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Untreue-Prozess: Achter Anlauf geplatzt

Ex-Kassiererin von Sanssouci Untreue-Prozess: Achter Anlauf geplatzt

Justitia braucht in diesem Fall vor allem Geduld, denn auch der achte Anlauf im Untreue-Prozess gegen die Hauptkassiererin der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ist geplatzt. Die heute 65-Jährige soll rund 43000 Euro an Tageseinnahmen aus dem Tresor genommen und in die eigene Tasche gesteckt haben. Sie bestreitet das, bleibt dem Gericht aber seit Jahren fern.

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Quelle: dpa

Potsdam. Erneut ist ein Verhandlungstermin im Untreue-Prozess gegen die ehemalige Hauptkassiererin der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) geplatzt. Die Beschuldigte hat sich auch dieses Mal von ihrem Verteidiger Tobias Zülicke krank melden lassen. So blieb die Anklagebank im Potsdamer Amtsgericht seit dem ersten Anlauf im August 2012 bereits zum achten Mal leer.

Der heute 65-jährigen Potsdamerin wird laut Anklage Untreue zur Last gelegt. Sie soll zwischen dem 21. September und dem 13. Oktober 2010 aus dem Tresor des Besucherzentrums an der Historischen Mühle vis à vis Schloss Sanssouci unerlaubt 42671 Euro genommen und für sich verwendet haben – über ihre Beweggründe ist bislang nichts bekannt.

Als Hauptkassiererin verfügte die Angeklagte damals als einzige Person über den Zugangscode des Tresors. Dort wurden in so genannten Safebags – das sind spezielle, mit Plomben verschlossene Tüten – die Tageseinnahmen verschiedener Standorte der Stiftung aufbewahrt. 19 dieser Sicherheitstaschen soll die Beschuldigte an sich genommen, in einem Buch im Besucherzentrum quittiert, aber nicht als Einnahmen für die Schlösserstiftung verbucht haben. Nachdem sie aufgeflogen war, erhielt sie die Kündigung. Sie zog vors Arbeitsgericht, scheiterte dort allerdings.

Die Frau bestreitet bis heute alle Vorwürfe. Nachdem sie Anfang März – in Abwesenheit – per Strafbefehl zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war, hatte sie fristgemäß Einspruch eingelegt. Aber auch zu dem nun für Dienstagnachmittag angesetzten Einspruchsverfahren erschien sie nicht. „Der Verteidiger hat im Laufe des Tages erklärt, dass seine Mandantin psychisch erkrankt sei“, sagte Gerichtssprecher Oliver Kramm der MAZ. Der nächste Verhandlungstermin stehe indes schon fest. „Er ist für den 5. Juli vorgesehen.“

Von Nadine Fabian

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