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Uni Potsdam verabschiedet 3000 Absolventen

Grußworte von Woidke und Steinmeier Uni Potsdam verabschiedet 3000 Absolventen

3000 Absolventen der Uni Potsdam wurden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verabschiedet. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verspricht den Berufseinsteigern Perspektiven in der Mark.

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Vor königlicher Kulisse wurden die Absolventen der Universität Potsdam gestern verabschiedet.

Quelle: Fotos: Gartenschläger, Braun (4)

Potsdam. Da sitzen sie, in ihren blauen Anzügen oder in ihren geblümten Kleidern. Manche der jungen Frauen haben Blumensträuße in der Hand, aber alle tragen sie eine Schärpe –und zwar in der Farbe der Fakultät, bei der sie dieses Jahr ihren Abschluss gemacht haben. Etwas über 3000 Absolventinnen und Absolventen – Bachelor, Master und 300 Doktoren – hat die Universität Potsdam dieses Jahr zusammen mit ihren Familien vor der imposanten Kulisse der Kolonnaden versammelt. Genau ließ sich ihre Zahl zum Termin nicht mehr ermitteln, weil sie ihre Prüfungen zu unterschiedlichen Terminen abgelegt haben.

Es dürften summa summarum so viele sein wie im vergangenen Jahr. Damals saßen genau 3190 frisch Examinierte beisammen. Und auch dieses Jahr dürfte der Frauenanteil mehr als die Hälfte ausmachen. Die Universität kann jedenfalls zufrieden sein: Seit 2011 entlässt sie jedes Jahr mindestens 3000 erfolgreiche Absolventen, um sie manchmal gleich wieder für einen Master oder gar eine Promotion aufzunehmen.

Unvergessen dürfte den jungen Leuten der Termin am Donnerstag nicht nur wegen dieses bedeutenden Lebenseinschnitts bleiben, sondern auch, weil nicht jeder deutsche Student in den Genuss kommt, vom Bundespräsidenten persönlich aus dem Studium verabschiedet zu werden. „Finden Sie die richtige Mischung“, sagte Frank-Walter Steinmeier: „Am Glück des Lebens selber bauen, aber auch ein Stück weit auf das Glück bauen“.

Steinmeier sagte in Erinnerung an den vor 250 Jahren in Potsdam geborenen Wilhelm von Humboldt: „Nur der Wechsel ist wohltätig“, und mahnt die Absolventen, sich auch auf unfreiwillige Wechselfälle einzustellen. Doch in Brandenburg zumindest scheint ihnen der Weg geebnet. Der nach dem Bundespräsidenten sprechende Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) flehte sie förmlich an, eine Karriere in der Mark zu starten. „Der Fachkräftebedarf ist riesengroß“, sagt Woidke. Man brauche die Kompetenz der gut Ausgebildeten, um Brandenburg in der Wirtschaft und der Verwaltung weiter voranzubringen.

Voltaire-Preis erstmals vergeben

Wie schnell eine Situation aber umschlagen kann, zeigte nicht nur das plötzlich hereinbrechende Sommergewitter, auch das Schicksal der türkischen Politologin Hilal Alkan lehrt einiges. Noch vor kurzem Dozentin an einer privaten Universität, hat sie jetzt in der Türkei faktisch Berufsverbot, weil sie mit 2000 Kollegen eine Petition gegen den Krieg in den kurdischen Gebieten unterschrieben hat. Alkan lässt sich nicht entmutigen. Sie forscht jetzt in Berlin über das Schicksal syrischer Flüchtlinge. „Es ist immer die Chance da, dass sich eine Situation ändert“, sagt sie über die aktuelle Entwicklung der Türkei. Weil sich die junge Frau trotz staatlicher Repression nicht den Mund verbieten lässt, ist sie dieses Jahr die erste Preisträgerin des neu von der Universität vergebenen Voltaire-Preises für Toleranz, Völkerverständigung und Respekt vor Differenz.

Von Rüdiger Braun

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