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Urteil: Messerstecher muss in Psychiatrie

Messerattacke auf Polizisten Urteil: Messerstecher muss in Psychiatrie

Ein 25-jähriger Mann, der in Potsdam einen Polizisten mit einem Küchenmesser schwer verletzt hat, muss in die Psychiatrie. Der Mann ist am Donnerstag vor dem Potsdamer Landgericht verurteilt worden. Die Unterbringung des Angeklagten in der psychiatrischen Klinik ist aber nicht alles.

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Der Angeklagte im Gerichtssaal.

Quelle: Stähle

Potsdam. Im Prozess wegen versuchten Mordes ist ein 25-jähriger Mann am Donnerstag verurteilt worden. Der Vorsitzende Richter am Amtsgericht Potsdam, Theodor Horstkötter, ordnete die Unterbringung des Beschuldigten in einer psychiatrischen Klinik an. Der Mann hat außerdem die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Gericht bewertet Attacke als versuchten Mord

Das Gericht ist überzeugt davon, dass B. mit bedingter Tötungsabsicht gehandelt hat und die Attacke als versuchter Mord zu werten ist. Er habe den Tod des Polizisten billigend in Kauf genommen. Das ergebe sich schon allein aus der Tatwaffe mit der 20 Zentimeter langen Klinge, die unter einem Kopfkissen verborgen war. Zudem sei sie gegen einen hochsensiblen Körperbereich wie den Hals gerichtet worden. Auch sei B. ein sehr intelligenter Mensch dem durchaus bewusst gewesen sei, dass ein mit solcher Wucht ausgeführter Angriff tödlich enden kann. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei laut Richter Horstkötter ebenfalls verwirklicht, weil der getroffene Polizist in der Situation arg- und wehrlos gewesen sei. Dessen sei sich der Angreifer bewusst gewesen.

Verteidiger Karsten Beckmann sah die Mordmerkmale anders als Staatsanwaltschaft und Gericht nicht erfüllt. B. habe aus einem psychiatrischen Impuls heraus das Messer gezückt. Es handle sich um gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, aber nicht um versuchten Mord.

Polizist wäre fast in der Blutlache erstickt

Zuvor hatte Staatsanwalt Jörg Möbius die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt. Die Merkmale des versuchten Mordes sah er bei der Messerattacke auf einen Polizisten im April 2015 für erfüllt. Der Student habe heimtückisch mit einem Küchenmesser den Angriff auf den Beamten gestartet, der dabei schwer verletzt wurde und fast in seiner eigenen Blutlache erstickt wäre.

Laut einem Gutachten war B. wegen einer schweren psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt aber nicht schuldfähig und kann deshalb nicht verurteilt werden. Weil er nach Auffassung des Staatsanwalts weiter eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle bleibe nur die weitere Unterbringung im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter in Brandenburg/Havel, wo er seit seiner Verhaftung sitzt.

Der Nebenklagevertreter, der den geschädigten Polizisten vertritt, schloss sich in seinem Plädoyer der Forderung der Staatsanwaltschaft an.

Lesen Sie auch:

– Das war der zweite Verhandlungstag: Polizist leidet noch immer unter Messerattacke

– Das war der erste Verhandlungstag: Student deponierte Messer unterm Kopfkissen

– Messerattacke: Angreifer soll in Psychiatrie

Von Marion Kaufmann

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