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Und täglich fährt der Traummann vor

In den Babelsberger Filmstudios haben die Dreharbeiten zum neuen Film von George Clooney begonnen Und täglich fährt der Traummann vor

Nein, eine Nespresso-Maschine hat er nicht mitgebracht. Doch auch ohne den Kapsel-Kaffee ist George Clooney auf Betriebstemperatur: In den Babelsberger Filmstudios haben die Dreharbeiten zu „The Monuments Men“ begonnen.

Potsdam. Clooney selbst hat das Drehbuch geschrieben, führt Regie und steht als Hauptdarsteller auch vor der Kamera.

Fast täglich kommt er aus Berlin-Mitte, wo er im edlen Apartmenthaus „Soho House“ logiert, in die Filmstadt. Dort hat er Büros angemietet. „Er grüßt jeden und geht mit dem Team essen“, sagt ein Mitarbeiter der Studios. Im Umgang sei der grau melierte Frauenschwarm sehr unprätentiös.

Von den Dreharbeiten selbst ist derweil nicht viel zu sehen. Diskretion ist das oberste Gebot auf dem Gelände: „Ein Drehtag für so einen Film kostet um die 800 000 Euro, da sind 600 Leute am Werk“, erklärt Eike Wolf, Pressesprecher der Studios. „Und die wollen möglichst keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.“ Dafür soll auch ein eigener Sicherheitsdienst sorgen, den die Clooney-Crew eingeflogen hat.

„Das ist wie in der Auto-Industrie“, sagt Eike Wolf. „Da wollen die Hersteller auch erst über ihre neuen Modelle reden, wenn sie fertig sind.“ Und so bestätigt nur das Schild am Eingangstor an der August-Bebel-Straße, was längst alle wissen: „In Production: The Monuments Men“.

Nicht einmal die Anwohner der Studios haben mitbekommen, dass sie neuerdings einen Hollywood-Star vor der Tür haben. „Wenn ich es nicht im Fernsehen gesehen hätte, wüsste ich es gar nicht“, sagt ein Geschäftsmann. „Ich gehe hier zwar häufig spazieren, aber mir ist nichts besonderes aufgefallen“, erzählt eine Dame, die gerade ihre braune Dogge ausführt. Und für die Studio-Pförtnerin ist der ganze Trubel mit den dicken Autos und den berühmten Gesichtern ohnehin Alltagsgeschäft: „Ich schau da schon gar nicht mehr so genau hin.“

Dabei haben sich die Studios richtig ins Zeug gelegt für den neuen Clooney-Streifen. Mit Unterstützung von Handwerkern aus der Region haben sie in den Produktionshallen nicht nur ein Bergwerk nachgebaut, sondern auch Teile des Aachener Doms. Außerdem wurde die mittlerweile legendäre Außenkulisse „Berliner Straße“ umgebaut – sie steht mit der Rückseite an der Stahnsdorfer Straße gegenüber dem Lindenpark. In dem Set entsteht gleichzeitig der Film „ Die Bücherdiebin“, der ebenfalls während des Zweiten Weltkriegs spielt.

Clooneys Film basiert allerdings auf historischen Tatsachen. Die Vorlage ist das Buch von zwei US-amerikanischen Autoren. In „The Monuments Men“ erzählen Robert M. Edsel und Bret Witter die Geschichte einer ganz besonderen alliierten Spezialeinheit: Fast 350 Wissenschaftler und Kunstexperten fahndeten im letzten Jahr des Krieges in ganz Europa nach der Beutekunst der Nazis – stets im Wettlauf gegen Hitlers Zerstörungswut. Mehr als fünf Millionen Kunstwerke konnten die „Retter der Kulturschätze“ bewahren.

An der filmischen Umsetzung des Geschichts-Thrillers ist halb Hollywood beteiligt. Neben Clooney-Freund Matt Damon (Bourne-Trilogie) werden auch Bill Murray („Lost in Translation“), der Oscar-Preisträger vom vergangenen Jahr, Jean Dujardin („The Artist“), sowie Cate Blanchett („Aviator“) und John Goodman („The Big Lebowski“) vor der Kamera stehen.

Bis Anfang Juli sollen in Babelsberg zahlreiche Szenen gefilmt werden. „Wir gehen aber auch in die Region Goslar”, sagt Eike Wolf. In der niedersächsischen Stadt wird es am kommenden Samstag auch ein weiteres Casting geben: An die 2000 Komparsen werden noch gesucht. Anfang Januar hatte es schon eines auf dem Studiogelände in Babelsberg gegeben. Mehr als 3500 Männer aus Brandenburg und Berlin haben sich in den Pool der Statisten aufnehmen lassen: „Die Leute werden jetzt ganz nach Bedarf für die einzelnen Drehtage engagiert“, erklärt Eike Wolf.

Abgesehen von den Studios in Babelsberg soll auch in der Ruine eines alten Chemiewerks in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland), sowie in Grabowsee bei Oranienburg und in Berlin gedreht werden. Wenn alles nach Plan läuft, kann „The Monuments Men“ im Dezember in den US-amerikanischen Kinos anlaufen – rechtzeitig für die Oscar-Verleihungen im Frühjahr 2014. (Von Ulrich Wangemann und Martin Küper)

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