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Potsdam Verkehrsclub droht Potsdam mit Klagen
Lokales Potsdam Verkehrsclub droht Potsdam mit Klagen
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13:37 28.03.2016
Die Zeppelinstraße ist chronisch von Stau geplagt. Die Stadt plant, die Trasse zu verengen und Bussen und Fahrrädern mehr Platz zu verschaffen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Brandenburger Vorstadt

Der Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) übt scharfe Kritik an der Entscheidung der Potsdamer Stadtverwaltung, die für Herbst geplante Verengung der Zeppelinstraße auf das Jahr 2017 zu verschieben. „Die Luftschadstoffwerte, insbesondere beim Stickstoffdioxid, sind in der Straße sehr hoch. Mit Gefährdungen für alle Menschen, die sich außerhalb ihres Autos auf oder nahe der Straße aufhalten, ist zu rechnen“, sagt Marc Nellen, Landesvorsitzender des VCD. „Wenn der lange vorbereitete Versuch tatsächlich auf das Jahr 2017 verschoben werden soll, überlegen wir, ob wir nicht die Anwohner auf ihr Recht hinweisen, Klage gegen die Stadt Potsdam zu erheben. Der Gesundheitsschutz darf nicht zum Spielball politischer Interessen werden“, so Nellen.

Geht es um den Wahlkampf des mittelmärkischen Landrats?

Der Funktionär spielt damit auf Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) an, der sich im September erneut zur Wahl stellen will. Blasig hatte jüngst erklärt, dass die Verengung der Zeppelinstraße auf drei Spuren erst umgesetzt werden könne, wenn das Bus-Angebot entsprechend verstärkt sei. Dies sei aber erst mit dem Fahrplanwechsel von Havelbus im Dezember möglich. Beobachter vermuten dagegen, dass Blasigs Parteifreund, Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), die Wiederwahl des Landrats durch die in Mittelmark als unpopulär geltende Straßenverengung nicht gefährden möchte und dies der eigentliche Grund der Verschiebung ist.

VCD: Das Umland hatte Zeit genug

„Das Argument, man müsse noch Abstimmungen mit den Umlandgemeinden führen, trägt nicht. Letztlich ist es auch der Verkehr des Umlands, der zu den hohen Luftschadstoffbelastungen in Potsdam führt“, hält VCD-Chef Nellen entgegen. „Die Gemeinden hatten genügend Zeit, den Busverkehr von und nach Potsdam zu verstärken. Die fehlende Bereitschaft, hierfür auch die Kosten zu tragen, darf nicht zu Lasten der Potsdamer Bevölkerung gehen“, so Nellen.

Der Start des Modellversuchs am Übergang Sommerferien/Schuljahresbeginn sei sehr bewusst so gewählt worden, weil so erste Erfahrungen noch in den Ferien gesammelt werden könnten und Feinjustierungen, zum Beispiel bei den Ampelschaltungen, bis zum Schulbeginn noch möglich wären. Bis zum November/Dezember bliebe dann Zeit, die Tram- und Buslinien entsprechend zu verstärken, wenn Pendler und Alltagsfahrer wieder vom Rad auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.

Von MAZ online

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