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Vier jungen Bands aus Potsdam und Umgebung

Lindenpark veranstaltet am Sonnabend Wettbewerb 'Musicsupercup' Vier jungen Bands aus Potsdam und Umgebung

Ist ein Wettbewerb ein gutes Sprungbrett für junge Musiker oder unnötiger Konkurrenzkampf? Am Samstagabend findet der Musicsupercup im Lindenpark statt. Bei der sechsten Ausgabe des Contests treten vier Bands gegeneinander an. Der Wettbewerb, der immer wieder anderen Bands eine Bühne bietet, war dieses Mal für die jüngeren Musiker ausgeschrieben.

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Maximilian Sterr (r.) räumte mit seiner Band „John Apart“ im Mai 2013 den Jurypreise beim Musicsupercup.

Quelle: Schade

Babelsberg. Unter dem Motto "School of Rock" suchte Lea Czullay Potsdams Schülerbands. Die 20-Jährige absolviert ein duales Studium im Bereich Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Musik. Den praktischen Teil ihrer Ausbildung macht die Arbeit im Lindenpark aus. Von Ende August bis Mitte September organisierte sie den Wettbewerb und lockte dafür Bands aus den tiefsten Ecken der Stadt hervor. Ihre Aufrufe in sozialen Netzwerken und das Kleben zahlreicher Plakate schienen aber keine Wirkung bei den Leuten zu hinterlassen. Letztendlich schrieb sie gezielt E-Mails an mögliche Kandidaten. "Viele junge Bands denken, sie seien noch nicht so weit und hätten bei einem Wettbewerb keine Chance", erzählt Czullay. Deshalb sei es schwer, Musiker für die Veranstaltung zu finden. Ursprünglich seien sechs teilnehmende Bands für die Cups eingeplant gewesen. Mittlerweile gibt es nur noch vier Acts, wegen der geringen Nachfrage und weil es "für das Publikum angenehmer"sei, so die Organisatorin.

Bei dem Wettbewerb ginge es nicht nur um Preise, obwohl gleich zwei Musikgruppen abräumen können. Der erste Sieger wird von einer Jury, der zweite per Stimmzettel vom Publikum gekürt. Beide Gewinner bekommen einen 500-Euro-Gutschein vom Musikhaus "Just Music". Für den Veranstalter Lindenpark stehe jedoch im Vordergrund, Jugendbands eine Bühne zu geben, so Czullay. Es sei schon für ältere Bands schwer, eine Location für Auftritte zu finden. "Für Schülerbands ist es wegen des Alters fast unmöglich", weiß sie. Sie habe vor einem Jahr mit ihrer Band selbst an einem Wettbewerb teilgenommen. "Ich wollte einfach nur einen Auftritt. Ob wir auf dem ersten Platz landen oder nicht, war mir egal", sagt die Studentin.

Philipp Elsner, Musiker und Jurymitglied beim Cup, kann sich kaum vorstellen, dass der Gewinn der einzige Antrieb ist. "Was ist schon ein einmaliger materieller Preis gegen das Bühnenerlebnis", sagt er. Das sehen auch Potsdamer Nachwuchsmusiker so. "Uns liegt nichts daran, uns mit anderen zu messen. Musik ist ein Miteinander, kein Gegeneinander", erklärt die Metalband "Step into the Hellgarden" (Sith). Zudem könne man unterschiedliche Genres nicht objektiv vergleichen.

Maximilian Sterr gewann mit seiner Band "John Apart" den Jurypreis des vergangenen Musicsupercups. Er betrachtet solche Wettbewerbe kritisch. Ein jeder Contest biete sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Fans müssten hohe Eintrittsgelder bezahlen, um ihre Lieblingsband nur für ein paar Minuten zu sehen und dabei andere Musiker hören, die sie nicht mögen. Zudem seien die Entscheidungen der Jury oder des Publikums häufig ungenau oder unfair, erklärt der Gitarrist. Ein Vorteil sei es jedoch, dass junge Musiker gezeigt bekämen, dass sie "im Musikbusiness Kampfgeist beweisen müssten, um sich im überlaufenden Angebot an Musik durchzusetzen", so Sterr. Er sieht an anderen Stellen Probleme. "Es sollte mehr von der Stadt geförderte Clubs geben, die jungen, unbekannten Bands, regelmäßig und für ,umme’ eine Bühne bieten", so Sterr. Stadtsprecher Jan Brunzlow erklärt, dass die Stadt junge Musiker beispielsweise durch die Bereitstellung von Proberäumen in Jugendclubs und soziokulturellen Zentren, die von der Stadt finanzielle Zuschüsse bekommen, unterstütze. Diese Gelder gebe es auch, um Veranstaltungen wie Wettbewerbe und Auftritte zu ermöglichen. "Es ist wunderbar, dass der Lindenpark am Wochenende genau dies anbietet", so Brunzlow. Es gebe außerdem eine spezielle Förderung kultureller Jugenprojekte, deren fünfstelliger Etat jährlich ausgeschrieben sei und um den sich Projektträger bewerben könnten.

Neben dem Musicsupercup finden ausschließlich regionale und überregionale Wettbewerbe, wie "Local Heroes", der "SPH Bandcontest" und das "Emergenza-Festival" statt.

Von Franziska Maria Schade

Der Musicsupercup am Samstag ab 19 Uhr im Lindenpark, Stahnsdorfer Straße 76. Der Wettbewerb wird gefördert vom Verein "Mach Musik" und dem Musikhaus "Just Music".

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