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Potsdam Uferwegsöffnung ist weiterhin unsicher
Lokales Potsdam Uferwegsöffnung ist weiterhin unsicher
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19:06 26.05.2014
Der kleine Uferpark an der Stubenrauchstraße kann sich sehen lassen: Mauersegment, neuer Weg, schöner Spielplatz. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Wegen des Kampfes um ein öffentlich begehbares Ufer und wegen der Mauergeschichte des Ortes, von der einer der wenigen erhaltenen Mauerabschnitte Potsdams an dieser Stelle kündet, war die Einweihung des Radweges und des Spielplatzes am Griebnitzsee sicherlich nicht alltäglich.

Die Spielplatzplaner von "Merry go round" haben das Thema dann auch sensibel aufgenommen und unter anderem eine unüberwindliche Kletterwand dorthin gestellt, in der unten glücklicherweise ein Loch zum Durchkrabbeln klafft.

Dieses Loch im von Privatanrainern gesperrten Uferweg sucht die Stadt indes noch, Neuigkeiten gibt es wenige zu verkünden. Seit das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einen Bebauungsplan gekippt hat, mit dessen Hilfe die Stadt den Weg sichern wollte, weil er zu sehr ins Privateigentum eingriff, hat sie einen neuen erstellen lassen, der auch bereits gültig ist. Ein Jahr lang, bis Ende November 2013, konnte aber dagegen geklagt werden, und das haben die Uferwegsperrer bereits getan - all jene, die vom Berliner Rechtsanwalt Christoph Partsch vertreten werden. Die Klage läuft zunächst vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht, doch wie auch in allen vorherigen Verfahren rechnet die Stadt damit, dass die Kläger durch alle Instanzen gehen werden. Die Kriegskassen der Millionäre am Seeufer sind hinreichend gefüllt. 19 Grundstücke sind gesperrt, aber die Zahl der Kläger ist geringer, weil manchen mehrere Grundstücke gehören.

Zudem hat die Stadt mit dem promovierten Rechtsanwalt Sven Klosa ihren Uferwegbeauftragten an die eigene Immobilientochter Pro Potsdam verloren, weil der dort bessere Karrierechancen sah. Nun wird die Stelle neu ausgeschrieben. Zeitgleich läuft ein Mediationsverfahren mit den Sperrern, das vom Berliner Rechtsprofessor Karsten-Michael Ortloff geleitet wird. Ortloff spricht nur mit Parteien, die noch nicht Klage eingereicht haben. Von diesen Parteien hieß es am Montag, es zeichne sich durchaus eine Lösung ab. Noch wurde aber nicht mit allen geredet, ein Ende der Mediation sei noch nicht absehbar.

Gut möglich also, dass die Stadt bei einigen Eignern auf gütlichem Wege an die Grundstücke gelangt, bei anderen aber die Klagen abwarten muss. Selbst wenn der Bebauungsplan diesmal Bestand hat, weil er nur minimale Eingriffe ins private Eigentum vornimmt, käme danach die Enteignung der Grundstücksbesitzer an die Reihe, gegen die erneut durch alle Instanzen geklagt werden könnte - und wohl auch würde. Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) sagte vor diesem Hintergrund, es sei möglicherweise voreilig von ihm gewesen, zu behaupten, der Weg werde noch in seiner Amtszeit (bis September 2017) wieder frei sein. Zu erleben, wie langsam die Enteignung am Groß Glienicker See vorangehe, wo rechtlich bereits alles klar sei, habe ihn ob des Zeitplans skeptisch werden lassen. Dennoch halte die Stadt am Ziel des freien Weges auf dem ehemaligen Mauerstreifen fest, betonte Klipp und erntete kräftigen Applaus von den vielleicht 60 Schaulustigen, die zur Einweihung der drei neuen Uferzugänge gekommen waren. "Dieser Weg ist zu symbolbesetzt als ehemaliger Mauerstreifen, als dass wir ihn den superreichen Privaten kampflos überlassen sollten", sagte Susanne Ahlefelder-Potthast von der Bürgerinitiative "Griebnitzsee für alle".

Neben dem Weg an der Stubenrauchstraße, dem Spielplatz und der Aufwertung der Mauergedenkstätte werden demnächst auch noch vierzehn Sitzbänke an den bislang zugänglichen Stichwegen zum Seeufer installiert, versprach Jochen Garms, Grünplaner bei der Stadt.

Schöner Baden oder aufs Wasser gucken

  • Am Stichweg Virchowstraße 41–43 hat die Stadt den provisorischen Asphalt aufgebrochen und stattdessen einen modernen Weg aus wasser- und luftdurchlässigem Asphalt gezogen, der auch bei Regen genügend Halt bietet.
  • Weil dort ein Gefälle von 40 Prozent herrscht, wurde zudem eine Treppe für Fußgänger eingebaut.
  • Rollstuhlfahrer müssen an dieser Stelle passen – für sie sind nur sechs Prozent Gefälle passierbar.
  • An der Rudolf-Breitscheid-Straße ließ die Stadt die Sichtachsen vom Uferplatz aus öffnen, indem Gehölze gerodet und der verfilzte Boden entsorgt wurde.
  • Zusätzlich haben die beauftragten Firmen das Ufer vor Ausspülungen gesichert und mit neuen Sträuchern und Stauden bepflanzt, um die „Aufenthaltsqualität“ zu verbessern.
  • Alles in allem hat die Verschönerung und Wiederherstellung der drei Punkte knapp 100.000 Euro gekostet.

Von Jan Bosschaart

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