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Verpflegungspunkt am Griebnitzsee

Supermarathon zum Gedenken an Maueropfer Verpflegungspunkt am Griebnitzsee

Zum fünften Mal betreut das Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte am Sonnabend am Griebnitzsee in Potsdam-Babelsberg einen Verpflegungspunkt des 100-Meilen-Mauerweglaufs. Mit dem Supermarathon rings um das einstige West-Berlin wird seit 2011 zum Jahrestag des Mauerbaus der Opfer gedacht.

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Manfred Kruczek, Heike Roth (l.) und Ingrid Poppe an der Babelsberger Mauergedenkstätte am Griebnitzsee.

Quelle: Christel Köster

Potsdam/Babelsberg. Der Verpflegungspunkt 15 des 100-Meilen-Mauerweglaufs am kommenden Sonnabend liegt in eier Sackgasse. Zum fünften Mal in Folge halten die Ehrenamtlichen des Forums zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte auf Kilometer 90 des Supermarathons nahe der Babelsberger Stubenrauchstraße an den letzten erhaltenen Mauersegmenten am Griebnitzsee eine Erfrischung für die vielen 100 Teilnehmer des Supermarathons bereit.

Gegen 11.30 Uhr werden die Helfer um Heike Roth und Manfred Kruczek den Verpflegungspunkt aufbauen. Die Einzelläufer sind dann nach dem Start um 6 Uhr im Jahn-Sportpark bereits fünfeinhalb Stunden, die Staffelläufer nach dem Start um 7 Uhr schon viereinhalb Stunden unterwegs. Der Verpflegungspunkt wird bis Mitternacht geöffnet sein: „Gerade die letzten Läuferinnen und Läufer benötigen dabei in den Nachtstunden auch unsere mentale Hilfe, um im Limit von 30 Stunden die ,restlichen’ 70 Kilometer bis zum Ziel zu bewältigen“, sagt Kruczek.

Erstmals wurde der Mauerweglauf 2011 zum 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer ausgerichtet. Schirmherr ist der einstige DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann. 100 Läufer traten zur Premiere an, mittlerweile sind es fast 1000 Starter. Rekordhalter sind der Brite Mark Perkins, der das einstige West-Berlin 2014 in 13.06 Stunden umrundete, und die Berlinerin Patricia Rolle, die für die Distanz ein Jahr später 15.57 Stunden brauchte.

Der Mauerweglauf „100 Meilen gegen das Vergessen“ ist den Opfern des Grenzregimes gewidmet. Laut Stiftung Berliner Mauer kamen zwischen 1961 und 1989 mindestens 138 Menschen an der Grenze ums Leben, darunter 100 DDR-Bürger bei Fluchtversuchen. Die Medaille für erfolgreiche Teilnehmer trägt in jedem Jahr das Konterfei eines anderen Maueropfers. In diesem Jahr ist der Lauf Dorit Schmiel gewidmet, die 1962 bei einem Fluchtversuch nach Reinickendorf tödlich verletzt wurde.

In Potsdam gibt es neben dem Griebnitzsee Verpflegungspunkte am Schloss Sacrow, in der Revierförsterei Krampnitz und an der Meierei im Neuen Garten. Die Station in der Stubenrauchstraße wird vom Forum traditionell mit Unterstützung durch den Verein „Griebnitzsee für alle“ betreut. „Dort, wo nach dem Mauerfall bis 2008 der ehemalige Todesstreifen von allen ungehindert als Mauerweg betreten werden konnte, stehen inzwischen neue Barrikaden“, sagt Kruczek: „Sie wurden von einigen wenigen Anwohnern des Griebnitzsees errichtet. Die von der Landeshauptstadt angestrebte Durchgängigkeit des gesperrten Uferweges als Mauerwegs ist das gemeinsame Etappenziel für eine würdige und lebendige Erinnerungskultur.“

Von Volker Oelschläger

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