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Umworbenes Potsdam

Dem Rathaus liegen 30 Anfragen zu Städtepartnerschaften vor Umworbenes Potsdam

Mit Opole (Polen/seit 1973), Bobigny (Frankreich/seit 1974), Jyväskylä (Finnland/seit 1985), Bonn (Deutschland/seit 1988), Perugia (Italien/seit 1990), Sioux Falls (USA/seit 1990) und Luzern (Schweiz/seit 2002) pflegt Brandenburgs Landeshauptstadt derzeit sieben Städtepartnerschaften. Weitere Städte haben angefragt.

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Besucher in den Gärten der Schlossanlage von Versailles.

Quelle: dpa

Potsdam. Ernsthafte Verhandlungen zur Aufnahme einer weiteren Städtepartnerstadt laufen mit Versailles. Kontakte zur französischen Residenzstadt, die wie Potsdam Weltkulturerbe birgt, gibt es bereits seit vielen Jahren etwa über die Schlösserstiftung. Ende September unterzeichneten die Oberbürgermeister beider Städte eine Absichtserklärung mit dem Ziel einer Städtepartnerschaft.

Parallel zu Versailles gibt es seit einigen Jahren Bestrebungen von Potsdamern zur Begründung einer Städtepartnerschaft mit dem ostafrikanischen Sansibar. Kontakte zur tansanischen Inselstadt gibt es etwa über Umweltprojekte und das Sansibar-Filmfestival, das bereits mehrfach im Potsdamer Filmmuseum gastierte. Auch Sansibar kann Unesco-Weltkulturerbe aufweisen.

Aus China kamen nach Mitteilung des Rathauses seit 2003 insgesamt sieben Anfragen zur Aufnahme einer Städtepartnerschaft mit Potsdam.

China klopft an

Die unweit von Peking gelegene Kaiserstadt Chengde bemüht sich um eine Städtepartnerschaft mit Potsdam

Die chinesische Kulturmetropole Chengde ist an einer Städtepartnerschaft mit Potsdam interessiert. Das bestätigte Kulturdezernentin Iris JanaMagdowski (CDU), die im Juli des vergangenen Jahres stellvertretend für Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) eine Delegation der 700000-Einwohner-Stadt mit Vertretern von Wirtschaft, Kunst und Verwaltung in Potsdam begrüßte: „Sie erwarten jetzt eine Aussage.“ Das 160 Kilometer westlich von Peking gelegene Chengde war die Sommerresidenz der chinesischen Kaiser. Ebenso wie Potsdam birgt die Stadt Unesco-Welterbe.

Kontakte gibt es seit 2010. Nach der Beteiligung von Künstlern aus Chengde an einer Ausstellung zum 40. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen der Volksrepublik China und der Bundesrepublik Deutschland im Spätsommer 2012 in der Schiffbauergasse kam es im Oktober 2013 zum Gegenbesuch einer kleinen Künstlerdelegation in Chengde. Marianne Gielen, die gemeinsam mit ihren Künstlerkollegen Sabine Schneider und Peter Lindenberg für drei Wochen Gast der Kaiserstadt war, übermittelte Potsdam das Interesse der Chinesen an einer Städtepartnerschaft mit der persönlichen Feststellung: „Ich denke, an China kommen wir in Zukunft nicht vorbei. Es wäre Wahnsinn, sich diesem Land zu verschließen.“ Ähnlich äußerte sich Annette Mertens, die 2007 in Potsdam den Verein Teehausgalerie als Gesellschaft für deutsch-chinesischen Künstler- und Kulturaustausch gegründet hat. Eine fast zeitgleich mit Chengde geäußerte Anfrage der Sechs-Millionen-Stadt Hangzhou sei ihrer Ansicht nach von Potsdam vor einiger Zeit zu Recht abgelehnt worden, weil die Städte zu ungleich seien. Chengde und Potsdam hingegen seien sich in vielem sehr ähnlich. Auch Magdowski sagt: „Cheng de wäre die Stadt, die zu uns passen würde.“

Gielen, langjährige Vorsitzende des Landesverbandes bildender Künstler, kritisierte, dass Oberbürgermeister Jakobs sich in Sachen Chengde bisher komplett zurück halte: „Ich denke, man kann so nicht miteinander umgehen.“

Insgesamt seien bei der Landeshauptstadt in den vergangenen zehn Jahren etwa 30 Anfragen in Sachen Städtepartnerschaft unter anderem aus der Türkei, Russland, Weißrussland, Indien, Schweden, Ukraine, Spanien, Polen, Tansania, Armenien, Serbien und Taiwan eingegangen.

Von Volker Oelschläger

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