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Potsdam Vollsperrung der Langen Brücke „alternativlos“
Lokales Potsdam Vollsperrung der Langen Brücke „alternativlos“
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17:58 04.04.2016
Die Lange Brücke wird erneut voll gesperrt.
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Potsdam

Seit letzter Woche ist klar: Der Stadt Potsdam wird auch am kommenden Donnerstag, 7. April 2016, nicht um ein Verkehrschaos herumkommen. Die asylkritische Pogida-Bewegung hat erneut einen sogenannten „Abendspaziergang“ vom Hauptbahnhof über die Lange Brücke bis zum Filmmuseum und zurück angekündigt. Das ruft auch wieder Gegendemonstranten auf den Plan. Vier Protestveranstaltungen sind rund um die Pogida-Veranstaltung angemeldet. So zum Beispiel vom Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“. Über Facebook werden die Potsdamer dazu aufgerufen, ab 18 Uhr „Pogida ein selbstbewusstes und unmissverständliches „Refugees Welcome- Für Weltoffenheit und Toleranz!“ entgegenzuschmettern“.

Zugang zur Innenstadt erschwert

Ab 17 Uhr wird die Brücke daher gesperrt, ein Durchkommen mit dem Auto , dem Bus oder Straßenbahn in Richtung Innenstadt bzw. Richtung Heinrich-Mann-Allee nicht mehr möglich – und auch der „normale“ Fußgänger wird sich einen Umweg suchen müssen. „Pogida“ hat Vorfahrt. Damit ist Norbert Müller überhaupt nicht einverstanden. Wie berichtet, findet er diese Vorgehensweise „nicht verhältnismäßig“. Für rund 50 Pogida-Demonstranten werde die gesamte Brücke gesperrt, Hunderte Gegendemonstranten aber ausgesperrt, so Müller gegenüber

Unverständlich findet das auch Sascha Krämer, der gegenüber MAZonline zudem von einem Gespräch mit der Polizei berichtete, bei dem – aufgrund der sinkenden Teilnehmerzahl bei den Pogida-Veranstaltungen – auch die parallele Nutzung der Brücke von Gegendemonstranten und Pogida-Anhängern auch nicht kategorisch ausgeschlossen wurde.

Polizei pocht auf Vollsperrung

Diese Überlegung scheint die Polizei jedoch komplett verworfen zu haben. „Wir haben auch diesmal alle Möglichkeiten geprüft, um den Verkehrsknotenpunkt Lange Brücke nicht gänzlich sperren zu müssen. Leider ist die Vollsperrung alternativlos, da die Polizei eine strikte Trennung der widerstreitenden Versammlungen ansonsten nicht gewährleisten könnte“, teilte Polizeiführer Michael Scharf am Montag mit.

Notwendig sei die polizeiliche Trennung, da „vereinzelte Flaschenwürfe und Störversuche mutmaßlich linksextremer Gewalttäter bei den Versammlungen der vergangenen Wochen“ gegen die friedliche Durchführung der Veranstaltungen spreche. „Gewalt gegenüber Sachen oder Personen werden wir auch diesmal in keinem Fall dulden und schon frühzeitig dagegen vorgehen“, kündigte Scharf weiterhin an.

Hier geht am Donnerstag nichts mehr

Die Einschränkungen betreffen am 7. April 2016, ab etwa 17.Uhr die komplette Lange Brücke und deren Zufahrten. Im Einzelnen sind das:

1.Bereich Breite Straße in Richtung Lange Brücke: Kreuzung Dortustraße bleibt befahrbar, außer in Richtung Lange Brücke.

2.Leipziger Dreieck in Richtung Lange Brücke: Die Kreuzung bleibt befahrbar, außer in Richtung Lange Brücke.

3.Babelsberger Straße: Sperrung zwischen Auffahrt Lange Brücke und Kreisverkehr Humboldtring in beiden Fahrtrichtungen.

4.Friedrich-List-Straße: Sperrung in Richtung Lange Brücke. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus am Bahnhof in Richtung Babelsberg bleibt möglich.

Gute Nachricht für Bahnreisende

Der Potsdamer Hauptbahnhof sowie die dortigen Geschäfte und das Kino werden weiterhin für jedermann zugänglich sein. Die Zufahrt ins Parkhaus ist in dieser Zeit jedoch nicht möglich. Die Ausfahrt in die Friedrich-List-Straße bleibt aber möglich.

Die Polizeidirektion West wird mit Unterstützung von Polizisten aus Brandenburg und anderen Bundesländern einen Polizeieinsatz zur Gewährleistung der friedlichen Durchführung aller angemeldeten Versammlungen durchführen.

Von MAZonline

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