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Versteckt, aber oho: Die Wassersportler der Uni

Zu Hause in der... Templiner Vorstadt Versteckt, aber oho: Die Wassersportler der Uni

Malerisch gelegen ist das Wassersportzentrum der Uni Potsdam. Leicht zu finden sind Bootshalle und Anleger auf Hermannswerder allerdings nicht. Wer sich aber einmal durchs Dickicht geschlagen und an den spröden Charme der DDR-Zweckbauten gewöhnt hat, kommt gern wieder, denn die Kurse sind vielfältig und für Studenten besonders günstig.

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Auf Hermannswerder befindet sich das Wassersportzentrum der Uni Potsdam, hier findet auch das Wassersportfest statt.

Quelle: Thomas Roese/UP

Templiner Vorstadt. Das Wassersportzentrum der Universität Potsdam auf Hermannswerder zu finden, ist kein leichtes Unterfangen. Von der über die Insel führenden Hauptstraße geht nur ein kleiner Schotterweg ab, Büsche und Bäume hängen darüber. Kein Hinweisschild verrät, welch malerischer Anleger sich hier verbirgt. „Wenn wir Veranstaltungen haben, hängen wir Luftballons als Wegweiser auf“, verrät Anika Teickner von Zentrum für Hochschulsport, „und hoffen, dass die vorbeigehenden Kinder sie nicht stibitzen.“ Auch manchem Studenten mag die Lage als Ausrede für eventuelles Zuspätkommen dienen. Doch zum „Wassersportobjekt“, wie das Areal im offiziellen Verwaltungsjargon heißt, kommen die Studierenden zumeist freiwillig. Hier können sie für wenig Geld die imposante Havellandschaft in und um Potsdam erkunden, unter Zuhilfenahme unterschiedlichster Sportgeräte, vom klassischen Ruderboot bis zur hippsten Trendrequisite.

Das „Objekt“ besteht im Wesentlichen aus einem hölzernen Bootsanleger, ein paar Vorhaltegestellen für Kajaks, Kanus und Boote im Freien sowie einer großen Halle, die noch zu DDR-Zeiten errichtet wurde. In der Halle wird der größte Teil der Sportgeräte aufbewahrt: Surfbretter, Segel, verschiedene Wasserfahrzeuge, Schwimmwesten und Neopren-Anzüge. Außerdem ist hier eine Werkstatt untergebracht, ein Seminarraum, in dem Sportwissenschaftsstudenten unterrichtet und Kursteilnehmer geprüft werden, Umkleidekabinen und Sanitäranlagen. Auf Duschen müssen die Wassersportler allerdings bisher verzichten. Sie sollen kommen, eines Tages. Aber das kann noch dauern.

Die Halle stammt noch aus DDR-Zeiten

Die Halle stammt noch aus DDR-Zeiten.

Quelle: Marcel Kirf

Einiges ist hier in die Jahre gekommen. Das Hauptgebäude übernahm die Uni nach der Wende von der Pädagogischen Hochschule. Trotz der Naturidylle, „der Standort befindet sich in einer Art Dornröschenschlaf“, so Julia Schoenberner, Teickners Kollegin vom Zentrum für Hochschulsport. Sanierung und Umbau sind in Planung. „Wenige Maßnahmen schon könnten helfen, es hier viel schöner zu machen“, ist sie sich sicher, „hier ist noch viel rauszuholen“. Weitere Veranstaltungen seien denkbar, eine Snackbar würde die Attraktivität des Ortes steigern und vielleicht dafür sorgen, dass die Studierenden nach dem Sport noch etwas länger zusammensitzen.

Das ganze, rund 2000 Quadratmeter große Gelände auf Hermannswerder teilt sich das Zentrum für Hochschulsport mit den Sportwissenschaftlern und dem Universitätssportverein. Nur ein Streifen am Wasser gehört der Uni selbst, der Rest ist von der Hoffbauer-Stiftung gepachtet. Während der Verein hauptsächlich Segler anzieht und die Spo-Wis im Rahmen ihrer Ausbildung herkommen, können Studis und Uni-Mitarbeiter die Kurse beim Zentrum für Hochschulsport in ihrer Freizeit buchen. Das ist zwar kostenpflichtig, aber mit Preisen zwischen 20 und 40 Euro pro Semester ein unschlagbares Schnäppchen. Für diese Gebühr kann man 14 Wochen lang windsurfen, in Boot oder Katamaran segeln, sich im Stand-Up-Paddling versuchen oder im Drachenboot-Team mitkämpfen.

Anika Teickner (l) und Julia Schoenberner vom Zentrum für Hochschulsport

Anika Teickner (l.) und Julia Schoenberner vom Zentrum für Hochschulsport.

Quelle: Marcel Kirf

Fünfzig verschiedene Kurse bietet das Zentrum an, sogar den Bootsführerschein für Binnengewässer und Segelscheine kann man hier erwerben. Derzeit besonders gefragt ist das Stand-Up-Paddling. Bei dieser seit einigen Jahren auch in Deutschland betriebenen Sportart steht man aufrecht auf einem Surfbrett und bewegt sich mithilfe eines Stechpaddels über das Wasser. Auf exotische (und auch ein bisschen gefährliche) Sportarten wie Kanu-Polo hingegen herrscht nicht solch ein Run, aber insgesamt sind die Trainer ausgelastet. Für viele Kurse gibt es Wartelisten.

Genutzt wird das Wassersportzentrum ausschließlich im Sommersemester, zwischen April und Oktober. Im Winter widmet sich Boots- und Hallenwart Björn Grupe Reparaturen und der Grundstückspflege. Auch der hölzerne Steg ist in dieser Zeit abgebaut und eingelagert.

Von A wie Aerobic bis Z wie Zumba

Der Hochschulsport der Universität Potsdam bietet von A wie Aerobic bis Z wie Zumba 850 Kurse in über 100 unterschiedlichen Sportarten an. 240 Übungsleiter trimmen die Kursteilnehmer. Mehr als 13400 Buchungen sind derzeit verzeichnet.

Im Wassersport gibt es 50 Kurse. 677 von 747 möglichen Plätzen sind derzeit vergeben. Davon wurden 479 Plätze von Studierenden gebucht.

Teilnehmen an den Kursen können neben den Studierenden der Uni, der FH Potsdam, der Filmuniversität und der übrigen Hochschulen des Landes auch Azubis und Schüler. Die Kurse stehen zudem den Beschäftigten und Alumni der genannten Einrichtungen und der kooperierenden außeruniversitären Einrichtungen offen. Geben es die Kapazitäten her, sind in den meisten Kursen auch Gäste willkommen.

Selbst Quidditch – ja, der Sport aus dem Harry-Potter-Universum – wird seit etwa 10 Jahren angeboten. Selbstverständlich in einer abgewandelten Form, denn fliegen können die Hochschulsportler (noch) nicht.

Von Marcel Kirf

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