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Potsdam Verkürztes Wohnen im Studentenwohnheim?
Lokales Potsdam Verkürztes Wohnen im Studentenwohnheim?
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21:15 06.06.2018
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch und Potsdams Bau-Beigeordneter. Quelle: Christin Iffert
Innenstadt

„Wohnraum darf nicht vom Glück abhängen“, sagt HPI-Student Simon Dietz. Doch die Wohnsituation ist für Potsdams Studierende ernüchternd. Auf rund 25 000 Studenten kommen 2231 Zimmer in Wohnheimen. Die Vergabe ist ein Glücksspiel. Alternativen gibt es im angespannten Wohnungsmarkt kaum. Der Leerstand geht gegen Null, vereinzelte WG-Zimmer oder Wohnungen sind teuer. Probleme und mögliche Zukunftsaussichten wurden Dienstagabend beim Podiumsgespräch im Bildungsforum der Initiative „Unter Dach & Fach“ der Potsdamer Studentenvertretung Asta unter anderem mit Wissenschaftsministerin Martina Münch diskutiert.

Angesichts der prekären Lage und einer Versorgungsquote von nicht einmal neun Prozent schließt der Geschäftsführer des Studentenwerks Potsdam eine Verkürzung der Wohndauer in Studentenwohnheimen nicht aus. „Ich weiß, dass ich mir damit keine Freunde mache, aber wenn sich die Lage nicht entspannt, müssen wir darüber nachdenken, von acht Semestern runter zu gehen“, sagte er. Von 5000 Anfragen könnten keine 900 positiv beschieden werden und letztlich gehe es um „Chancengleichheit“. Die Regelstudienzeit eines Bachelorstudenten beträgt sechs Semester, bisher gibt es zwei weitere als Puffer. Masterstudenten, die insgesamt mindestens zehn Semester studieren, müssen also zwangsläufig Alternativen suchen. Rund 250 Euro zahlen Studenten im Wohnheim für ein Zimmer. Auf dem freien Markt gibt es indes immer mehr Anbieter, die studentische Zimmer zu horrenden Preisen zwischen mehr als 400 und 550 Euro anbieten. Im BAföG werden aber lediglich 250 Euro veranschlagt.

Die Studenten haben mit einer Zelt-Demo vor Beginn der Podiumsdiskussion auf die Wohnungsnot aufmerksam gemacht. Quelle: Bernd Gartenschläger

Studentenwerk darf Kredite nur vom Land aufnehmen

Die Studenten fordern Lösungen, denn die Wohnfrage ist für sie eine Bildungsfrage. Martina Münch betonte, dass bereits Millionen investiert wurden, zuletzt in den Standort Golm, in dem gut 300 Plätze bald eine Entspannung bringen sollen. „Wir dürfen nicht stehen bleiben. Manche Dinge brauchen aber einen Vorlauf“, sagte sie. Das Studentenwerk selbst darf eigenständig keine geförderten Kredite bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufnehmen. „Wenn wir bauen wollen, dann sind wir darauf angewiesen, dass uns das Land Kredite zur Verfügung stellt“, erklärte Studentenwerk-Chef Heiß – zu ungünstigeren Konditionen. Dass es dabei bleibt, machte Martina Münch deutlich. Das Ziel sei es nicht, mehr Kredite aufzunehmen – schon aus Gründen der Haftung, wenn „etwas in die Binsen geht“. Sie wolle die Kontrolle behalten.

Sozialwohnungen bald auch für Studenten?

Bezüglich weiterer Finanzmittel für studentisches Wohnen sieht die Ministerin das Bauministerium in der Pflicht, denn „das sollten wir beim sozialen Wohnungsbau mit andocken“. Dass Studenten sozialen Wohnraum beziehen könnten, ist eine Strategie, die Potsdams Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bauen Bernd Rubelt in die Diskussion brachte. Studierende würden einen Wohnberechtigungsschein erhalten und kämen damit für Sozialwohnungen in Frage. „Wir wollen diesen Markt generell ausweiten. Der Ansatz wäre eine zusätzliche Möglichkeit, Flexibilisierung schaffen zu können“, sagte Rubelt. Mit dem BAföG-Bescheid sei bereits ermittelt worden, dass es den Bedarf gebe, ergänzte Martina Münch. Die Konkurrenzsituation im sozialen Wohnen, das perspektivisch 20 Prozent in Potsdam ausmachen soll, wäre damit verschärft.

Simon Dietz sieht das Land in der Pflicht, endlich zu handeln.   Quelle: Christin Iffert

Student Simon Dietz (21) sieht Bund und Land in der Pflicht. „In Brandenburg haben wir die kuriose Situation, dass sich die Landesregierung das Soziale auf die Fahne schreibt, für Studierende aber wenig tut“, sagte er. Letztlich sei es zu kurz gedacht, Studenten lediglich auszubilden und nicht langfristig an das Land und die Städte zu binden.

Von Christin Iffert

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