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Viele Höhepunkte und ein paar Schwachpunkte

19. Potsdamer Schlössernacht im Park Sanssouci Viele Höhepunkte und ein paar Schwachpunkte

Die gute Nachricht vorneweg: Das Wetter hielt! Nach dem Starkregen am Freitag beim Konzert mit Stargeiger Daniel Hope hatte das kollektive Daumendrücken anscheinend geholfen. Die Sonne schien, der Park lockte mit zauberhaften Attraktionen. Dennoch müssen auch die neuen Event-Organisatoren künftig noch ein paar Kinderkrankheiten ihres Konzepts kurieren.

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Das Pferdeballett zählte zu den Höhepunkten.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Sanssouci. Rund 20 000 Besucher sind am Sonnabend bei der Schlössernacht durch den Park von Sanssouci flaniert. Schon in den letzten Jahren waren die Besucherzahlen von 33 000 auf zuletzt 24 500 gesunken. In den Anfangsjahren waren sämtliche Karten binnen zwei Stunden verkauft. Diesmal sollte ein innovatives Konzept einer neu an Bord geholten Event-Agentur – die Berliner Kultur im Park GmbH (Kip) – wieder mehr Schwung in die Sache bringen. Motto des Abends: „Das Staunen kehrt zurück“.

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Ein poetisches Pferdeballett, ein menschliches Riesenmobile gibt ein Konzert in 40 Meter Höhe und ein musikalisches Mitternachtsfeuerwerk: Die Potsdamer Schlössernacht hatte allerlei zu bieten.

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Tatsächlich gab es mehrere Höhepunkte, zu denen die Gäste in Scharen strömten. Zu den Hinguckern zählte das Ballett der Seidenpferde der „Compagnie des Quidams“. Anmutig stiegen die Gebilde, deren Gliedmaßen von Marionettenspielern bewegt wurden, die Weinbergterrassen herab. In der Dämmerung vor dem Hintergrund von Schloss Sanssouci boten die Luftwesen – von innen erleuchtet; mehr als 3,50 Meter hoch – ein spektakuläres Bild. Auch die „Zinnsoldaten“ des „menschlichen Mobiles“ der französischen Gruppe Transe Express sorgten für Aufsehen. Mit ihrem Konzert in 40 Metern Höhe verblüfften sie die Zuschauer am Orangerieschloss. Beeindruckend waren auch die flüchtigen Bilder der Sandmalerin Natalya Netselya. Wie Schatten fielen die eigens für diese Nacht entworfenen Sandbilder auf die Fassade des Neuen Palais.

Dennoch mischten sich unter den Applaus auch kritische Stimmen. „Die Schwellen auf den Wegen waren nicht beleuchtet“, beklagte sich ein Potsdamer Rentnerehepaar über die Stolpergefahr. „Ziemlich düster“, monierten auch andere Gäste. Schlössernacht-Pressesprecherin Sigrid Kohn erklärte am Sonntag auf Nachfrage, dass „6000 Lampen und 80 Kilometer Stromkabel“ für Licht gesorgt hätten: „25 Kilometer beleuchtete Wege.“ Gleichzeitig kündigte Kohn eine schnelle Auswertung des Abends an: „Wir gucken, wie es war und wie wir das nächste Jahr damit umgehen.“

Das „menschliche Mobile“

Das „menschliche Mobile“.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch in puncto Unterhaltung hatten sich manche Besucher mehr erwartet. Zwar machten 28 Künstlergruppen an 22 Orten im Park Programm: Impro-Theater im Heckentheater, Wassermusik in der Pflanzenhalle des Orangerieschlosses, Lasershow am Maschinenteich, ein Glockenspiel auf dem Ökonomieweg und eine Tangoschule im Ehrenhof – nur einige Beispiele. Abgesehen von diesen Fixpunkten war aber wenig los. „Man latscht wirklich ewig, und es passiert zu wenig auf diesen langen Wegen“, sagte eine ältere Potsdamerin. Gelobt wurden hingegen die Übersichtspläne an allen wichtigen Punkten.

Und: Die Schlösserlandschaft hielt manche Überraschung bereit. Das Innere der Römischen Bäder hatte geöffnet, so dass man einen Blick auf die Wandmalereien im antiken Stil werfen konnte. Das mutete fast wie eine Zeitreise nach Pompeji an. Dazu gab es im Hof Saxofonmusik. Ein wunderbarer Mix, der das Motto – „Das Staunen kehrt zurück“ – Realität werden ließ. Auch das erleuchtete Chinesische Haus übte eine magnetische Wirkung aus. Die raffiniert angestrahlten goldenen Statuen von hübschen Damen und eleganten chinesischen Herren schienen im Dunkel wie Schauspieler vor einer exotischen Kulisse.

28 Künstlergruppen mit rund 190 Künstlern machten an 22 Orten im Park Programm: Impro-Theater im Heckentheater, Wassermusik in der Pflanzenhalle des Orangerieschlosses, Lasershow am Maschinenteich, ein zwei Meter hohes Glockenspiel auf dem Ökonomieweg und eine Tangoschule im Ehrenhof – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Blick auf die Weinbergterrassen

Blick auf die Weinbergterrassen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Bilanz des Abends? „Es ist zwischen Zirkus und Beschaulichkeit“, sagte Saskia Hünke, Kustodin der Skulpturensammlung in der Schlösserstiftung und Grünen-Stadtverordnete.

Beliebtes Fotomotiv

Beliebtes Fotomotiv: Anneliese Lindemann, Heidi Piotter, Gabriele Mann, Heike Göbel und Brigitte Rummel (v.l.) aus Jena. Die fünf Thüringerinnen gehören einer Nähgruppe an, die sich immer dienstags trifft.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Leicht desillusioniert war eine Damengruppe aus Jena, die sich eigens Kostüme ausgeliehen hatte. Ihre Hoffnung, auf viele andere Barockdamen und -herren zu stoßen, wurde enttäuscht. „Laiendarsteller“ waren rar. In früheren Jahren hatte es für kostümierte Gäste sogar mal freien Eintritt gegeben. Immerhin mauserten sich die fünf Thüringerinnen zum gefragten Fotomotiv.

 

Von Ildiko Röd

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