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Potsdam Mordprozess: 10 Jahre Haft für Michael A.
Lokales Potsdam Mordprozess: 10 Jahre Haft für Michael A.
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00:21 08.02.2018
Der tödliche Unfall bei Güterfelde. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam/Güterfelde

Im Prozess gegen Michael A. vor dem Potsdamer Landgericht ist das Urteil gesprochen worden. Der 63-Jährige muss wegen Mordes für zehn Jahre ins Gefängnis. Damit blieb Richter Theodor Horstkötter zwei Jahre unter der Forderung von Staatsanwalt Jörg Möbius. „Es lag bei dem Angeklagten eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit vor“, begründete Richter Hostkötter das geringere Strafmaß. Michael A. habe zum Zeitpunkt der Tat an einer depressiven Störung „mit schwerer Ausprägung“ gelitten. Gegen das Urteil kann nun innerhalb einer Woche Revision eingelegt werden.

Urteil im Mordprozess. Fahrer Michael A. (m.) soll seine Frau getötet haben. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der aus Russland stammende Michael A. war am ersten Weihnachtsfeiertag 2015 auf der Landesstraße 77 zwischen Güterfelde und Saarmund auf gerader Strecke mit einem weißen VW Up frontal gegen einen Straßenbaum gerast. Seine Ehefrau Anna A., die auf dem Beifahrersitz saß, starb bei dem Unfall. Michael A. überlebte schwer verletzt.

Gericht geht von Mord aus

Das Gericht wertete das Geschehen nicht als tragischen Unfall, sondern als Mord. Der 63-Jährige habe seine damals 57-jährige, aus Lettland stammende Ehefrau heimtückisch getötet. Bereits im Prozess war ausgeführt worden, dass es keine Bremsspuren gegeben hatte und Michael A. den Crash hätte vermeiden können. Mehrere Aussagen legten zudem nahe, dass der russische Altenpfleger und Psychiater Michael A. Suizid begehen und seine Frau mitnehmen wollte.

Michael A. sei „bewusst, geplant und absichtlich“ gegen den Baum gerast, so der Richter in seiner Urteilsbegründung. Zuvor hatte er seine Frau zu einem angeblichen Saunabesuch in der Therme Ludwigsfelde aus Potsdam abgeholt. Anna A. sei „arglos“ in das Auto gestiegen. „Sie war nicht bereit, Ihnen in den Tod zu folgen“, sagte der Richter in Richtung des Angeklagten. Diesen Umstand wertete das Gericht als „Heimtücke“ – das entscheidende Merkmal für einen Mord. Michael A. hatte dagegen vor Gericht angegeben, dass er nach dem Saunabesuch Kreislaufprobleme gehabt und kurz vor dem Unfall das Bewusstsein verloren habe. Außerdem berief er sich darauf, dass er bei dem Unfall einen Gedächtnisverlust erlitten habe. Beides hielt das Gericht für nicht glaubhaft. Vielmehr liege es nahe, dass Michael A. den Unfall bereits auf der Hinfahrt zur Sauna herbeigeführt habe.

Keine „niederen Beweggründe“

„Niedere Beweggründe“, die ein höheres Strafmaß zur Folge gehabt hätten, sah das Gericht nicht. „Das Motiv dieser Tat ist schwer festzustellen“, so der Richter. Im Mittelpunkt habe die Selbsttötung gestanden. Michael A. habe sich das Leben nehmen wollen und sich in einer Art „Tunnel“ befunden. Insofern sei der Suizid geplant gewesen. „Sie haben aber wahrgenommen, dass Ihre Frau mit im Auto saß“, so Richter Horstkötter zum Angeklagten. Deshalb sei das Handeln von Michael A. als vorsätzliche Tötung, letztlich als Mord zu bewerten.

Der 63-Jährige wird nach Verbüßung der Haft niemals mehr ein Auto selbst steuern dürfen. Die Fahrerlaubnis ist ihm lebenslang entzogen worden, weil das Gericht davon ausgeht, dass er jederzeit wieder in Selbsttötungsabsicht einen Unfall verursachen würde. Die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik sei aber nicht geboten, so das Gericht.

Von Jürgen Stich

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