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Potsdam Villa Tummeley hat neuen Besitzer
Lokales Potsdam Villa Tummeley hat neuen Besitzer
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14:26 21.12.2016
Die sanierte Villa Tummeley und die neu gebaute Orangerie von der Berliner Straße aus betrachtet. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Quelle: Villa Tummeley Vertrieb GmbH & Co. KG
Berliner Vorstadt

Wer hat sich nicht alles an diesem Schmuckstück versucht – Eon-Edis, VW, der Unternehmer Daniel Jung, zwischendrin eine gewisse Pantera – die Villa Tummeley war ein denkmalgeschützter Wanderpokal nach der Wende. Jetzt liegt sie in den Händen der Berliner Sanus AG, eines Bauentwicklers, der sich besonders auf Sanierungen im Altbau spezialisiert hat. „Die Wanderschaft hat ein Ende. Mit uns geht das ganz fix, und seien Sie sicher, wir bauen es auch fertig, wir ziehen es durch“, versprach Sanus-Vorstand Siegfried Nehls den Potsdamern, als er seine Pläne der MAZ exklusiv vorstellte. Für die denkmalgerechte Sanierung der Villa an sich hat er bereits eine Baugenehmigung, ebenso für den Neubau einer Orangerie und einer Tiefgarage daneben, von der Berliner Straße aus betrachtet links neben der Villa. In die Villa mit dem markanten Turm und einem der schönsten Blicke Potsdams über die Havel zum Babelsberger Park mit dem korrespondierenden Kleinen Schloss wird die Sanus sechs Wohnungen einziehen, insgesamt 1146 Quadratmeter gehobenes Wohnen. Zu einer Wohnung gehört auch der Turm. Nebenan entsteht die Orangerie neu, geplant von den Potsdamer Architekten Engel, Kühn und Löffler. Dort sollen in einem Dreigeschosser (plus Staffelgeschoss) 23 Wohnungen mit 2525 Quadratmetern Wohnfläche sowie ein Geschäft mit 232 Quadratmetern Ladenfläche einziehen. Die Tiefgarage darunter bietet 39 Stellplätze.

Das ebenfalls im Bestand auf dem Gelände stehende Offiziershaus bedarf der denkmalgerechten Sanierung und soll zudem erweitert werden. Hier bedürfe es aber noch weiterer Detailabstimmungen mit der Stadt, räumte Siegfried Nehls ein. Momentan ist vorgesehen, dort elf Wohnungen und Ateliers mit insgesamt 1828 Quadratmetern Wohnfläche zu schaffen, plus zwölf Parkplätze. Insgesamt entstehen also rund 5500 Quadratmeter Wohnfläche auf dem 1,1 Hektar großen Grundstück, das ja zudem ein Gartendenkmal ist. Die restlichen Garagen oder Schuppen aus Zeiten der DDR-Energiewirtschaft werden bald abgerissen, um Baufreiheit zu schaffen, auch erste Sicherungsmaßnahmen wie die Behebung von Schäden an der Steganlage wurden ergriffen. Die Villa selbst sei durchaus sanierungsbedürftig, aber weit von einem „unrettbar maroden“ Zustand entfernt, sagte Siegfried Nehls: „Es ist ein Juwel in unserem Portfolio, es wird Mühe und Geld kosten, aber so ein Gebäude hat auch ideellen Wert, es macht Freude, unsere Erfahrung im Denkmalschutz auf solch ein Schmuckstück anwenden zu können.“

Siegfried Nehls, Vorstand der Sanus AG. Quelle: Sanus AG

Im Februar dieses Jahres hat die Sanus das Grundstück übernommen. Zu den zu erwartenden Kosten wollte sich die Sanus noch nicht äußern, weil im Denkmalschutz immer mit Überraschungen gerechnet werden müsse. Vorgänger Jung hatte mit mindestens 20 Millionen Euro Investitionen geplant. Ebenso zurückhaltend war die Sanus mit der Schätzung der Verkaufspreise, denn nach Fertigstellung werden alle Wohnungen an Eigentümer verkauft. Deutlich über 5000 Euro je Quadrater würde es aber nicht kosten, schätzte Nehls vorsichtig – vorbehaltlich der genannten „Überraschungen“.

Seit 30 Jahren ist die Sanus vorwiegend in Berlin tätig, seit zwei, drei Jahren hat sie nun auch Potsdam für sich entdeckt – und gleich mit einem großen Projekt dort begonnen, der Sanierung und des Umbaus des Alten Landtags auf dem Brauhausberg, gemeinsam mit der Berliner Eureka. Auch ein Objekt in der Behlertstraße gehört in ihr Portfolio. Erworben im Februar, will der Entwickler das Gelände im Januar final in Besitz nehmen und rechnet mit einem Baustart im Herbst 2017. Bis Ende 2019 soll dann alles fertig sein – ein ambitionierter Zeitplan, der Siegfried Nehls indes nicht aus der Ruhe bringen kann.

Eine lange Geschichte der Tummeley-Villa

Das zunächst noch unbebaute Gartengrundstück an der Berliner Straße 29 gehörte zunächst August Friedrich Eisenhart (1777–1846), einem bekannten Potsdamer Kaufmann und Mäzen.

Eduard Tummeley, Neffe von Eisenhart, erbte das Grundstück und ließ 1848 bis 1849 die Villa im Tudorstil erbauen.

Tummeley war ebenfalls Kaufmann und Besitzer einer Zuckersiederei. Er zog nach Fertigstellung des Baus mit seiner Familie in die Villa ein und lebte dort mehr als 30 Jahre.

Die Villa ist so angelegt, dass sie mit dem „Kleinen Schloss“ auf der anderen Havelseite, im Park Babelsberg, korrespondiert. Architekt war Moritz Gottgetreu, den Garten gestaltete Gustav Adolf Fintelmann, damals Hofgärtner auf der Pfaueninsel.

Die Planung und Ausführung kontrollierte König Friedrich Wilhelm IV. persönlich, damit sie ja nicht von den Vorgaben Peter Joseph Lenné abweiche.

Im Jahr 1885 erwarb der Baron von Eckardstein die Villa und ließ sie umbauen. Eine Zeit lang hieß sie „Schloss Eckardstein.“

Von 1906 bis 1945 wohnte dort Walter von Simon, ein Komponist, der die Villa ebenfalls besaß.

Danach wurde die Villa Volkseigentum: Bis zur Wende saß hier die Energieversorgung. Sie errichtete auf vier Baracken, deren Form und Position im Gartendenkmal umstritten waren.

Der Energiekonzern Eon verkaufte sie 2006 an Volkswagen, Volkswagen 2012 an Daniel Jung, Jung verkaufte weiter und die Sanus AG kaufte das Grundstück 2016.

Von Jan Bosschaart

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