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Potsdam Vier Workshops für die Biosphäre
Lokales Potsdam Vier Workshops für die Biosphäre
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07:08 14.06.2018
Die Biosphäre im Volkspark Potsdam soll bis Ende 2019 wie gehabt erhalten bleiben – was dann kommt, wird ab heute in vier Kreativworkshops ausgetüftelt. Quelle: Friedrich Bungert
Bornstedter Feld

Noch in diesem Jahr soll den Potsdamer Stadtverordneten ein konkretes Nachnutzungs- und Betriebskonzept für die Biosphäre zum Beschluss vorliegen. Das haben jetzt der Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos) und Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke angekündigt. Demnach soll die mit Vertretern aller Fraktionen besetzte Steuerungsgruppe das Konzept in insgesamt vier Workshops unter der Regie des Berliner Kreativbüros Dan Pearlman entwickeln. Dafür gab der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend grünes Licht. Die Abgeordneten kamen zudem darin überein, dass die Biosphäre in ihrer aktuellen Form bis Ende 2019 weitergeführt werden soll.

Schon heute geht’s mit der Ideensuche los

Der erste Kreativworkshop findet bereits am heutigen Donnerstag statt. Weitere Treffen sind für den 31. August, den 21. September und den 5. Oktober angesetzt. In welche Richtung die Biosphäre entwickelt werden soll, ist derzeit offen. Fest steht lediglich, dass die 2001 errichtete und von satten Zuschüssen der Stadt am Leben erhaltene Halle an der Georg-Hermann-Allee nicht mehr als Standort für einen Jugendklub, für eine Kita, Schule oder Ähnliches in Betracht kommt. „Die im Bornstedter Feld benötigte soziale Infrastruktur soll im Umfeld der Biosphäre entwickelt werden“, sagte Bernd Rubelt. „Die Biosphäre selbst soll ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept erhalten. Abriss ist nicht der Fokus, mit dem wir an die Sache herangehen. Wir suchen nach einer Lösung für die Biosphäre – wir sind überzeugt davon, dass die Biosphäre eine Zukunft hat.“

Diese Zukunft liegt offenbar im Tourismus. „Wir wollen sehen, inwieweit man die aktuelle Form aktivieren, ob man Potenziale heben kann“, so Bert Nicke. Mit der weltweit tätigen Dan-Pearlman-Gruppe und ihren Spezialisten für Erlebnisarchitektur habe man einen guten Partner an der Seite. Möglichkeiten, die sich für die Biosphäre damit eröffnen, sind beispielsweise in den Freizeitbereichen Zoo/Aquarium und Wellness/Hospitality zu verorten. „Wir werden in den Workshops analysieren, was die Halle hergibt und was für den Markt – für die Bürger der Stadt und für Besucher aus der Region – interessant ist“, so Nicke. „Es wird auch darum gehen, die Marke zu stärken.“

Ein Platz für Kitas, Jugendklub und Co.

Nach dem Ausscheiden der Biosphäre geht die Suche nach geeigneten Standorten für die im Bornstedter Feld benötigte soziale Infrastruktur weiter. Nicke versichert: „Wir haben genügend Potenzialflächen, um das, was wir noch brauchen, auch bauen zu können.“

Gebraucht werden nach aktuellem Stand vier weitere Kitas mit insgesamt 450 Plätzen. Mit den bestehenden und den in Bau befindlichen sowie bereits genehmigten Kitas sollen bis 2021 dann 1205 Krippen- und Kindergarten-Plätze im Bornstedter Feld bereitstehen. Auch ein Bürgertreff und ein weiterer Jugendklub sind im Gespräch. Es fehlen zudem öffentliche Spiel- und Sportflächen. Im Schulbereich sei man gut aufgestellt, so Nicke. Grünflächen seien durch den Volkspark ausreichend vorhanden.

Die bestehenden Defizite ergeben sich laut Stadt und Pro Potsdam daraus, dass sich die Bevölkerung im Bornstedter Feld anders entwickelt als prognostiziert. So wächst die Einwohnerschaft stärker als angenommen: Mitte 2021 soll der Höhepunkt mit etwa 14500 Menschen im Bornstedter Feld statt ursprünglich vorausgesagten 12 500 erreicht sein. Die Differenz habe ihre Ursache unter anderem in der Altersstruktur. So ziehen viel mehr junge Familien ins Bornstedter Feld als erwartet. Das wiederum bedeutet, dass in den Wohnungen und Häusern mehr Menschen unterkommen als wenn zum Beispiel ältere oder kinderlose Paare einziehen.

Die Biosphäre im Bornstedter Feld

Die Ex-Buga-Halle im Bornstedter Feld ist seit 2002 eine Dschungellandschaft mit mehr als 20 000 Tropenpflanzen, rund 130 verschiedenen Tierarten und einem interaktiven Ausstellungsangebot. Zudem gibt es in der Biosphäre zwei gastronomische Einrichtungen: das Café Tropencamp und das Restaurant Urwaldblick.

Rund 150 000 Besucher werden pro Jahr in der Biosphäre gezählt – die Besucherzahlen gelten seit Jahren als stabil. Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren zahlen für eine Tageskarte derzeit 11,50 Euro. Kinder zwischen 5 und 13 Jahren zahlen 7,80 Euro Eintritt, Kleinkinder ab drei Jahren 4,50 Euro.

Die städtischen Zuschüsse für die Biosphäre sind dennoch hoch – sie belaufen sich für die vergangenen fünf Jahre auf jeweils 800 000 bis 1,5 Millionen Euro. nf

Von Nadine Fabian

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