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Volles Haus im „Full House“

Zu Hause im... Schlaatz Volles Haus im „Full House“

Schnitzel, Bier und Geselligkeit – damit hat es das „Full House“ zu einer Institution im Schlaatz gebracht. Seit 20 Jahren trifft sich die Nachbarschaft in der Traditionsgaststätte – vom Malocher bis zum Banker. Das liegt nicht nur an der guten Qualität zu moderaten Preisen. Das liegt vor allem auch an Gastwirt Bengt „Rudi“ Rudolph.

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Gastwirt Bengt Rudolph – besser bekannt als „Rudi“ – hat einen der beliebtesten Treffpunkte im Schlaatz geschaffen.

Quelle: Marcel Kirf

Am Schlaatz. Mittwoch ist Schnitzel-Tag im „Full House“. Dann ist die Schlaatzer Traditionsgaststätte in unmittelbarer Nähe zum Schilhof bis zum letzten Platz besetzt. Bengt Rudolph, den sie hier nur „Rudi“ nennen, ist berühmt für seine Schnitzel. Groß sind sie, aus Schweinelachs und werden „noch per Hand gekloppt“, wie der Wirt betont. Die Spezialität des Hauses steht jeden Tag auf der Karte. Aber am Mittwoch kann man sich für fünf Euro hier satt essen.

Das nehmen die Schlaatzer gern an, wie überhaupt „Rudis“ Konzept aufgegangen zu sein scheint. Er versteht sein Lokal als „Kiezrestaurant“: preiswerter Mittagstisch für jedermann, abends bis 22 Uhr Speisen à la carte und bis 2 Uhr Kneipenausschank am langen Tresen und an den Tischen in den Nischen der verwinkelten Gasträume. „Wir kochen frisches Essen, keine Convenience-Produkte, und bieten ordentliche Spirituosen an“, sagt Rudolph. „Wir wollen ein Anlaufpunkt im Kiez sein und trotzdem mit Qualität aufwarten. Aber das zu deutlich günstigeren Preisen als in der City.“

Er selbst wohnt zwar nicht im Schlaatz, doch inzwischen ist er hier zu einer Institution geworden. „Wir leben dit, wir lieben dit und wir sind gerne hier“, bekennt er. Das soziale Gefälle in der Nachbarschaft empfindet er dabei nicht als Belastung, sondern als Bereicherung. „Wir sind ja nun mal am Schlaatz, da braucht man sich nüscht vormachen, nicht auf der Brandenburger Straße“, sagt er, sein Publikum beschreibend, „aber was ich sehr schätze: die Leute hier sind ehrlich. Sie sagen, was sie denken. Und was sie sagen, darauf kann man sich verlassen.“ Zu ihm kommen „der normale Malocher mit Latzhose von Arbeit, der sein Feierabendbier trinkt, der Sparkassen-Mitarbeiter im Anzug und der Autolackierer von BMW, der erst um 21 Uhr aus seiner Lackbude rausgekommen ist; daneben sitzt die Familie, die zum Essen da ist, Geburtstag feiert oder Goldene Hochzeit.“ Ein schöner Ort sei der Schlaatz, findet der Wirt, gerade weil sich alles so auf ein zentrales Areal konzentriere, die Menschen in Kontakt miteinander kämen. „Und die Leute, die hier leben, finden das meistens auch nicht so schlecht“, hat er beobachtet.

Vom Malocher bis zum Bank-Angestellten

Vom Malocher bis zum Bank-Angestellten: Hier trifft sich die Nachbarschaft.

Quelle: Privat

1996 übernahm Rudolph, der auch das „Happy Hour“ in Babelsberg, das „Happy Hour II“ im innerstädtischen Logenhaus und die „Brasserie zu Gutenberg“ in der Jägerstraße betreibt und Chef einer Spielautomatenfirma sowie eines Catering-Services ist, die Location von einem Bekannten, der sich hier mit einem „Heißer Stein“-Lokal versucht hatte. Sein zwanzigjähriges Bestehen feierte das „Full House“ im Juli mit einem großen Kiezfest im Kreise der Schilfhof-Nachbarschaft. Und Bengt Rudolph ließ sich nicht lumpen. Eine professionelle Bühne stellte er auf. Neben den obligatorischen Bier- und Grillständen gab es ein vielseitiges Kinderprogramm, Clowns, Schminkstände, eine Tombola. Am Abend spielten zwei Bands, durch das Programm führte der Stadionsprecher der Berliner Eisbären, der bis in die Morgenstunden auch als DJ an den Reglern stand. Rund 500 Kinder vergnügten sich an diesem Nachmittag auf dem Fest, insgesamt kamen gut 1000 Besucher.

Jeden Tag ist das „Full House“ geöffnet. Vom Frühstück bis zum Nachtausschank sorgen vier Angestellte in zwei Schichten für Gastlichkeit. Das Lokal ist zu dem Treffpunkt geworden, den Rudolph sich erträumt hat. Vereine tagen hier, Initiativen besprechen sich, Nachbarn und Aktive der umliegenden sozialen Einrichtungen stärken sich mit Rouladen, Wild, Pasta, Haxn oder eben Schnitzel oder treffen sich am Abend noch einmal am Tresen. Bei größeren Veranstaltungen arbeiten alle zusammen. Dass dann an einem Strang gezogen wird, sei ein großer Verdienst des Stadtkontors, wie Bengt Rudolph meint. Die Stadtentwicklungsgesellschaft leiste gute Arbeit im Kiez, findet er. „Aber eigentlich gilt das für alle: das Bürgerhaus, die Soziale Stadt, die Schlaatzer selbst“, resümiert der Gastronom, „das fügt sich schon alles zusammen.“

Rustikal essen und feiern

Urtypische deutsche Küche ist Trumpf im Full House. Auf der Karte stehen aber auch Pizza und Pasta und andere internationale Spezialitäten.

Preisskat, Fußball-Übertragungen und der Schnitzeltag gehören zu den Evergreens im Angebot. Nächster Höhepunkt ist das Wild-Essen am Samstag, 12. November, 18 Uhr. Reservierung und Vorkasse erforderlich! nf

Von Marcel Kirf

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