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Potsdam Notruf aus dem Planetarium
Lokales Potsdam Notruf aus dem Planetarium
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01:16 17.03.2019
Deutschlandweit gibt es nur noch einen Techniker für den antiquierten Sternenprojektor ZKP-2. Quelle: Carl Zeiss
Innenstadt

Das Urania-Planetarium in der Gutenbergstraße 71/72 hat dringenden Sanierungsbedarf. Nach einem der MAZ vorliegenden Zukunftskonzept gibt es akute Probleme – mit einem Extrakapitel zum Handlungsbedarf bei der technischen Ausstattung, aber auch beim Bau.

Benötigt werden demnach ein neuer Sternenprojektor, ein sogenannter Fulldome-Projektor für Panoramafilme unter der 360-Grad-Kuppel des Planetariums. Der Sternenprojektor ZKP-2 sei „nach wie vor das wichtigste Element einer jeden Planetariumsshow“, heißt es im Zukunftskonzept.

Doch die Potsdamer Technik sei „veraltet“: Glühlampen und „verschlissene Zahnräder“ sorgten für hohe Wartungskosten. Mit einer Laufzeit von 40 Jahren habe sich das Gerät auch amortisiert und es sei „Zeit für einen wartungsärmeren und energieeffizienteren Projektor“.

„Verstärkte“ Technik-Ausfälle

Zusätzliches Problem: Deutschlandweit gebe es nur noch einen Techniker, der das Potsdamer Gerät warten könne. Ein moderner ZKP-4 von Carl Zeiss koste 500.000 Euro.

Ebenso veraltet sei der Fulldome-Projektor, „eine in allen modernen Planetarien eingesetzte Technik“. Mehrere Beamer bilden dabei ein „nahtloses Ganzkuppelbild“ ab. Damit wird die optische Illusion von Flügen durch den Kosmos und fernen Objekten im All möglich.

Umzug in die Innenstadt: 2006 wurde die Kuppel auf das neue Domizil des Planetariums gesetzt. Quelle: Urania / Bernd Schulze

Die Potsdamer Anlage sei mittlerweile neun Jahre alt. Und „wie bei IT-Systemen üblich“, sei nun der Zeitpunkt gekommen, diese Technik zu ersetzen.

Denn der Computerverbund, der die Bilddaten für die Kuppel generiert, und auch der Beamer erlebten „verstärkte Ausfälle“, die dazu führten, „dass wir zum Teil mehrere Wochen nur eingeschränkt unsere Shows vorführen“ konnten. Eine neue Fulldome-Anlage von Carl Zeiss koste etwa 315.000 Euro.

Starke Erwärmung im Kuppel-Inenraum

Auch am Bau gibt es laut Urania Investitionsbedarf. Das Planetarium braucht demnach dringend eine Klimaanlage: Aufgrund der „disponierten Lage“ im Dachgeschoss erreichten die Temperaturen an sehr vielen Tagen im Jahr 30 Grad Celsius: „Dazu addieren sich die wachsenden Besucherzahlen.“

Ferienveranstaltung im alten Planetarium im Neuen Garten im Sommer 1994. Quelle: Matthias Littwin

So komme es „mittlerweile, bedingt durch viele Besucher und den laufenden Betrieb von Beamern und Projektoren, zu einer starken Erwärmung des Kuppel-Innenraums“.

Dabei werde „für unsere Gäste oft das erträgliche Maß überschritten“, Beamer und Projektoren liefen „am oberen Rand ihrer Hitzetoleranz“. An Hochsommertagen schalteten Beamer immer häufiger ab, dann müssten Veranstaltungen ausfallen.

16.000 Besucher im Jahr 2018

„Im vergangenen Jahr hatte das Planetarium nach eigenen Angaben 16. 000 Besucher – trotz begrenzter Kapazitäten und technischer Probleme. Das ist über die letzten fünf Jahre ein Zuwachs um mehr als 50 Prozent. 2013 meldete die Einrichtung knapp 10 .000 Gäste.

Das Maximum sei „noch lange nicht erreicht“, heißt es in dem Konzept. Mit „hochwertiger Bildungsarbeit“ könne das Haus „problemlos 30 .000 Personen und mehr in Potsdam und Umgebung begeistern“.

Grüne für dauerhaft mehr Förderung

Auf Antrag der Grünen, die die Einrichtung in Gefahr sehen, soll die Förderung des Planetariums beträchtlich erhöht werden. Neben einer Investition in Höhe von 750 .000 Euro bestehe ein Bedarf von 122 .000 Euro jährlich zur Förderung der Einrichtung.

Laut Grünen-Antrag soll die Stadt vorbereitend zu einem Haushaltsantrag zum Ende des Jahres prüfen, wie und mit welchen Fördermitteln „das Planetarium der Urania erhalten werden kann“.

Der Antrag wurde von den Stadtverordneten zunächst zur Beratung in mehrere Ausschüsse überwiesen. Im Mai soll die Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung treffen.

Das Urania-Planetarium

Das Astronomische Zentrum mit dem Planetarium wurde 1968 im Neuen Garten eröffnet. Das Planetarium war seit seiner Gründung in der Verwaltung der Stadt.

Im Juni 2001 übernahm der Urania-Verein „Wilhelm Foerster" das Planetarium und die Bürgel - Gedenkstätte noch am alten Standort im Neuen Garten.

Nachdem der Urania-Verein neue Räume in der Gutenbergstraße bezogen hatte, wurde die Idee forciert, beide Einrichtungen an einem Standort zu vereinigen.

2006 wurde mit den Bauarbeiten für das neue Planetarium im Dachgeschoss der Gutenbergstraße 71/72 begonnen. Am 15. Januar.2007 war die Neueröffnung.

Von Volker Oelschläger

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