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Vier Genossenschaften wollen in die Alte Mitte

Potsdam Vier Genossenschaften wollen in die Alte Mitte

Selbstbewusst präsentieren sich die größeren vier der neun Potsdamer Genossenschaften mit ihrem Anliegen, das nächste Quartier in der Alten Mitte, auf dem Areal der Fachhochschule, zu bebauen. Sie seien von Politik und Verwaltung immer zur Beteiligung aufgefordert worden, nun böten sie einen Weg aus dem Dilemma – wenn man ihnen entgegenkomme.

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Selbstbewusst und zuversichtlich – von links: Uwe Marx (BVB), Matthias Pludra (PWG), Franziska Krause (PBG), Wolfram Gay (PWG) und Bodo Jablonowski (Karl Marx).

Quelle: Claudia Jonov

Potsdam, Innenstadt. Sie werfen ihr Handtuch mit Schwung in den Ring: Vier Potsdamer Baugenossenschaften – die Karl Marx, die PWG 1956, die PBG 1954 und der Bauverein Babelsberg – sind entschlossen, das nächste Quartier in der Alten Mitte zu bauen; gemeinschaftlich, womöglich auch noch mit weiteren, kleineren Genossenschaften im Verbund. Der Abschnitt drei, auf dem derzeit noch die ruinöse Fachhochschule steht, wird im Herbst von der städtischen Immobilienholding Pro Potsdam ausgeschrieben.

Vorher sind allerdings noch Hürden zu überwinden: Ohne Stadtverordnetenbeschluss kann die Pflicht zur Kleinteiligkeit der Bebauung – ein Grundstück, ein Käufer – nicht aufgeweicht werden. Was eigentlich vor Großinvestoren schützen soll, wäre für die Genossenschaften fatal. Doch die geben sich selbstbewusst: „Die Politik hat uns so oft aufgefordert, in der Mitte zu bauen, jetzt treten wir geschlossen an“, sagt Wolfram Gay, Vorstand der PWG 1956, die das Projekt anregte. Es sei nicht so, dass nur die Genossenschaften dazu die Politik bräuchten – „die Politik braucht auch uns“, sagt Gay. Wer die Genossenschaften auffordere, wie es Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und der ehemalige Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) stets taten, müsse ihnen auch den Weg ebnen, überhaupt am Bieterwettbewerb teilzunehmen.

Man wolle keine Vorzugsbehandlung, aber die Möglichkeit, als Verbund aus mindestens vier der neun städtischen Genossenschaften das Projekt gemeinsam zu schultern. Darin liege gerade die Stärke, sekundiert Bodo Jablonowski von der Genossenschaft „Karl Marx“. So gebe es drei aneinanderhängende Tiefgaragen auf dem Plan für das Areal, die gemeinsam viel leichter errichtet werden könnten als von 17 Bauherren für jede Einzelfläche.

Ein Plan für 100 Jahre

Finanziell, ist das Quartett überzeugt, kann es mithalten. Einer groben Rechnung zufolge würden Kosten von rund 80 Millionen Euro anstehen, die nach Leistungsfähigkeit der Genossenschaft umgelegt werden. Weil es bis zu 80 Prozent Förderung vom Land gebe und die Töpfe dort voll seien, ließe sich ein Großteil der Kosten für den teuren Baugrund auffangen. „Wir haben weder einen Rekapitalisierungs- noch einen Vermarktungsdruck“, zeigt sich auch Wolfram Gay entspannt. Man plane für 100 Jahre. Zwar würden dort keine Mieten von 6,50 Euro warm aufgerufen werden können, doch habe seine PWG mit dem denkmalgerechten Neubau neben der französischen Kirche gezeigt, dass auch Genossenschaften erfolgreich in der Mitte bauen können. Allein die PWG habe rund 700 Mieter, die Wohnungen in der Innenstadt suchten und auch bereit seien, etwas mehr Miete zu zahlen. Bei einem Wohnungsschnitt von 75 Quadratmetern könnten etwa 200 Wohnungen im Quartier drei entstehen, überschlug Bodo Jablonowski.

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Ein Bau dort nähme auch Kritikern den Wind aus den Segeln, die sich um bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt sorgten, argumentiert er. Die Genossenschaften seien weder profitorientiert noch auf Rendite aus, sie stünden für Nachhaltigkeit, Mieterorientierung und gute Nachbarschaften. „Die Stadt hat ein Imageproblem, wir haben die Lösung“, spitzte Wolfram Gay das Bestreben zu.

Eine fertige Lösung hat das Quartett noch nicht in der Tasche, aber schon weit gediehene Pläne für den Wettbewerb um die Flächen. Schließlich sind 17 Häuser zu bauen, drei Tiefgaragen und vier Leitfassaden: Der beeindruckende Plögersche Gasthof direkt über dem Schloss sowie weitere an den anderen Ecken des Karrees. „Wir machen das so: Vier Teilnehmer, vier Ecken – jeder braucht ein bisschen Licht“, scherzte Matthias Pludra von der PWG 1956.

Von Jan Bosschaart

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