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Vergiftetes Grundwasser in Babelsberg

Potsdam warnt vor Altlasten Vergiftetes Grundwasser in Babelsberg

Die Stadt warnt erneut vor der Nutzung von Grundwasser im sogenannten „Kleinen Industriegebiet“ in Babelsberg. Konkret handelt es sich um das Gebiet zwischen Großbeerenstraße, Weidendamm, Fritz-Zubeil-Straße, Nuthe, Horstweg, Heinrich-von-Kleist-Straße und An den Windmühlen – dort gab es zu DDR-Zeiten schmutzige Industrieanlagen.

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Das Grundwasser in „Kleinen Industriegebiet“ Babelsberg ist ungenießbar. Das haben Untersuchungen jetzt bestätigt.

Quelle: Greulich

Babelsberg. Die Landeshauptstadt Potsdam warnt weiterhin vor der Nutzung von Grundwasser im sogenannten „Kleinen Industriegebiet“ in Babelsberg. Eine entsprechende Verfügung ist im jüngsten Amtsblatt veröffentlicht worden. Konkret handelt es sich um das Gebiet zwischen Großbeerenstraße, Weidendamm, Fritz-Zubeil-Straße, Nuthe, Horstweg, Heinrich-von-Kleist-Straße und An den Windmühlen.

Ehemalige „Dreckschleudern“ in Babelsberg

Hintergrund: Auf dem Gelände der ehemaligen chemischen Reinigung in der Fritz-Zubeil-Straße 30, dem ehemaligen Propangerätewerk in der Fritz-Zubeil-Straße 17, der Dentaltechnik in der Großbeerenstraße 107–121 sowie der Daniel Messtechnik in der Gartenstraße 2–12 waren nach der Wende starke Belastungen des Grundwassers mit leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) festgestellt worden. Diese haben eine krebserregende und giftige Wirkung. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit hatte die Landeshauptstadt deshalb im Jahr 2002 die Nutzung des Grundwassers zum Beispiel als Trinkwasser oder zum Bewässern von Nutzpflanzen in dieser Region untersagt.

Stadt hat zwar saniert – der Erfolg blieb bescheiden

Nach Angaben der Stadt konnte durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren eine deutliche Verringerung der Schadstoffbelastungen erreicht werden, auch werde die Entwicklung der Grundwasserkontamination fortlaufend bewertet. Durch die jüngsten Untersuchungen im Herbst 2015 wurde allerdings zweifelsfrei belegt, dass bis zum aktuellen Zeitpunkt sowie über weitere Jahre hinaus, eine starke Belastung des Grundwassers vorliegt bzw. vorliegen wird.

In der Begründung zum Nutzungsverbot schreibt die Stadt: „Eine umfassende Sanierung des Grundwassers, die eine Nutzung ohne Einschränkungen zuließe, kann in dem weiträumigen Abstrombereich der Quelle, der von der Grundwasserverunreinigung mit LCKW betroffen ist, in absehbarer Zeit nicht realisiert werden.“ Daher sei eine signifikante Verringerung der bestehenden Gefährdung mittelfristig nicht absehbar. Bei Annahme einer vollständig unterbrochenen Nachlieferung aus dem Quellbereich ist von einer mittel- bis langfristigen Gefährdung über einen Zeitraum von mindestens 50 Jahren auszugehen.

Versorgung mit sauberem Trinkwasser dennoch gewährleistet

Die Stadt bekräftige zugleich, dass „die Versorgung mit gesundheitlich einwandfreiem Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz abgesichert“ sei, so dass keine Notwendigkeit zur Nutzung des Brunnenwassers bestünde.

Der aktuelle Sanierungsverlauf sowie die Untersuchungsberichte können bei der Landeshauptstadt Potsdam, Bereich Umwelt und Natur, eingesehen werden.

Von Jens Trommer

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