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Vertrauensbruch: Leiter der Oberlinklinik beurlaubt

Oberlinhaus entlässt führende Mitarbeiter Vertrauensbruch: Leiter der Oberlinklinik beurlaubt

Im Potsdamer Oberlinhaus gärt es: Wie das diakonische Traditionsunternehmen mitteilt, hat es den Leiter der Oberlinklinik mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Arzt, der in den nächsten Monaten an das städtische Bergmann-Klinikum wechseln wollte, aber noch im Oberlin-Dienst steht, habe versucht, Kollegen abzuwerben – ein Vertrauensbruch.

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Das Oberlinhaus in Babelsberg blickt auf eine beinahe 150-jährige Tradition.

Quelle: Oberlinhaus

Babelsberg. Das Oberlinhaus hat mit sofortiger Wirkung den ärztlichen Leiter der Oberlinklinik und Chefarzt der Abteilung Wirbelsäulen- und Beckenchirurgie beurlaubt. Das teilte das diakonsiche Unternehmen am Freitagnachmittag mit. Man habe Kenntnis davon erhalten, dass der Arzt an einer Informationsveranstaltung des Klinikums „Ernst von Bergmann“ teilgenommen habe. „Hier hat er als Vortragender aktiv Mitarbeitende der Oberlinklinik zum Wechsel des Arbeitgebers angesprochen“, heißt es in der Mitteilung des Oberlinhauses. „Wir sahen uns gezwungen, sofort arbeitsrechtliche Schritte einzuleiten“, so Andreas Koch, Kaufmännischer Vorstand im Oberlinhaus und Geschäftsführer der Oberlinklinik. Matthias Fichtmüller, der Theologische Vorstand des Oberlinhauses, sprach von einem „Vertrauensbruch, der nicht mehr reparabel ist“.

Wie berichtet, wollte Chefarzt Axel Reinhardt in den kommenden Monaten ans städtische Klinikum wechseln, stand aber noch in Diensten des Oberlinhauses, das sich von zwei weiteren Mitarbeitern trennt – ebenfalls, weil das Vertrauen gebrochen wurde und das Verhältnis nun als zerrüttet gilt. Die beiden Mitarbeiter sollen in den vergangenen Monaten vertrauliche Daten an Dritte weitergegeben haben, begründet das Unternehmen.

„Angesichts der jüngsten Berichterstattungen und Spekulationen über die Situation der Oberlinklinik kam gestern, am 7. Dezember 2017, der Aufsichtsrat des Oberlinhaus zu einer Sondersitzung zusammen“, heißt es in der jüngsten Mitteilung. Und weiter: „Die Mitglieder zeigten sich irritiert über die öffentliche Darstellung und angeblichen Gerüchte um die erfolgreiche orthopädische Klinik.“ Wie berichtet, setzt der zunehmende Wettbewerb mit den Berliner Krankenhäusern die Potsdamer Gesundheitsunternehmen unter Druck. So sind die Oberlinklinik und das städtische Ernst-von-Bergmann-Klinikum bereits länger miteinander im Gespräch darüber, wie man sich künftig gegen die Konkurrenz aus der Hauptstadt aufstellen könnte – zum Beispiel durch Kooperationen. Dass sich im Zuge der Abstimmungsgespräche mit dem Bergmann-Klinikum hinter den Kulissen ein Verkauf der Oberlinklinik anbahnt, dementierte das Oberlinhaus. Das wurde nun mit Bekanntwerden der Personalien wiederholt. „Wir bekräftigen die Position, dass die Oberlinklinik nicht zum Verkauf steht“, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Kwaschik am Freitag mit. Den vielen Leistungsträgern der Klinik in ärztlichen, pflegerischen und anderen Bereichen spreche der Aufsichtsrat ausdrücklich sein Vertrauen aus. „Die erfolgreiche und bundesweit anerkannte Arbeit im Geschäftsfeld Gesundheit wird das Oberlinhaus mit seinen engagierten Mitarbeitenden weiter fortsetzen.“

Mit mehr als 1800 Beschäftigten ist das Oberlinhaus der drittgrößte Arbeitgeber in Potsdam.

Ein Haus mit beinahe 150 Jahren Geschichte

Der Oberlinverein wurde 1871 in Berlin zur Betreuung von Kindern gegründet. 1874 wurden in Nowawes, das heute zu Potsdam gehört, eine Kleinkinderschule und ein Lehrerinnenseminar sowie 1878 eine Poliklinik eröffnet, 1886 begann die Arbeit mit Behinderten.

Namensgeber des Sozialträgers ist der elsässische Pfarrer und Sozialreformer Johann-Friedrich Oberlin (1740-1826).

Das diakonische Unternehmen hat heute 13 Tochtergesellschaften.

Von Nadine Fabian

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