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Verwirrung um weiße Kapuzen

Potsdam Verwirrung um weiße Kapuzen

Ein gewisser Danilo Krause will am Freitag angeblich einen Potsdamer Ableger des US-amerikanischen Ku-Klux-Klans gründen. Das sorgt nicht nur bei Polizei und Staatsanwaltschaft für Verwirrung. Von einem Schwindel über einen verwirrten Gründer bis zu einer wirklichen Veranstaltung ist theoretisch alles möglich. Der Polizei liegt keine Anmeldung vor.

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Weiße Kapuzen und brennende Kreuze kennzeichnen den Ku-Klux-Klan – hier eine Aufnahme aus den USA im Jahr 1921.

Quelle: Wikipedia

Potsdam. Für eine gewisse Verwirrung nicht nur bei Staatsanwaltschaft und Polizei sorgte dieser Tage ein Herr, der am Freitag um 16 Uhr auf dem Platz der Einheit einen Potsdamer Ableger des „Ku Klux Klan“ gründen möchte. Der rassistische und gewalttätige Geheimbund, dessen Männer weiße Kapuzen samt Augenschlitzen tragen und brennende Kreuze als Symbol benutzen, stammt aus dem Süden der USA. Er wurde 1865 gegründet. Zwar gibt es in Deutschland kleinere „Ortsgruppen“, etwa in Nordrhein-Westfalen, großflächig tritt der KKK hier aber nicht auf.

Mit welcher Absicht er antrete und wer die 30 bis 40 Personen sein sollen, die der öffentlichen Gründung eines geheimen Bundes beiwohnen, darüber wollte ein gewisser Danilo Krause, der sich gegenüber der MAZ als Initiator ausgab, aber nicht einmal seine Telefonnummer verriet, nicht äußern. Nur dass Polizei und Staatsanwaltschaft „keine Einwände“ hätten.

Dort sorgte eine umgehende MAZ-Nachfrage für Verwirrung bis Erheiterung. Die Staatsanwaltschaft stellte zunächst klar, dass sie keine Genehmigungsbehörde für Demonstrationen sei. Eine Frau Wunder, die Krause mit den Worten zitierte, er habe von der Staatsanwaltschaft „grünes Licht“ für die Demo bekommen, sei die Leiterin der Geschäftsstelle, erklärte Christoph Lange, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Man habe dem Herren bestenfalls erklärt, dass er beim falschen Ansprechpartner sei, denn eine Demonstration muss bei der Polizei angemeldet werden. „Einwände“ seien von der Staatsanwaltschaft nicht zu erwarten, sie ermittle erst, wenn die Polizei Straftaten wie Volksverhetzung zur Anzeige bringe, so Lange.

Bei der Polizei ging derweil bis Donnerstagmittag keinerlei Antrag oder Anmeldung einer Demonstration ein, versicherte Jana Birnbaum von der zuständigen Polizeidirektion West in Brandenburg/Havel. Die Potsdamer Inspektion werde im Zuge ihrer Streifentätigkeit ganz sicher am Platz der Einheit vorbeifahren, war von dort zu hören, auch hatte sich Danilo Krause dort zwar gemeldet, aber keine Veranstaltung angemeldet.

Ob also am Freitag ein Häuflein Verirrter in weißen Kapuzen ausgerechnet auf dem Platz der Einheit paradiert oder alles nur eine wirre Fantasie oder dummer Scherz ist, wird sich zeigen müssen.

Von Jan Bosschaart

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