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Potsdam So unpolitisch ist Potsdams Jugend
Lokales Potsdam So unpolitisch ist Potsdams Jugend
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00:22 14.02.2019
Sportfest im Luftschiffhafen. Fast 80 Prozent der jungen Potsdamer trainieren regelmäßig. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdamer

Fast 15 Prozent der jungen Potsdamer beteiligen sich selten, 82 Prozent nie an politischen Veranstaltungen, Demonstrationen oder Aktionen. 97 Prozent gehen selten oder nie in Kultureinrichtungen wie Museen oder Theater.

Dafür treiben 78 Prozent der jungen Potsdamer regelmäßig Sport. Nur das „Entspannen/Chillen“ (90 Prozent) und das „Abhängen mit Freunden“ (83 Prozent) sind noch häufigere Freizeitbeschäftigungen.

Das ist ein Ergebnis der ersten repräsentativen Jugendbefragung zum Thema „Freizeit und Mitbestimmung in Potsdam“, die in der nächsten Woche im Jugendhilfeausschuss ausgewertet werden soll.

Der vierseitige Fragebogen umfasste 18 Fragen zum Freizeitverhalten, zur Nutzung von Kinder- und Jugendclubs sowie zu Mitbestimmungsinteressen junger Potsdamer.

Befragt wurden 1850 Schüler

Nach Angaben der Autoren war es die erste zum Thema durchgeführte Jugendbefragung „seit Bestehen des Potsdamer Jugendamtes“, das 1990 mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik gegründet wurde.

Befragt wurden rund 1850 Schüler zwischen neun und 21 Jahren an 19 Schulen aller Formen von der Förderschule bis zum Gymnasium im gesamten Stadtgebiet.

Erste Feststellung zur Freizeit: „Entgegen anders lautenden Positionen und Befunden“ habe die Mehrzahl der Teilnehmer „an den Schultagen sowie am Wochenende abends und nachmittags Zeit zur freien Verfügung“. Demnach sind junge Leute weniger verplant, als landläufig angenommen.

Ganz vorn liegen mit jeweils mehr als 1360 Nennungen Samstagnachmittag und -abend, sowie Sonntagnachmittag. In der Woche führt der Freitagabend mit 1250 Nennungen, gefolgt vom Montagabend mit fast 1200 Nennungen.

Am Dienstagvormittag haben 80, am Donnerstagvormittag 82 der befragten Jugendlichen Zeit zur freien Verfügung.

51 Prozent der Teilnehmer lesen gern

Häufigste Freizeitaktivitäten nach dem Chillen, der Zeit mit Freunden und dem Sport sind „gemeinsame Unternehmungen mit der Familie“ (68 Prozent), Lesen (51 Prozent), „andere künstlerische“ (38 Prozent) und „eigene musikalische Betätigungen“ (30 Prozent).

Deutlich seltener genannt werden Schulclubs (12 Prozent), Discos (12 Prozent), Kinder- und Jugendclubs (10 Prozent), Konzerte (7,7 Prozent) und Kinobesuche (6,4 Prozent). Dabei gibt es Unterschiede nach Alter und Geschlecht.

Unternehmungen mit der Familie nehmen im zunehmenden Alter ebenso ab wie das Lesen, Mädchen lesen häufiger als Jungen, Jungs gehen fast doppelt so häufig ins Kino wie Mädchen.

Ein Drittel würde im Jugendrat mitwirken

Zur Frage nach dem Interesse an Mitbestimmung erklärten 28 Prozent der Teilnehmer ihre Bereitschaft, in einem Jugendrat mitzuwirken. 72 Prozent lehnten ab.

Wichtige Themen bei einer möglichen Mitbestimmung wären für 87 Prozent der Befragten das Leben in der Familie, für 82 Prozent der Alltag in der Schule, für 72 Prozent der Ausbau der Stadt, für 69 Prozent der Gestaltung von Freizeitangeboten.

Gefragt wurde auch nach der Aufteilung eines mit 30 000 Euro ausgestatteten Kinder- und Jugendbudgets, das dieses Jahr erstmals unter Regie der Jugendlichen selbst eingesetzt werden soll.

Interesse an Informationen im Internet

Fast die Hälfte des verfügbaren Geldes würde im Ergebnis der Befragung zur Erneuerung von Spiel- und Sportgerät verwendet, gefolgt von eintägigen Veranstaltungen wie Workshops und Ausflügen (25 Prozent) und Langzeitprojekten wie Tanz- und Theaterstücken (17 Prozent).

Gefragt wurde schließlich, welche Informationen zur Stadt Jugendliche im Internet vermissen.

An erster Stelle kamen mit 32 Prozent Informationen zu Orten für junge Potsdamer, gefolgt von Projekten und Veranstaltungen für Jugendliche (22 Prozent) und Jugendliche betreffende Planungen (16 Prozent).

Die Stadt befragt Jugendliche

Immer wieder einmal erkundet das Jugendamt mit Befragungen Lebenssituation und Erwartungen junger Potsdamer.

So gab es 2016 einen Fragebogen zum Thema „Wie verbringst Du Deine Freizeit?“.

Die aktuelle, im Februar und März 2018 durchgeführte Befragung baut darauf auf.

Die Ergebnisse wurden jetzt im Jugendförderplan für 2019 bis 2021 veröffentlicht.

Vorgestellt werden sie erstmals am Donnerstag, 21. Februar, im Jugendhilfeausschuss.

Die Sitzung im Haus 1, Verwaltungscampus Hegelallee, beginnt um 16.30 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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