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Potsdam Untreue-Prozess zieht sich in die Länge
Lokales Potsdam Untreue-Prozess zieht sich in die Länge
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00:24 02.04.2018
Amtsgericht Potsdam Quelle: Nadine Fabian
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Potsdam

Die ursprünglich auf einen einzigen Termin ausgelegte Untreue-Verhandlung gegen eine ehemalige Kassiererin der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten geht in eine weitere Runde. Am Donnerstag, dem zweiten Verhandlungstag, konnte Richter Francois Eckardt die Beweisaufnahme nicht wie erwartet schließen und ein Urteil fällen. Stattdessen musste er erneut einen Fortsetzungstermin anberaumen.

Ein Zeuge hat die Listen bereits überprüft

Der Grund: Der Verteidiger der Angeklagten besteht darauf, rund 6800 digitalisierte Datensätze einzusehen. Diese sagen aus, welche Beträge die Stiftung im Jahr 2010 an das damals von ihr engagierte Geldtransportunternehmen weitergegeben hat. Ein Mitarbeiter der Stiftung hat die entsprechenden Listen in den vergangenen Wochen zwar bereits mit den Stiftungsunterlagen verglichen und so auf etwaige Unregelmäßigkeiten hin überprüft und seine Einschätzung am Donnerstag im Zeugenstand dargelegt – demnach gab es Auffälligkeiten. Anwalt Jens Posern forderte nach längerer Diskussion aber ein, sich selbst ein Bild machen zu wollen. Seine Begründung, weshalb ihm die Aussage des Zeugen nicht genügt: „Jeder macht Fehler.“Die Staatsanwaltschaft hingegen verzichtet darauf, die Daten einzusehen – man vertraue den Aussagen des Zeugen.

Der Tatvorwurf liegt inzwischen siebeneinhalb Jahre zurück

Der nächste Verhandlungstag ist nun für den 17. April anberaumt. Damit zieht sich das Verfahren, das erstmals Ende August 2012 aufgerufen worden war, weiter in die Länge. Meist platzten die Termine, weil sich die Angeklagte krank meldete – inzwischen wird in Abwesenheit verhandelt. Der Tatvorwurf liegt bereits siebeneinhalb Jahre zurück. Laut Anklage soll die heute 66-jährige Frau im Herbst 2010 aus dem Tresor des Besucherzentrums an der Historischen Mühle nahe Schloss Sanssouci unerlaubt rund 43 000 Euro genommen und für sich verwendet haben. Als Hauptkassiererin verfügte sie laut Stiftung als einzige Person über den Zugangscode des Tresors, in dem in sogenannten Safebags die Tageseinnahmen diverser Standorte der Stiftung lagerten. Die Angeklagte bestreitet alle Vorwürfe.

Von Nadine Fabian

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