Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Untreue Ex-Stiftungsmitarbeiterin wieder krank
Lokales Potsdam Untreue Ex-Stiftungsmitarbeiterin wieder krank
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:57 16.03.2018
Im Strafprozess gegen eine Ex-Kassiererin der Schlösserstiftung gibt es erneut einen Aufschub. Quelle: dpa
Potsdam

Die Stiftung Preußische Schlösser & Gärten (SPSG) sah einem Ende im Strafprozess gegen ihre ehemalige Hauptkassiererin, die mehr als 42 000 Euro veruntreut haben soll, entgegen. „Wir wünschen uns einen Abschluss, auch im Interesse der Angeklagten“, sagte SPSG-Sprecher Frank Kallensee der MAZ vor Prozessbeginn. Doch die Anklagebank blieb am Dienstag frei. Die inzwischen 66-jährige Beschuldigte hatte sich erneut wegen Krankheit von ihrem Verteidiger entschuldigen lassen. Trotzdem wurde inzwischen zum 14. Mal verhandelt und Zeugen angehört.

Fortgesetzt wird der Prozess am 29. März. Bis dahin ist die Schlösserstiftung gefragt, denn das Gericht forderte nach Anregung der Verteidigung neue, detaillierte Dokumente an. Unter anderem sollen die 19 verschwundenen „Safebags“ näher bezeichnet werden.

Einnahmen vom Parkplatz an der Historischen Mühle in Sanssouci waren unter anderem im Herbst 2010 verschwunden. Quelle: Bernd Gartenschläger

Diese Taschen, die einmalig mit Geld gefüllt und versiegelt werden, soll Christine H. im September und Oktober 2010 einbehalten haben. Zu dieser Zeit wurden alle Standorte der Stiftung bereits von einem Geldsicherheitsunternehmen angesteuert – nur einer nicht: die Historische Mühle. Obwohl es bereits die Anweisung an H. gab, auch diese vom Dienstleister anfahren zu lassen, um das Geld sicher einzusammeln, erledigte die Kassiererin das weiterhin persönlich. Sie ging außerdem allein, obwohl dafür ein Fahrer hätte abbestellt werden müssen. „Nur sie hatte die Möglichkeit, den Tresor zu öffnen“, sagte ein Zeuge am Dienstag. Sie vermerkte die Abholung, die “Safebags“ kamen im Haupttresor aber nie an. Gegen die Kündigung klagte und scheiterte die Ex-Kassiererin.

Die Mitarbeiterin war seit 1988 in der Schlösserstiftung beschäftigt. Die Zusammenarbeit mit der heute 66-jährigen Rentnerin sei nicht immer einfach gewesen, sagte eine Zeugin aus. Sie habe Arbeiten hin und wieder boykottiert. „Dann wurde sie plötzlich krank“ – da fielen die Unstimmigkeiten auf.

Die Personalchefin, die H. Jahrzehnte kannte, berichtete von intensiven Prüfungen. Sogar Zuhause habe sie die Frau aufgesucht, um deutlich zu machen, dass es Lösungen geben könne. Dem Mitarbeitergespräch blieb die Ex-Hauptkassiererin fern. Stattdessen sprach die Personalleiterin mit der Tochter der Angeklagten. Die soll von einem Abschiedsbrief und Suizidgedanken berichtet haben. Sie habe nur gewusst, dass ihre Mutter „großen Mist“ gebaut hätte. Die Angeklagte bestreitet alle Vorwürfe seit Prozessbeginn im August 2012. Die Abwesenheit ließ Verhandlungstermine oft platzen. Gegen eine verhängte Bewährungsstrafe im März 2016 ging die Ex-Kassiererin vor.

Von Christin Iffert

Potsdam Kultur in Potsdam - Opernaufführung in Drewitz

Der „Elias“ von Moses Mendelssohn-Bartholdy kommt in der kommenden Woche in einer Kooperation von Kammerakademie Potsdam und Priesterweg-Grundschülern in der Gartenstadt Drewitz zur Aufführung. Erstmals wurde das Nachspiel zur Potsdamer Winteroper mit mehreren hundert Beteiligten ins Frühjahr verlegt.

13.03.2018

Auf zwei Demonstrationen wird am Sonntag gegen eine Neonazi-Kundgebung vor dem Potsdamer Justizzentrum protestiert. Das Anti-Rechts-Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ und Linken-Politikerin Isabelle Vandre rufen zu den Gegendemonstrationen auf.

13.03.2018

Zwei Mal wurde in den letzten Tagen in verschiedenen Stadtteilen in Potsdam versucht, Mehrfamilienhäuser in Brand zu stecken – beide Male kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Jetzt hat die Polizei einen jungen Mann als Tatverdächtigen festgenommen.

14.03.2018