Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Vocalise in der Erlöserkirche
Lokales Potsdam Vocalise in der Erlöserkirche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 02.11.2016
Die Potsdamer Kantorei und das Neue Kammerorchester Potsdam in der Erlöserkirche. Quelle: Veranstalter/Stefan Gloede
Anzeige
Potsdam

„Fanatisch“ ist das Motto des 16. Vocalise-Vokalfestivals, das am Sonntag, 6. November, mit einem Grußwort von Kulturministerin Martina Münch (SPD) in der Erlöserkirche eröffnet wird. Zum Auftakt erklingen die Kantate Nr. 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“ sowie die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und die Reformations-Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Musizieren werden die Potsdamer Kantorei und das Neue Kammerorchester Potsdam unter dem Dirigat von Ud Joffe, dem Gründer und künstlerischen Leiter der Vocalise.

Die auf das Reformationsjubiläum einstimmenden Werke des Eröffnungsabends korrespondieren durchaus mit dem Festivalmotto, obwohl „fanatisch“, so Ud Joffe, nichts sei, „was wir spontan als etwas Positives betrachten. Dabei heißt fanatisch wörtlich zunächst göttlich inspiriert“. Dass Gott „eine feste Burg“ ist, sei „zumindest bei den drei monotheistischen Religionen ziemlich unstrittig“. Wann Inspiration aber in Besessenheit umkippt, sei und bleibe umstritten.

Erstmals beim Vocalise-Festival ist die Kantorei Hermannswerder, die unter der Leitung von Matthias Salge gemeinsam mit der Camerata Vocale und dem Neuen Kammerorchester Potsdam am 12. November in der Erlöserkirche den zweiten Abend gestaltet. Nach dem „Musikalischen Opfer“ von Johann Sebastian Bach erklingt das um 1940 entstandene Oratorium „A

Der Gründer und künstlerische Leiter der Vocalise, Ud Joffe. Quelle: Veranstalter/Stefan Gloede

Child of Our Time“ von Michael Tippett (1905-1998). Der Komponist begann mit diesem Werk unter dem Eindruck des Attentats, das der 17-jährige Herschel Grynszpan am 7. November 1938 in Paris auf den deutschen Botschaftssekretär Ernst vom Rath verübte, und der sogenannten Reichskristallnacht der Nazis vom 9. November 1938, für die das Attentat als Vorwand diente.

Ein weiterer Neuling im Festivalprogramm ist der Nikolaichor Potsdam, der am 19. November unter der Leitung von Björn O. Wiede gemeinsam mit dem Charlottenburger Kammerchor und der Neuen Potsdamer Hofkapelle in der Nikolaikirche „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833-1897) zur Aufführung bringt.

Am 24. November ist in der Friedenskirche Sanssouci die Premiere der Potsdamer Winteroper „Israel in Egypt“ von Georg Friedrich Händel (1685-1759). Laut Joffe ist es das zweite Mal nach 2006 mit der damaligen Inzenierung der Oper „Titus“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), dass die Eröffnung der Winteroper in das Programm des Vocalise-Festivals integriert wird. Musizieren werden der Chor der Winteroper und die Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Konrad Junghänel, Regie führt Verena Stoiber.

„Um Gottes Willen“ ist der Titel eines A-Cappella-Konzerts mit der Vocalakademie Potsdam unter der Leitung von Ud Joffe am 13. November in der Französischen Kirche. Auf dem Programm stehen Werke von Arvo Pärt (geb. 1935), Urmas Sisask (geb. 1960), Ildebrando Pizzetti (1880-1960) und anderen. Das renommierte norwegische Vokalensemble Nordic Voices tritt am 20. November in der Erlöserkirche auf. In dem Programm „Krieg und Frieden“ erklingen Werke von Thomas Luis de Victoria (1548-1611), Henry Purcell (1659-1695), Maurice Ravel (1875-1937), Asborn Schaatun (geb. 1961), Bjorn Skjelbred (geb. 1970), Lasse Thoresen (geb. 1949) und Knut Nystedt (1915-2014) sowie traditionelle Volksweisen.

Zum Abschluss des Festivals gibt es am 27. November in der Erlöserkirche unter dem Motto „Gott ist groß“ geistliche Madrigale und Motetten von Johann Hermann Schein (1586-1630) und Heinrich Schütz (1585-1672). Der Neue Kammerchor Potsdam und die Cappella Nuova musizieren unter der Leitung von Ud Joffe.

Tickets und Adressen

Veranstaltungsorte der 16. Vocalise-Vokalwochen sind die Erlöserkirche, Nansenstraße 5, die Französische Kirche, Charlottenstraße, die Friedenskirche Sanssouci, Am Grünen Gitter 3, und die Nikolaikirche am Alten Markt.

Karten gibt es unter anderem in der MAZ-Ticketeria, Friedrich-Ebert-Straße 85/86, in der Buchhandlung Viktoriagarten, Geschwister-Scholl-Straße 10, in der Stiftungsbuchhandlung, Gutenbergstraße 71, und in der Script-Buchhandlung, Rudolf-Breitscheid-Straße 51.

Veranstalter ist die Musik an der Erlöserkirche
Tel. , Tel. 0331/702 27 81. Mehr zur Vocalise auf www.vocalise.de

Von Volker Oelschläger

Wenn wir Stadtverordnete wären, würden wir uns heute den einen oder anderen Schokoriegel mehr einstecken. Könnte ein sehr, sehr langer Tag zu werden. Große Langeweile wird bei den Themen auf der Tagesordnung aber sicher nicht aufkommen.

02.11.2016
Potsdam Verkehrslärm am Stern in Potsdam - Rathaus gegen Tempo 60 auf Nuthestraße

Potsdamer Rathaus lehnt ein nächtliches Tempolimit von 60 Stundenkilometern für die Nuthestraße im Bereich des Wohngebiets Am Stern ab. Die Stadtverordneten hatten eine entsprechende Prüfung auf Antrag der Linken beschlossen, um die Belastung der Anwohner durch Verkehrslärm zu reduzieren. Nach Ansicht des Rathauses gibt es aber gar keinen Bedarf.

01.11.2016
Potsdam Villa Schöningen in Potsdam - Kunst aus der Glasnost-Zeit

Eine der ersten Ausstellungen der von Henri Nannen gegründeten Kunsthalle Emden präsentierte vor knapp 30 Jahren Werke von systemkritischen sowjetischen Künstlern. Die Ausstellung war eine Sensation, denn über die Nonkonformisten im Untergrund war in der deutschen Öffentlichkeit bis dahin fast nichts bekannt. Nun sind die Werke in der Villa Schöningen in Potsdam zu sehen.

02.11.2016
Anzeige