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Potsdam Umstrittenes Grenzland
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17:02 08.01.2019
Blick in die Ausstellung „Beiderseits der Oder“; die Bilder sind in der Installation ebenso unkommentiert, wie die eingespielten Film- und Toneinspielungen. Quelle: HBPG
Innenstadt

Selten wird eine Ausstellung so kontrovers diskutiert wie die szenische Schau „Beiderseits der Oder – Geschichtsraum, Grenzraum, Begegnungen“, die im Haus der Brandenburgischen Geschichte (HBPG) noch bis zum 20. Januar zu sehen ist. Die Installation zur Nachkriegsgeschichte der Oderregion auf beiden Seiten der neu gezogenen deutsch-polnischen Grenze ist dreigeteilt. Eröffnet wird sie mit einer Zeittafel, beginnend mit der im Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg festgelegten Unabhängigkeit Polens bis zur Anerkennung der Westgrenze Polens 1990 und der Aufnahme in die Europäische Union im Mai 2004.

Zentrale Erzählung ist die Verschiebung Polens nach dem Zweiten Weltkrieg Richtung Westen. Fast drei Millionen Deutsche verließen als Flüchtlinge oder Vertriebene Pommern, Ostpreußen, Ostbrandenburg und Schlesien, die mit der neuen Grenzlinie polnisch wurden. Sie machten mehr als 1,5 Millionen Polen Platz, die aus dem an die Sowjetunion gefallenen Osten des Landes Richtung Oder und Neiße umsiedelten. Aufgegriffen werden Flucht, Vertreibung und neue Heimat im zweiten, künstlerisch akzentuierten Teil der Schau. Studierende des Masterstudiengangs Bühnenbild –Szenischer Raum der Technischen Universität Berlin gestalteten in einem Experiment aus Bild-, Film und Tondokumenten eine raumgreifende Collage ohne weitergehende Erklärungen: mit Menschen in Trümmerlandschaften, Bauern bei der Aussaat, Musikanten beim Erntedankfest; dazu Satzfragmente vom Band: „... das Brot für Millionen zu schaffen ...“, „... das war im Februar 1945 ...“ , „... die Odra, die durch das alte Breslau floss ...“.

Beabsichtigt war eine „assoziative Reise durch die Welt beiderseits der Oder“, doch bei vielen Besuchern sorgte dieser Teil der Ausstellung für Verwirrung. „Vor lauter Design sieht und hört man alles und nichts“, schrieb eine Frau ins Gästebuch. Eine gewisse Erhellung bringt als dritte Abteilung ein Lesetisch mit Heftern, in denen es Erklärungen zu den Fotografien gibt.

Kurz vor dem Ende der Schau lädt das HBPG zu zwei Begleitveranstaltungen ein. Am Donnerstag um 18 Uhr ist der Filmemacher Tobias Lenel zu Gast, der mit Zeitzeugeninterviews und Filmaufnahmen einen Teil des in der Ausstellung verwendeten Materials beisteuerte. Am 17. Januar von 10 bis 16 Uhr gibt es ein Werkstattgespräch „Wahre Geschichten? Zur Rolle von Inszenierung und Szenografie bei der Geschichtsvermittlung in Museen“, in der auch das Ausstellungsexperiment „Beiderseits der Oder“ diskutiert werden soll.

Von Volker Oelschläger

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