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Potsdam Ungenutzte Flüchtlingshallen kosten 50000 Euro pro Monat
Lokales Potsdam Ungenutzte Flüchtlingshallen kosten 50000 Euro pro Monat
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01:15 03.06.2018
Flüchtlingsunterkünfte in Neu Fahrland: seit Jahren ungenutzt und extrem teuer. Sie sollen wieder verkauft werden, aber an wen? Quelle: Rainer Schüler
Neu Fahrland

Die Stadt gibt jeden Monat 150000 Euro für ungenutzte Flüchtlingsunterkünfte aus. In Drewitz, an der Babelsberger Sandscholle und an der Birnenplantage von Neu Fahrland werden drei baugleiche Leichtbauhallen-Komplexe gar nicht für diesen Zweck genutzt und kosten jeden Monat rund 150000 Miete und Betriebskosten, denn sie werden technisch betriebsbereit gehalten, auch im Winter. Jede Einrichtung besteht aus zwei Voll-Hallen für je 48 Bewohner und einer Halb-Halle für Gemeinschaftsräume und Sanitäranlagen.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise von 2015 musste auch die Stadt Potsdam eiligst Unterkünfte schaffen. Eine kam nach Neu Fahrland, wurde aber nie belegt. Jetzt sind die Leichtbauhallen nur noch schwer verkäuflich.

Die drei Standorte wurden auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle von 2015 geplant, als man mit 2000 Bewohnern rechnete. Man wollte um beinahe jeden Preis das Desaster von Unterbringungen in Turnhallen vermeiden, die als unmenschlich angesehen wird und den Schulbetrieb auf unbestimmte Zeit stark behindert hätte. Ausweichnutzungen in anderen Turnhallen wären nötig gewesen. Doch dann musste man plötzlich „nur“ 1500 Menschen unterbringen. Die Sandscholle war eine Zeitlang voll belegt, wurde aber mit der Eröffnung der großen Sammelunterkunft im alten Landtag auf dem Brauhausberg schnell freigezogen; dort gab es 470 Plätze, von denen Anfang 2018 aber nur etwa 260 belegt waren, so dass man diese Einrichtung zum Jahresende dicht macht.

Nur eine Anlage wird genutzt, als Warenlager

Die 288 Leichtbauplätze aber bestehen weiter; nur das Drittel in der Slatan-Dudow-Straße von Drewitz wird artfremd genutzt, als Warensammelstelle für Bedürftige. Die anderen sollen nach Auskunft von Stadtsprecher Jan Brunzlow verkauft werden. Das Problem: Es gibt derzeit keinen Markt dafür. Und man will nicht allzuviel Verluste machen. Der Kommunale Immobileinservice Kis hatte die Hallen seinerzeit zu Höchstpreisen gekauft, als deutschlandweit alle solche Hallen suchten. Die Stadt hat sie beim Kis gemietet und zahlt sie damit ab beim eigenen Unternehmen.

Hallen sind betriebsbereit, aber überflüssig

Die Hallen an der Birnenplantage in Neu Fahrland sind zwar betriebsbereit, aber nicht voll ausgestattet; dafür gibt es ein Lager. Der Standort direkt neben einer Kita und gleich neben einer Freizeit- und Badewiese voller sommerlich leicht bekleideter Deutscher war von vornherein ungünstig, aber man hatte angeblich auf die Schnelle nichts Besseres gefunden. Zu allen Lage- und Bauproblemen – die Hallen standen in einer Grube; zu den Toiletten musste man anfangs über Treppen einen Wall erklimmen – kam, dass hier nur Männer untergebracht werden sollten. Die Neu Fahrländer sahen Konflikte kommen und machten mobil gegen die Unterkünfte. Die Stimmungslage beruhigte sich aber und entspannte sich mit der Nachricht, dass die Stadt die Hallen nicht mehr belegt.

Fast 50000 Euro pro Monat und Standort

Die Miete beläuft sich nach Auskunft des Pressesprechers Markus Klier auf 35.285 Euro im Monat und das seit dem 3. Mai 2016. Dazu kommen monatlich 13.268 Betriebskosten, auch für den Wachschutz. In der gesamten Standzeit hat die Stadt nun schon 1,213 Millionen Euro für die ungenutzte Unterkunft in Neu Fahrland ausgegeben; für alle drei Standorte also mehr als 3,6 Millionen. Der Warensammel- und -ausgabepunkt in Drewitz wird zwar genutzt, bringt aber kein Geld ein.

Von Rainer Schüler

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