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ViP verkauft Tatras nach Ägypten

Verkehr in Potsdam ViP verkauft Tatras nach Ägypten

Der Potsdamer Verkehrsbetrieb rüstet technisch auf und ab. Wegen der neu in Dienst gestellten Vario-Straßenbahnen war kein Platz mehr für neun hoch betagte Tatra-Züge. Sie wurden jetzt für wenig Geld nach Alexandria in Ägypten verkauft, wo bereits diverse Uraltbahnen verschiedenster Herkunft verkehren.

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Die sehr bekannte Obelisk-Bahn ist eine von neun Tatra-Zügen, die der Potsdamer Verkehrsbetrieb ins ägyptische Alexandria verkauft hat.

Quelle: ViP

Am Stern. Ab nach Alexandria! Die Verkehrsbetriebe (ViP) haben neun Tatra-Bahnen nach Ägypten verkauft. Wirklich Geld verdient hat das Potsdamer Unternehmen mit dem „symbolischen Preis“ nicht, aber eine Menge Geld gespart, denn die Bahnen wären sonst verschrottet worden. Sie waren die ältesten Modelle der tschechischen KT4D-Reihe, die seit 1978 in Potsdam fährt. Die Transportkosten bezahlt die Gesellschaft A.P.T.A. aus Alexandria, die das älteste Straßenbahnnetz Afrikas betreibt und rund 240 Züge im 32 Kilometer langen Normalspurnetz zu laufen hat. Die 99 im Jahre 1972 aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen importierten Bahnen fahren auch fast alle noch.

Die aus dem 1972 geschlossenen Verkehrsbetrieb von Kopenhagen importierten Duewag-Züge laufen fast alle noch immer auf den Straßen Alexandrias

Die aus dem 1972 geschlossenen Verkehrsbetrieb von Kopenhagen importierten Duewag-Züge laufen fast alle noch immer auf den Straßen Alexandrias.

Quelle: Wikimedia

Mit der letzten Auslieferung der Variobahn 438 im letzten Jahr und der anstehenden Combinoverlängerung wird es eng auf dem Betriebshof der Verkehrbetriebs in Potsdam. Der versuchte, die neun ältesten Züge zu verkaufen, wie man es schon mit Rumänien gemacht hatte. Doch die Nachfrage war gering. Über einen Mittler aus Osteuropa gehen die Tatras nun doch an einen neuen Betreiber.

Zwölf weitere Tatras sollen nach Auskunft des technischen ViP-Geschäftsführers Oliver Glaser in den nächsten zwei Jahren grundinstandgesetzt werden und erhalten eine neue Hauptuntersuchung, den TÜV für die Straßenbahn. Damit können sie weitere Jahre und 500000 Kilometer im Netz bleiben zur Spitzenabdeckung, bis der ViP dann in den 20er Jahren auch diese Taras dann durch Niederflurfahrzeuge ersetzen kann.

Die wegen der hohen Treppeneinstiege für Kinderwagen und Rollstühle ungeeigneten Tatras vom Prager Hersteller CKD sind bereits mehrfach modernisiert worden. Ab 1998 kamen die niederflurigen Combino-Bahnen von Siemens dazu und dann die gleichfalls niederflurigen Vario-Bahnen von Stadler.

Der öffentliche Personennahverkehr in Alexandria wird im Wesentlichen von Vorortbahnen und einem ausgedehnten Straßenbahnnetz getragen. Die Straßenbahnen werden von der Gesellschaft A.P.T.A. betrieben und unterteilen sich in ein innerstädtisches (City line) und ein Vorortverkehrsnetz (Ramleh line). Des Weiteren wird der Nahverkehr von dieselgetriebenen und CNG (Gas) Linienbussen, privaten Minibussen und Sammeltaxis bewältigt, die sich die Fahrspuren mit dem Individualverkehr teilen.

Die Straßenbahn von Alexandria ist seit 1863 in Betrieb, die in der Hauptstadt Kairo seit 1886.

Zu ihren Besonderheiten gehören mehrere doppelstöckige Steuerwagen; Doppelstocktrams, früher in vielen Ländern des British Empire verbreitet; die fahren jetzt sonst nur noch in Hongkong und Blackpool.

Gegründet wurde die Straßenbahn in Alexandria auf Initiative und mit Unterstützung britischer Kaufleute. Erst nach dem Ende der Regierungszeit des Gouverneurs Muhammad Said Said Pascha im Jahre 1860 war es möglich, die Erlaubnis für den Bau und Betrieb einer Straßenbahn zu erhalten. Noch im selben Jahr wurde die Konzession am 16. August 1860 dem britischen Kaufmann Sir Edward John erteilt.

Am 8. Januar 1863 wurde die erste Strecke eröffnet. Zunächst wurden die Wagen von Pferden gezogen. Fast drei Jahrzehnte später, ab August 1898 wurden Dampflokomotiven eingesetzt. Schon vier Jahre danach kamen ab 1902 die ersten elektrischen Fahrzeuge auf die Schienen.

Mit der Elektrifizierung stieg das Fahrgastaufkommen enorm an, auch, weil die Linien verlängert wurden und neue hinzukamen.

Von Rainer Schüler

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