erhält die neue Promenade eine besondere Aufenthaltsqualität. Hier soll noch eine Steganlage für Boote der Anwohner und für Wasserwanderer angefügt werden. Auch das Potsdamer Wassertaxi bekommt eine Anlegestelle.

Bau- und Umweltdezernent Matthias Klipp und der Geschäftsführer des Entwicklungsträger Bornstedter Feld (ETBF), Horst Müller-Zinsius, nahmen den Uferweg am Freitag radelnd in Betrieb und hatten sich dazu den bündnisgrünen Europaabgeordneten Michael Cramer mitgebracht, Initiator des Berliner Mauerradwegs. „Der Abschnitt ist Bestandteil des gesamtstädtischen Uferwegekonzeptes und ein wesentlicher Teil des Mauerradweges“, sagte Klipp. Die Verbesserung der Radverkehrssituation und die Steigerung der Attraktivität des Fahrradfahrens, auch bei Regen und Schnee, seien „Bausteine für die Stärkung der nachhaltigen Mobilität und des Umweltverbundes in Potsdam“, so der Beigeordnete.

Dank des neuen Uferwegs ist für alle Bürger Potsdams sowie für alle Besucher direkt am Wasser ein neuer Landschafts- und Lebensraum entstanden, wo man aktiv sein oder die Seele baumeln lassen kann. Schon während der Bauzeit wurden die Wege gut genutzt. Das war nach Einschätzung von Müller-Zinsius „Bauen unter touristischer Begleitung. Dies zeigt den Bedarf und zugleich die Begeisterung über diese Entwicklung“, so Müller-Zinsius.

Die Arbeiten wurden im Auftrag der Landeshauptstadt durch den Entwicklungsträger Bornstedter Feld koordiniert. Mit der Ausführung war die Potsdamer Firma Tegla beauftragt. Die Planung stammt vom Büro Landschaft planen+bauen aus Berlin.

Auf dem Gelände des Uferweges hat man unter anderem steinzeitliche Funde gemacht und deshalb von März bis Oktober 2014 eine archäologische Grabung durchgeführt. Offenbar gab es dem Bereich nacheinander Siedlungen von der Altsteinzeit bis zur Bronzezeit. 21 Feuerstellen in gleichmäßigen Abständen deuten zudem auf größere militärische Lager im 8. Jahrhundert hin. Gefunden wurden aber auch vergoldete Teile einer Spitzhaube aus der römischen Kaiserzeit, Grabbeilagen aus der Zeit etwa 3500 vor Christus und ein Mammutzahn, der immerhin zwischen 20000 und 70000 Jahren alt ist.

Es handelte sich im Nordbereich um Siedlungshinterlassenschaften (Grubenhäuser, viele Hauspfosten, Herdstellen, Abfallgruben) der bekannten germanischen (kaiserzeitlichen und völkerwanderungszeitlichen) Siedlung des 1. bis 6. Jahrhunderts nach Chritsus, Grubenbefunde und Funde der frühen Bronzezeit (um 2000 v. Chr.), Vorratsgruben und Ofenreste der jüngeren Bronzezeit (um 1000 v. Chr.) und ein uferparalleles, wohl frühmittelalterliches Palisadengräbchen.

Im südlichen Bereich gab es viele Streufunde und eine ausgedehnte Lehmentnahmegrube der von vorherigen Grabungen bekannten jungsteinzeitlichen Siedlung der späten Trichterbecherkultur (Britzer Kultur, 3200–3000 v. Chr.), einen eingetieften Brennofen der frühen Eisenzeit (7.–2. Jh. v. Chr.), Streufunde der römischen Kaiserzeit und Feuerstellen mit Fundmaterial des frühen slawischen Mittelalters (8. Jahrhundert), die auf ein raumgreifendes Großereignis dieser Zeit zu deuten scheinen. Zu erwähnen sind weiterhin vermutliche altsteinzeitliche Steinartefakte, mittelsteinzeitliche Streufunde und einige interessante Metallfunde militärischen Charakters des 18. bis 20. Jahrhunderts.

Von Rainer Schüler

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