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Potsdam Ulrike Häfner ist neue SPD-Unterbezirkschefin
Lokales Potsdam Ulrike Häfner ist neue SPD-Unterbezirkschefin
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23:17 25.09.2016
Ulrike Häfner ist neue SPD-Unterbezirkschefin. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Der SPD-Unterbezirk Potsdam hat eine neue Vorsitzende: Ulrike Häfner wurde am Sonnabend beim Parteitag zur Nachfolgerin von Mike Schubert gewählt, der aufgrund seines neues Amtes als Sozialbeigeordneter nicht mehr zur Wahl antrat. Häfner bekam 49 von 70 Stimmen – das sind 70 Prozent. 13 Genossen votierten mit Nein; acht enthielten sich. Kein Traumergebnis, vor allem dank der Tatsache, dass es keinen Gegenkandidaten gab.

Nachdem Schubert sowohl den Vorsitz im Unterbezirk als auch in der Fraktion der Stadtverordnetenversammlung innegehabt hatte, gibt es nun wieder eine personelle Trennung der Posten. Schuberts Nachfolger als Fraktionschef, Pete Heuer, wurde am Sonnabend allerdings zu einem der drei Stellvertreter von Häfner im Unterbezirksvorstand gewählt. Schubert bleibt dem Gremium als einer von acht Beisitzern erhalten. In seiner Abschiedsrede mahnte er zur Geschlossenheit: „Wir sollten bei allem, was wir tun, darauf achten, dass wir am Ende wieder zueinander finden.“

„Es lohnt sich, von Tür zu Tür zu gehen“

Die neue Vorsitzende Häfner – 1968 in Erfurt geboren, unverheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes – hatte vor ihrer Wahl durch die Ortsvereinsdelegierten ihren Werdegang und ihre Ziele skizziert. „Ich stehe für eine aufrichtige, respektvolle, auf den Dialog ausgerichtete und beteiligungsorientierte sozialdemokratische Politik“, sagte Häfner, die 1998 in die Partei eintrat und dem Ortsverein Stern-Drewitz-Kirchsteigfeld angehört.

2014 kandidierte sie bei der Landtagswahl im heiß umkämpften Potsdamer Süden. Diese Zeit des Wahlkampfes sei prägend gewesen: „Es lohnt sich, von Tür zu Tür zu gehen und diese Nähe herzustellen.“ Zu ihren Hauptthemen zählt die ausgebildete Sozialarbeiterin, die noch einen Master of Social Work mit dem Schwerpunkt Menschenrechte draufgesattelt hat, „Fragen von sozialer Gerechtigkeit“. Häfner ist Sprecherin des Frauenpolitischen Rates Brandenburg. Nachdem sie 15 Jahre beim Paritätischen Wohlfahrtsverband war, ist sie seit einigen Wochen als Referentin im Bildungsministerium tätig. Als „drei richtig große Aufgaben“ nannte Häfner die Bundestagswahl 2017, die Stadtentwicklung mit Bauen, Wohnen, sozialer Infrastruktur und Bildung sowie die Vorbereitung des Wahlkampfs für die Kommunalwahl, die im Jahr 2019 stattfindet: „Die Menschen müssen sich auf uns verlassen können.“

Häfner will die Zusammenarbeit mit AGs und Ortsvereinen verstärken

Sich selbst bezeichnete Häfner als „eine Frau der eher leisen Töne, die aber auch anders kann“. Ihre Maxime: Zuerst zuhören, dann diskutieren und handeln. Auf mehr Zuhören will die neue Unterbezirkschefin auch bei der innerparteilichen Arbeit setzen, etwa durch verstärkte Zusammenarbeit mit den Arbeitsgemeinschaften und regelmäßige Besuche bei den Ortsvereinen. In eine ähnliche Kerbe schlug auch Janina Löbel in ihrer Bewerbung um den Stellvertreterposten der Vorsitzenden. Sie wünschte sich, „dass wir es mehr schaffen, miteinander zu reden“.

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Neben der Wahl des Vorstands ging es auch um Sachthemen. So stimmten die Genossen unter anderem für die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus: Ziel müsse sein, dass in allen Wohnbauprojekten, für die Fördergelder des Landes fließen, 20 Prozent Sozialwohnungen festzuschreiben sind.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ging in seinem Grußwort noch einmal auf das Thema Potsdamer Mitte und die Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung ein. Zum Hotel Mercure, dessen Kauf und Abriss er stets verfochten hatte, sagte Jakobs: „In Bezug auf das Mercure werden wir abwarten. Das heißt nicht, dass das Thema Mercure damit endgültig vom Tisch ist. Wir warten ab, ob der Eigentümer auf uns zukommt und uns sagt, was er denn mit dem Gebäude vor hat.“ Jakobs betonte zudem: „Die „Sanierungsziele bleiben unter dem bekannten Finanzierungsvorbehalt aber bestehen. Denn ich kann es nicht oft genug wiederholen: Ich möchte auch im Lustgarten weiter politischen Handlungsspielraum haben und die Entwicklung nicht anderen überlassen.“

Auf dem Parteitag wurde das Ergebnis der parteiinternen Umfrage zum Mercure-Hotel präsentiert: Nur 17 Prozent aller Mitglieder hatten überhaupt daran teilgenommen. Sprich: 132 von 780 Mitgliedern. Knapp die Hälfte der Befragten kreuzte jene Antwort-Variante an, die sich für eine Nichteinmischung der Stadt ausspricht: „Die Stadt wird sich nicht aktiv einbringen und überlässt den Eigentümern die Entscheidung über die weitere Entwicklung des Hotel Mercure.“ Auch Heuer betonte in seinem Bewerbungsstatement für den Vorstand-Vizeposten: „Das Mercure ist ein Luxus-Thema.“

Von Ildiko Röd

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