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Potsdam Verändern Sie den Kosmos!
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13:34 06.01.2017
„Cast your Shadow“: Richard Oeckel (l.) und Marcel Bückner wollen mit ihren Xenorama-Kollegen den Kosmos zum Leuchten bringen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs, das Fritz Eisel einst am Rechenzentrum an der Breiten Straße verewigt hat. Wir alle kennen den bleichen Mond. Wir kennen die blaue Erde. Doch gibt es da noch mehr? Verglüht dort hinten nicht ein Stern? Ist das Sputnik, der da funkt? Ist der Raumanzug des Kosmonauten wirklich orange? Oder doch grün? Pink? Hey, zwinkert uns der Bursche etwa zu? Was ist hier real? Was Illusion? Sind wir in einer neuen Dimension gelandet? – Einer neuen Dimension der Kunst?

Xenorama machen möglich, wovon man nur träumen kann

Werden Sie Teil dieser Kunst! Gestalten Sie sie mit! Verändern Sie sie! Am 21. Januar ist das bei „Unterwegs im Licht“, dem ersten Open-Air-Festival des Jahres, möglich – und unbedingt erwünscht. Denn am Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum macht das Künstlerkollektiv Xenorama sichtbar und hörbar, was sonst nur in unseren Träumen möglich ist...

Die Zuschauer werden ein Teil der Kunst

„Cast your Shadow“ heißt die Show, mit der Xenorama die Potsdamer beschenken und berauschen, verblüffen und vergnügen wollen. Xenorama bringen Kinoprojektoren an ungewöhnliche Orte, die sie dann auf neuartige Weise in Szene setzen. Weil sie auf unebenen Flächen mit passgenauen Projektionen arbeiten, können sie das, was sonst auf ebener Leinwand passiert, ins Dreidimensionale übertragen und – wie bei „Cast your Shadow“ – auch ins Interaktive. Vereinfacht passiert am 21. Januar Folgendes: Das Kosmos-Mosaik dient als Leinwand und wird mit drei Beamern bespielt. Tritt ein Zuschauer in die Szene, erfasst ein Sensor seinen Schatten, seine Silhouette und sendet die entsprechenden Informationen in Echtzeit an die Beamer, die dann die Silhouette benutzen, um Ereignisse auf dem Mosaik auszulösen. So könnte sich die Weltkugel drehen, einzelne Mosaiksteine könnten aufleuchten oder dem Betrachter gar entgegen fliegen. Möglich ist das, weil Xenorama das Mosaik zuvor gescannt haben – sie kennen quasi jeden einzelnen Stein und können daher jeden einzelnen Stein auch manipulieren.

„Imago Caeli“ – Himmelsbilder: Beim Bremer Karneval spielten Xenorama mit den Kostümen von Stelzenläufern. Quelle: Norbert A. Mueller

Xenorama – das sind Marcel Bückner (29), Richard Oeckel (25) und Tim Heinze (30), die in Potsdam leben, und Lorenz Potthast (26) und Moritz Richartz (31) aus Bremen. Kennengelernt haben sich die Fünf in Studienzeiten, zusammen gefunden haben sie beim „Genius Loci“-Festival in Weimar 2014, wo sie das Ohm-Krüger-Haus und die Herder-Statue bespielten und damit so erfolgreich waren (es gab den Jury- den Publikumspreis!), dass sie nicht nur beschlossen zusammen zu bleiben, sie sackten auch einen aufsehenerregenden Folgeauftrag ein: Im Sommer 2015 bespielten Xenorama zum 300. Stadtgeburtstag das Karlsruher Schloss.

Inzwischen führen sie ihre Projekte um die halbe Welt: nach Spanien, Kanada und Indien, nach Tunesien, wo sie Ende 2016 am ersten Lichtfestival Afrikas überhaupt teilnahmen, und nach Groß Britannien. In London haben sie es auf die Shortlist des Lumen Prize, der die Besten der Besten auf dem Gebiet der Digitalkunst ehrt, geschafft.

„Oneironaut“ – der Traumreisende: Zum 300. Stadtgeburtstag bespielten Xenorama im Sommer 2015 das Karlsruher Schloss Quelle: Xenorama

„Wir verstehen uns als Künstler, gleichzeitig aber auch als Forscher und Entwickler“, sagt Marcel Bückner. Nichts, was Xenorama nicht anpacken. Egal, ob ausladend wie das Schloss Karlsruhe mit seiner 120-Meter-Spannweite oder klitzeklein wie eine Seifenblase...

Nachzuerleben sind die Arbeiten von Xenorama in einer Ausstellung im Rechenzentrum, die ebenfalls am 21. Januar eröffnet wird und nur wenige Tage zu sehen ist.

Potsdam – die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten

Wann sich Xenorama danach das nächste Mal in Potsdam austoben, steht derweil noch in den Sternen – dass es passieren wird, ist gewiss. Denn: „In Potsdam gibt es ohne Ende Möglichkeiten“, sagt Richard Oeckel. „In Potsdam steckt so viel Wandel, so viel Reibung – Reibung erzeugt immer Inspiration. Eine Stadt ohne Diskurs ist tot – und hier gibt es jede Menge Diskurs.“

„Kunstlicht“ im Rechenzentrum

Das Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum beteiligt sich an dem Fest „Unterwegs im Licht“ am Samstag, 21. Januar. Der Eintritt ist frei.

Von 17 bis 20 Uhr öffnen die Künstler unter dem Motto „Kreatives im Kunstlicht“ auf vier Etagen ihre Ateliers, Werkstätten, Studios und Büros. Höhepunkte sind dann die interaktive Mosaik-Illumination „Cast your Shadow“ von Xenorama, die Filminstallation „Über-Druck“ von Kombinat im Foyer und die Lichtinstallation „Tierköpfe“ von Gunter Schöne im Innenhof.

Von 18 bis 0 Uhr sind bei „Blicklichter“ weitere Lichtkunst-Projekte von Xenorama zu sehen – es sind auch einige Überraschungen versprochen. Zudem spielt das Duo Cayoux aus Weimar. Carlos Zessin mixt von den Kunstwerken inspirierte Cocktails. Die Werkschau ist außerdem am 22. sowie am 28. und 29. Januar zu sehen.

Um 20 Uhr schlägt die Stunde für „Die Kosmischen Könige“, die Lichtinstallation von Gregor Bartsch, an der Ecke Breite-/Dortustraße.

Um 21 Uhr legt DJ Phil Flash im „Discolicht“ auf.

Mehr von Xenorama gibt es im Internet auf www.xenorama.com nf

Von Nadine Fabian

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