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Potsdam Urteil für brutale Messerattacke am Donnerstag
Lokales Potsdam Urteil für brutale Messerattacke am Donnerstag
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12:52 15.02.2016
Hier fand der Angriff auf den Polizisten statt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Im Prozess gegen Dominic B. (25), der im April 2015 einen Polizisten mit einem Küchenmesser angegriffen und schwer verletzt hat, sollten am Montag die Plädoyers verlesen werden. Doch dazu kam es nicht. Der Staatsanwalt war krank, deswegen werden die Plädoyers am Donnerstag gehalten werden. Zudem wird dann auch das Urteil erwartet.

Der Student steht seit dem 14. Januar wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Potsdam. Er wird beschuldigt, den Beamten im vergangenen April mit einem großen Messer niedergestochen zu haben. Der 30-jährige Polizist musste notoperiert werden und überlebte die Attacke nur knapp. Unter den Folgen des Angriffs leidet der Polizist noch heute, wie er vor Gericht geschildert hat.

Todesdrohungen über das Intranet der Hochschule

Die Polizei wollte den Produktdesign-Studenten damals in seiner Potsdamer Wohnung festnehmen, weil er über das Intranet seiner Hochschule Todesdrohungen verschickt haben soll. Laut Anklage sagte der junge Mann den Beamten, dass er wegen einer gespaltenen Persönlichkeit in Behandlung sei.

Hier fand der Angriff im April 2015 statt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Messerstiche in Hals und Nacken

Er durfte dann in sein Schlafzimmer gehen, um sich eine andere Hose anzuziehen. Dort hat er unvermittelt das Küchenmesser unter einem Kopfkissen hervorgezogen und einen der Beamten mit Tötungsabsicht in Hals- und Nackenbereich gestochen. Das Opfer war stark blutend zu Boden gegangen. Der 25-Jährige hat anschließend versucht, einen zweiten Beamten anzugreifen, der daraufhin seine Waffe zog.

Gutachter: Zur Tatzeit schuldunfähig

Laut einem psychiatrischen Gutachten war der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt allerdings schuldunfähig. Die Staatsanwaltschaft will ihn in einer psychiatrischen Klinik unterbringen lassen. Darüber muss nun das Gericht entscheiden.

Der Beschuldigte befindet sich seit Monaten in der Maßregelvollzugs-Klinik in Brandenburg an der Havel, weil er laut Gutachten eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Gefährlicher Dienst

Polizisten werden immer häufiger selbst Opfer von Attacken.

1995 starb der Potsdamer Polizist Martin Heinze im Dienst. Er wurde im Kirchsteigfeld von einem Einbrecher mit einem Messerstich mitten ins Herz getötet. Der damals 46-jährige Polizeihauptmeister war der erste Brandenburger Polizist, der im Dienst ermordet worden ist.

2007 war ein Potsdamer wegen fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt worden: Er hatte den Polizisten Reinhold Hüpkes im August 2006 bei einer Verkehrskontrolle an der Schiffbauergasse umgefahren und lebensgefährlich verletzt. Der Fahrer hatte 1,58 Promille im Blut. Hüpkes konnte erst drei Jahre nach dem Vorfall wieder in den Vollzugsdienst zurückkehren.

Auch im Vorjahr gab es mehrere Angriffe auf Potsdamer Polizisten. Im November ging ein Mann auf einen Beamten los und verletzte ihn im Gesicht und an einer Hand. Der Polizist war zum Otto-Hahn-Ring gerufen worden, weil der Mann in der Wohnung randalierte.

Im September 2015 hatte ein Betrunkener in Drewitz zwei Polizisten mit einem Küchenbeil und einem Messer bedroht. Verletzt wurde niemand.

1121 Polizeibeamte wurden im Land Brandenburg 2013 im Dienst Opfer von Übergriffen. Laut Innenministerium waren das 56 mehr als im Jahr zuvor.

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Von MAZonline mit dpa

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