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Potsdam Viel geblitzt – wenig kassiert
Lokales Potsdam Viel geblitzt – wenig kassiert
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18:23 19.04.2017
In der Breiten Straße in Potsdam kontrollierte Polizeioberkommissarin Katja Funkel die Geschwindigkeit beim „Blitzermarathon“. Quelle: Gartenschläger
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Potsdam

Nur 50 Minuten dauerte der Blitzermarathon am Mittwochnachmittag in der Großbeerenstraße. Mehrere Dutzend Fahrzeuge hatten Polizeiobermeister Matthias Braune und seine beiden Kollegen seit 14 Uhr mit dem Lasergerät kontrolliert. Das Fazit: Kein einziger von ihnen hat die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h überschritten, die rote Ampel im Rücken der Beamten missachtet oder hinterm Steuer mit dem Handy gespielt. „Die Leute fahren besonders vorsichtig, wenn sie wissen, dass wir den ganzen Tag blitzen“, sagt Matthias Braune. Wenn er und seine Kollegen von der Polizei keine Fahrer anhalten müssen, brechen sie den Einsatz ab und kommen später wieder. Immerhin soll der Blitzermarathon, der seit Mittwochmorgen 6 Uhr europaweit stattfindet, ganze 24 Stunden dauern.

Dass Braune mit dem Lasergerät noch einmal in die Großbeerenstraße kommt, ist allerdings unwahrscheinlich. Mit dem Feierabend werde der Verkehr dichter, sagt er. Wenn die Autos Stoßstange an Stoßstange fahren und sich gegenseitig zum Langsamfahren zwingen, mache die Geschwindigkeitskontrolle keinen Sinn mehr. Das Lasergerät wird dann auf der Wache für die nächsten Kollegen geladen und wie ein Staffelstab übergeben. „Der Spätdienst misst heute in der Heinrich-Mann-Allee“, sagt Matthias Braune, der den groß angekündigten Blitzermarathon trotz der geringen Ausbeute befürwortet. „Wir messen die Geschwindigkeit generell nur an offensichtlichen Stellen und verstecken uns nicht hinter Litfaßsäulen“, erklärt er, „der Fairness wegen.“

An mehr als 200 Kontrollpunkten wurde in diesem Jahr im Land Brandenburg während des Blitzermarathons die Geschwindigkeit gemessen. Bis gestern Nachmittag waren bereits mehr als 18 000 Fahrzeuge kontrolliert worden, davon waren 658 zu schnell unterwegs. Acht Bundesländer, darunter auch Berlin, haben eine Beteiligung an der Aktion abgelehnt. Sie halten den Blitzermarathon für eine „sinnlose Showveranstaltung“, weil die Autofahrer vorgewarnt werden und der erhoffte „Lerneffekt“ am nächsten Tag bereits wieder verpufft sei.

Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sieht das ganz anders: „35 Verkehrstote im Jahr 2016 wegen überhöhter Geschwindigkeit sprechen eine deutliche Sprache“, sagt Mörke, der sich gestern in Kleinmachnow persönlich ein Bild von der Aktion machte. „Ich will das Thema öffentlich machen und dabei hilft der Blitzermarathon.“ Mörke und seine Kollegen verteilten in Kleinmachnow aber nicht nur Verwarnungen für Raser. Wer sich an das vorgeschriebene Tempo hielt, wurde mit Blumen überrascht. So auch Heike und Peter Hertzig aus Teltow. „Ich bin seit 25 Jahren Berufskraftfahrer“, erzählte Hertzig dem Polizeipräsidenten. „Und ich finde es gut, was Ihre Beamten hier machen. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie gefährlich die Raserei auf den Straßen für die Menschen werden kann.“

Von Victoria Barnack und Jürgen Stich

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