Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Umweltministerium für Landesmuseum
Lokales Potsdam Umweltministerium für Landesmuseum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:38 25.10.2016
Detlef Knuth (l.) und Udo Rothe 1990 bei der Erkundung von Fischvorkommen in der Stepenitz (Prignitz). Quelle: Foto: NKM
Anzeige
Potsdam

Das Landesumweltministerium befürwortet eine Aufwertung des Potsdamer Naturkundemuseums als Landeseinrichtung. Das gab Axel Steffen, Abteilungsleiter Naturschutz im Ministerium, am Montag bei der Verabschiedung des langjährigen Museumsdirektors Detlef Knuth bekannt. Position der Abteilung Naturschutz sei, „dass die Rolle als städtisches Museum nicht ausreicht“, sagte er: „Wir möchten, dass es höhere Weihen bekommt.“

Was „hier geleistet wurde über viele Jahre, geht über die Rolle als städtisches Naturkundemuseum weit hinaus“, so Steffen, der mit Verweis auf die Vorgeschichte in der DDR sagte: „Das Museum ist ja mal Bezirksmuseum gewesen. Und es wäre natürlich angemessen, so etwas wie ein Landesmuseum daraus zu machen.“ Er relativierte allerdings, dass „aus der Landespolitik“ derzeit in entgegengesetzter Richtung „alles versucht“ werde, um Landesaufgaben „gerade im Bereich der Umweltpolitik“ auf Städte und Landkreise zu übertragen.

Gespräche über ein stärkeres Engagement des Landes beim Betrieb und der Finanzierung des Naturkundemuseums wurden zuletzt vor zwei Jahren geführt. Im April 2014 hatten die Potsdamer Stadtverordneten Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) beauftragt, mit dem Land „über eine zusätzliche Finanzierung“ des Naturkundemuseums und dessen Entwicklung zu einem Stadt- und Landesmuseum zu verhandeln. Im Dezember 2014 kam die schroffe Absage des Kulturministeriums.

Der Abteilungsleiter für Kultur im Ministerium, Reiner Walleser, reklamierte damals, „aus Sicht des Landes“ fehle „eine klare Konzeption für die weitere Entwicklung des Museums“. Er kritisierte die „nur begrenzt überregionale Ausrichtung des Museums“ und verwies schließlich auf die finanzielle Situation des Landes, nach der eine „neue institutionell geförderte Einrichtung in Landesträgerschaft nicht umsetzbar“ sei.

Axel Steffen hingegen verwies am Montag auf „viele Berührungspunkte“ mit Landesinteressen. Er nannte etwa die Mitarbeit des Museums bei der Erstellung der ersten Roten Liste für Fische in Brandenburg, die wissenschaftliche Dokumentation und den Aufbau eines Magazins für Säugetierfunde im Land, die wissenschaftliche Sammlung aller Wolfs-, Biber-und Fischotterfunde sowie die wissenschaftliche Arbeit für den Vogelschutz.

Weitere Redner spannten den Bogen von dem Seenkataster für das Land Bandenburg, das nach dem Mauerfall unter maßgeblicher Beteiligung des Museums erstellt wurde, bis zur aktuell laufenden flächendeckenden Erkundung von Meliorationsgräben als Lebens- und Rückzugsraum teils seltener Tier- und Pflanzernarten.

Detlef Knuth kam vor 37 Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die Naturkundeabteilung des damaligen Bezirksmuseums. 1997 übernahm er die Leitung der Abteilung, die 2001 als Naturkundemuseum ausgegründet wurde. Auch Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) würdigte Knuths Einsatz für die Naturkunde.

Sie bedauerte, dass es bisher nicht gelungen sei, das Land als Partner für den Ausbau des Naturkundemuseums zu gewinnen, und dass der von ihr forcierte Umzug des Naturkundemuseums in die Biosphärenhalle „an finanziellen, aber auch an anderen Dingen gescheitert“ sei.

Panzerglas, Kampffisch, Tropenhalle

Detlef Knuth (65) kam 1979 in die Naturkundeabteilung des damaligen Bezirksmuseums. Seine erste Aufgabe war der Aufbau eines damals völlig neuartigen Schauaquariums für einheimische Fischarten. Das von Knuth über einen Tauschring organisierte Panzerglas stammte aus der Bundesrepublik, angefertigt war es ursprünglich als Schutzglas für Bankschalter.

Das Aquarium blieb auch geöffnet, als das Ständehaus als Sitz des Museums wegen Baufälligkeit geschlossen wurde. Zu den spektakulären Aktionen gegen die Ende der 1990er Jahre drohende Abwicklung der Naturkunde gehörte eine Demonstration von Aquarianern vor dem Rathaus. 1999 übergaben sie Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD) ein Aquarium mit einem Kampffisch. Kurz darauf fiel die Entscheidung zur Sanierung des Ständehauses.

Einen großen Wurf erhoffte sich Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) vom Umzug des Naturkundemuseums in die Biosphärenhalle, die in ihrer aktuellen Nutzung als rein touristische Einrichtung ein Millionengrab ist. Das Naturkundemuseum hätte bei der Fusion von den vielen Gästen der Biosphäre profitiert, die Tropenhalle wiederum wäre zur wissenschaftlichen Einrichtung aufgewertet worden, so Magdowskis Kalkül.

Die Direktion des Naturkundemuseums soll laut Rathaussprecherin Christine Homann bis zum Jahresende ausgeschrieben werden. Kommissarisch übernimmt der stellvertretende Direktor Jobst Pfaender die Leitung.

Von Volker Oelschläger

So klein wie möglich, so groß wie nötig sollte der Hof sein, von dem Mathias Peeters seit der Kindheit träumte. In Grube hat sich der aus Holland stammende Landwirt mit seiner Lebensgefährtin Lene Waschke diesen Traum erfüllt. Seit 2013 hauchen sie mit ihrer „Bauerei“ Krauses alter Gastwirtschaft neues Leben ein.

25.10.2016

Sie arbeiteten in der Geriatrie und haben die Arg- und Hilflosigkeit ihrer Patienten ausgenutzt: Ein Krankenpfleger und eine Krankenschwester stehen heute vor Gericht, weil sie die ihnen im Bergmann-Klinikum anvertrauten alten Leute bestohlen und so etwa 10000 Euro Beute gemacht haben sollen. Was der heutige Tag außer dem Prozess noch mit sich bringt, lesen Sie hier.

25.10.2016
Potsdam Nachfolgeregelung bei kommunalem Unternehmen - Pro Potsdam: Müller-Zinsius tritt kürzer

Horst Müller-Zinsius ist derzeit als Doppel-Geschäftsführer gut gebucht. Zum einen bei der Pro Potsdam, zum anderen als Interimschef der Stadtwerke. Also mehr als genug zu tun. Und 2018 will er sich ohnehin ins Privatleben zurückziehen. Zeit also, an die Staffelstabübergabe zu denken und zwei Posten bei Pro-Potsdam-Tochterunternehmen neu zu besetzen.

24.10.2016
Anzeige