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Potsdam Umverteiler im Sputnik soll zum Frühjahr öffnen
Lokales Potsdam Umverteiler im Sputnik soll zum Frühjahr öffnen
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19:00 28.01.2019
Lisanne (v. l.), Venice und Michaela wollen den Umverteiler in der Charlottenstraße nach dem Wasserschaden neu eröffnen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Es war genau der Sommer, in dem es andauernd geregnet hat. Gerade hatten sie richtig Fahrt aufgenommen und das Projekt wieder zum Laufen gebracht, als plötzlich unkontrolliert Wasser aus den Rohren im Keller strömte und dem Umsonstladen „Umverteiler“ ein jähes Ende setzte.

„Das Wasser stand viele Zentimeter hoch im Laden – zum Glück war es kein Abwasser“, erzählt Michaela Kruse. Die 32-Jährige gehört zu einer Gruppe Potsdamer, die den Umverteiler im Kellergeschoss des Buchladens Sputnik in der Charlottenstraße betreiben. Seit jenem Rohrbruch im Sommer 2017 ist der Laden zum freien Tauschen und Verschenken geschlossen. Nun soll er zum Frühjahr wieder eröffnen.

In den letzten Wochen hat das Team fleißig gestrichen und verputzt, um den Laden vorzeigbar zu machen. Sie sind eine lose Gruppe von etwa zehn Leuten aus ganz unterschiedlichen Kontexten, die sich ehrenamtlich engagieren – neben dem Studium oder neben der Arbeit. „Wir mussten auch gucken, ob wir es uns zutrauen, komplett zu sanieren“, sagt Michaela Kruse.

Sanierung zog sich hin

Das Haus in der Charlottenstraße 28 ist integriert in das dortige linke alternative Potsdamer Hausprojekt Charlotte 28, zu dem neben dem Sputnik auch die Kneipe Olga gehört. Betrieben wird es von dem Verein Neue Farben, der auch dem Umverteiler-Team den Raum im unteren Teil kostenlos zur Verfügung stellt. „Sonst könnte man so ein Projekt gar nicht realisieren. Einen anderen Raum findet man in Potsdam sonst nicht“, sagt Venice. Die 23-jährige Studentin gehört zum Umverteiler-Ensemble.

Der Bedarf für eine kostenlose Klamotten-Tauschbörse sei in der Landeshauptstadt groß. Immer wieder seien in Facebook Anfragen eingelaufen. „Man merkt schon, dass der Laden vielen Potsdamern fehlt, obwohl wir schon zwei Jahre geschlossen haben“, so Michaela Kruse.

Hingezogen haben sich die Arbeiten vor allem durch die beschädigten Rohre. Unter anderem musste der Boden komplett aufgerissen werden, um die Leitungen zu erneuern. Dafür beauftragte der Verein Neue Farben eine Firma. Auch das Material wird zum großen Teil durch den auf Spenden angewiesenen Verein getragen. Die Arbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Nur Regale, die wieder befüllt werden, fehlen noch.

Umverteiler gehört allen

„So schlimm der Rohrbruch auch war, man kann jetzt auch nochmal neu starten – mit einem neuen Konzept“, so Venice. Seit der Gründung vor etwa neun Jahren des Tausch-Ladens hat sich so einiges an Klamotten angesammelt. „Da wollte sich auch keiner anmaßen, etwas auszusortieren“, so Michaela Kruse. Vieles stammte noch auch aus der Zeit vor 2016, als sich keiner so recht zuständig für den Laden fühlte. Das soll sich nun ändern.

Unter dem Motto „Gib und nimm“ sollen künftig Kleidung, Schuhe sowie gelegentlich Bücher und Küchenutensilien die Besitzer wechseln. „Vor allem Babyklamotten sind total beliebt, weil die Kinder schnell aus den Sachen herauswachsen“, so Michaela Kruse. Der Zugang in das Kellergeschoss zum Umverteiler erfolgt direkt über den Buchladen Sputnik. Die Öffnungszeiten sind daher aneinander gekoppelt. Alles läuft in dem nachhaltigen Geschäft auf Vertrauensbasis und selbstverwaltet. „Denn der Umverteiler gehört allen“, sagt Venice.

Im Frühjahr wollen sie mit einer großen Kleidertauschparty eröffnen. Das Datum wird noch bekannt gegeben. Auch auf der Brandenburger Straße möchten sie dann mit einem Stand auf sich aufmerksam machen. Zudem seien Nähkurse denkbar, um ausgediente Kleidung wieder flott zu machen.

Wer Lust hat, das Team beim Aufbau zu unterstützen, kann sich per Mail an umverteiler-potsdam@lists.posteo.de wenden.

Von Anne Knappe

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