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Potsdam Verkehr der Zukunft in Potsdam: Busse ohne Busfahrer
Lokales Potsdam Verkehr der Zukunft in Potsdam: Busse ohne Busfahrer
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07:36 27.04.2018
So sieht der autonome Kleinbus – hier noch mit Fahrer – aus. Quelle: FH Potsdam
Bornstedter Feld

Das Bornstedter Feld mischt in Sachen Verkehrsinnovation eventuell bald international ganz vorn mit: Schon 2019 könnte ein Mikro-Bus den Testbetrieb aufnehmen, der zuerst noch von einem Fahrer gesteuert und dann bis 2022 schrittweise automatisiert wird. Dann könnte das leicht kastenförmige Kleingefährt der Straßburger Firma Lohr, das bereits im Herbst in Potsdam vorgestellt wurde, völlig autonom durch die Straßen des 11.000-Einwohner-Neubaugebiets im Norden fahren. Sprich: ohne Buslenker; dafür ausgerüstet mit Sensoren, mit denen das Fahrzeug Passanten und entgegenkommende Fahrzeuge erkennt. Während die ersten Prototypen derzeit nur in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind, soll sich das Tempo perspektivisch auf 30 Stundenkilometer steigern.

Das Bornstedter Feld hat mittlerweile 11.000 Einwohner. Quelle: Lutz Hannemann

„Ich könnte mir vorstellen, dass der autonome Mikro-Bus auf Strecken im Bornstedter Feld fährt, die man gezielt unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen auswählt“, erklärte Michael Ortgiese, Professor im Fachgebiet Verkehrswesen an der Fachhochschule (FH) Potsdam, bei der Vorstellung des Projekts am Donnerstagabend. Der CDU-Stadtbezirksverband Innenstadt hatte zur Bürgerdiskussion zum Thema „Neue Verkehrskonzepte für Bornstedt“ eingeladen.

Shuttle-Service zu Tramhaltestellen

Der autonom fahrende Mikro-Bus kann – so die Hoffnung von Stadtbezirkschef Matthias Finken – mittelfristig auch zu einer Reduzierung des Autoverkehrs im Viertel führen. Denn: Das kleine Elektro-Vehikel soll mit dem Verkehrsnetz des öffentlichen Personennahverkehrs verbunden werden, also eine Art Shuttle-Service zu Tramhaltestellen sowie zu Car-Sharing-Einrichtungen und Radstationen darstellen. Der Bus könnte über eine eigene App gerufen werden.

Momentan gibt es in Deutschland etwa fünf Projekte mit autonomen Fahrzeugen – eines davon auf dem Berliner Charité-Gelände. Anders als in Potsdam sind dort aber vorerst keine Nahverkehrsanbindungen geplant, sie konzentrieren sich rein auf die Technologieentwicklung. Um etwas Vergleichbares zu finden, muss man nach Asien schauen: Ein Vernetzungsprojekt mit dem Nahverkehr soll – auch bis 2022 – beispielsweise in Singapur realisiert werden, sagte Ortgiese.

In Potsdam läuft das Projekt unter dem Kürzel „MaaS4P“ – „Mobility as a Service for Potsdam“ (Mobilität als eine Dienstleistung für Potsdam). Derzeit befindet sich das futuristisch anmutende Transportmodell bis November 2018 in der einjährigen Konzeptionsphase. Das Bundesforschungsministerium hat dafür 100.000 Euro bewilligt. Gibt das Ministerium auch für einen zweiten Förderantrag grünes Licht, startet im Laufe des nächsten Jahres die Testphase.

Wie viele Busse werden benötigt?

Aus Ortgieses Sicht ist das Bornstedter Feld bestens geeignet: „Hier kann man die notwendigen technischen Sicherheitsvorkehrungen treffen.“ Außerdem ist der Zubringer-Bedarf zu den ÖPNV-Knotenpunkten groß. Besonders im Norden des Quartiers sind die Fußwege bis zur Tram relativ weit, was die Anwohner vermehrt das Auto nutzen lässt. Derzeit beschäftigen sich die Wissenschaftler mit Fragen wie: Wie viele Busse braucht man, um das Wohngebiet abzudecken? Wie sieht die fahrplanmäßige Verknüpfung mit dem Nahverkehr aus? Ungeklärt ist auch noch, wie die Zulassung eines vollautomatischen Fahrzeugs aus rechtlicher Sicht funktioniert.

Das Bornstedter Feld in Potsdam, hier die Erich-Mendelsohn-Allee. Quelle: Bernd Gartenschläger

Ein vielversprechendes Vorhaben ist es auf alle Fälle für die Potsdamer Verkehrsbetriebe (ViP). Sie sind Kooperationspartner bei dem Projekt. „Solche Bussysteme werden die Zukunft sein – deshalb sind wir froh, dass wir mit entsprechenden Partnern mit Know-How kooperieren können“, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Martin Grießner.

Von Ildiko Röd

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