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Ungewohnte Perspektiven im Plattenbau

Localize – zum letzten Mal Ungewohnte Perspektiven im Plattenbau

Das Localize-Festival ist am Donnerstag zum letzten Mal eröffnet worden. Das ehrenamtliche Team um die Kulturmanagerin Anja Engel (30) nimmt das Thema zum Anlass, sich von dem Format zu verabschieden. „Welche Chancen stecken im Umbruch, Übergang und Neustart?“ Zum Finale geht es um den urbanen Raum, wo die meisten wohnen – in einem Plattenbau.

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Mit 100 Litern Wasser von der italienischen Mittelmeerküste füllen die Künstler Jan Schönemann, Julien Fargetton und Julia Herfurth (v.l.) eine Wanne. Die Installation „Das Meer in der Mitte“ holt das Drama um ertrinkende Flüchtlinge in ein Potsdamer Wohnzimmer.

Quelle: Christel Köster/Peter Degener

Drewitz. Zum letzten Mal ist am Donnerstag das Localize-Festival eröffnet worden. Das ehrenamtliche Team um die Kulturmanagerin Anja Engel (30) hat das diesjährige Thema des Festivals zum Anlass genommen, sich von dem Format zu verabschieden. „Welche Chancen stecken im Umbruch, Übergang und Neustart?“, fragten die Organisatoren nicht nur die teilnehmenden Künstler, sondern auch sich selbst. „Das Festival wird seit acht Jahren ehrenamtlich organisiert und ist von Jahr zu Jahr aufwendiger geworden“, sagte Engel im Rahmen der Eröffnung.

In der Vergangenheit machte Localize sonst verschlossene Orte temporär wieder zugängig oder brachte Kunst in neue Kontexte: Die verschlossene Schalterhalle des früheren Hauptbahnhofs Pirschheide oder das trockene Bett des Stadtkanals in der Yorckstraße wurden bereits von Localize mit Kunst und einem breiten Programm gefüllt.

Beim Finale stellt das Localize-Festival erstmals dort die künstlerischen Fragen nach dem urbanen Raum, wo die meisten Potsdamer wohnen – in einem Plattenbau. In acht vor Kurzem leer gezogenen Wohnungen sowie Keller- und Gewerberäumen in der Drewitzer Konrad-Wolf-Allee 61 und 63 stellen noch bis zum Sonntag 15 regionale und internationale Künstler aus. Dazu gehören Studenten der Babelsberger Filmuniversität, aber auch Kriegsflüchtlinge, die in ihrer Heimat Künstler waren und nun hier neu beginnen.

Die Programmhighlights von „Localize acht und null“

Das Programm des Festivals bietet bei freiem Eintritt bis zum Sonntag Live-Musik, Tanz, Kunst und Workshops in leergezogenen Wohnungen der Konrad-Wolf-Allee 61 und 63 in Drewitz.

Beim Balkonballett werden am Freitag um 21.15 Uhr Balkone zur Bühne. Bewohner des Stadtteils, Cheerleader, Musiker und Schauspieler demonstrieren in der 30-minütigen Performance die Vielfalt des Stadtteils und des Plattenbaus an sich.

Wie klingt ein Abwasserrohr? Bei „Neue Musik in alten Räumen“ experimentieren Musiker der Potsdamer Kammerakademie mit dem Klang von Alltagsgegenständen. Klassische Stücke und Improvisationen werden am Freitag (15 und 18 Uhr), sowie am Sonnabend (12, 15 und 18 Uhr) für und mit den Gästen gespielt.

Auf der Fassade des Plattenbaus werden auch Kurzfilme gezeigt. Das Programm „Superacht“ wirft am Freitag um 22 Uhr einen Blick auf letzte Momente und den Zauber des Anfangs.

Radtouren führen Besucher vom Platz der Einheit direkt zum Festivalort.

Unter dem Titel „Von Friedrich zu Konrad und Wolf“ erläutert der Stadtführer André Tomczak Architektur und Stadtumbrüche auf dem Weg entlang der Nuthe. Treffpunkt ist am Freitag um 18 Uhr und Sonnabend um 15 Uhr die Mitte des Platzes der Einheit.

Die Ausstellung ist am Freitag von 14 Uhr bis 20.30 Uhr geöffnet, am Sonnabend von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 16 Uhr.

Das gesamte Programm unter www.localize-potsdam.de

Bis zum Sonntag will sich das Festival mit dem ungewöhnlichen Format nun gebührend von den Potsdamern verabschieden. Einer der Höhepunkte ist dabei ein Balkonballett, dass zur Eröffnung am Donnerstag Premiere feierte und heute Abend erneut aufgeführt werden soll. Dabei handelt es sich um kein typisches Ballett, sondern ein Theater, das den Plattenbau als Bühne nutzt und gemeinsam mit den Bewohnern von Drewitz entstanden ist. „Das Balkonballett zeigt die vielen Schichten dieses Stadtteils. Viele gehen davon aus, dass ein Plattenbau Uniformität bedeutet. Aber wir konnten in unserer Vorbereitung das Gegenteil feststellen. Der Plattenbau ist voller Vielfalt“, sagt Engel.

Mit dem Untertitel „Heimatfestival“ fand Localize im Jahr 2008 erstmals statt. Das „Heimat“-Etikett verschwand bald darauf, denn der städtische Raum sollte als Ganzes betrachtet werden. Nun zeigt das Festival gemeinsam mit den Drewitzer Nachbarn die Vielfalt der Stadt in nur acht Wohnungen.

Von Peter Degener

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