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Potsdam Vom Döner bis zum Campingplatz: Werbung mit Sanssouci
Lokales Potsdam Vom Döner bis zum Campingplatz: Werbung mit Sanssouci
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21:35 09.02.2016
Döner macht schöner, besonders wenn er einen edlen Namen trägt, finden Kadir Topcu (l.) und Ramin Azor vom Imbiss Sanssouci. Quelle: Foto: Christel Köster
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Potsdam

Sanssouci schmeckt kräftig nach Knobi. Mit dick Dönerfleisch und fett Käse auf knusprigem Boden ist die Pizza Sanssouci im gleichnamigen Imbiss neben dem Babelsberger Thalia-Kino der Renner. Seit 1991 tragen der Fastfood-Laden und einige seiner Gerichte den Namen des Schlosses. „Das hat der erste Besitzer gemacht. Sanssouci ist schließlich in ganz Deutschland bekannt“, sagt Mitarbeiter Kadir Topcu. Ärger habe es wegen der Namensverwendung nie gegeben.

Theoretisch könnte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) den Döner in Friedrichs Namen vom Thron stoßen. Der Name „Sanssouci“ ist als Wortmarke angemeldet, erklärt Heinz Buri, Marketingchef der Schlösserstiftung. Der Name Sanssouci darf nicht sorglos benutzt werden. Allerdings, erklärt Buri, können nur Warengruppen geschützt werden. „Wer den Name Sanssouci auf ein Basecap drucken lassen will, muss uns fragen“, erklärt er. Aber auch in der Gastronomie darf der Name eigentlich nicht einfach so benutzt werden. Das sei aber immer eine Abwägungsfrage, sagt Buri: „Wenn wir dem Imbissbesitzer sagen, dass er seine Pizza nicht mehr Sanssouci nennen darf, nennt er sie Schönbrunn. Davon haben wir dann auch nichts.“

Die Frage, ob es passend ist, eine soßengetränkte Teigtasche mit einem königlichen Namen zu adeln, stellt sich für die Stiftung nicht. „Wir sind ja nicht die Geschmackspolizei“, sagt Sprecher Frank Kallensee. Geschmacklos findet die Stiftung allerdings, dass die islamfeindliche Potsdam-Pegida auf ihrer Facebookseite ein Foto des Schlosses benutzt. „Das ist politische Werbung“, erklärt Jürgen Becher, Leiter des Dokumentationszentrums und zuständig für Bildfragen. „Wir sind zu Neutralität verpflichtet.“ Am Freitag sei das Schreiben mit Unterlassungsaufforderung an „Pogida“ herausgegangen – mit einer Frist von 14 Tagen. Bislang habe niemand reagiert. „Dann behalten wir uns rechtliche Schritte vor“, so Becher.

Hühnereier in der Sanssouci-Schachtel

Gütlich einigte sich die Stiftung mit einer Eierproduzenten, der auf seinen Schachteln ungefragt mit einem Sanssouci-Bild warb. Denn für kommerzielle Zwecke dürfen Fotos nur in Absprache benutzt werden. „Gewerbliche Nutzung von Sanssouci ist nur in Ausnahmen möglich und dann gegen entsprechende Bezahlung“, sagt Becher ohne eine genaue Summe zu nennen. Das sei Verhandlungssache. Für Eier wollte die Stiftung ihr Schmuckstück grundsätzlich nicht hergeben. Die Firma musste ihre bereits bedruckten Kartons aber nicht einstampfen, sondern konnte sie aufbrauchen und als Ausgleich für entgangene Nutzungsrechte eine Zahlung leisten.

Weniger knifflig ist die Nutzung von Sanssouci-Bildern für touristische Zwecke. Die ist nämlich – auch immer nach Abwägung – kostenfrei möglich. Werbung, die indirekt auch den Schlössern nutzt und Touristen in die Parks bringt, ist möglich. Der Campingplatz Sanssouci An der Pirschheide, der auf seiner Homepage ein Foto der Schlossterrassen nutzt, hat also anders der Potsdamer Pegida-Anmelder Christian Müller nicht mit Konsequenzen zu rechnen.

Ebenso wenig wie Ralf Steinmann. Er hat sich den Namen „Sanssouci Immobilien“ schon vor 20 Jahren schützen lassen. Ein Bekannter habe zu DDR-Zeiten „Sanssouci Reisen“ betrieben. Ohne Sorgen – das habe ihm gefallen. „Besser als Holiday oder so etwas“, sagt der Inhaber und Gründer des Maklerunternehmens „Sanssouci“ mit Sitz in der Zeppelinstraße. „In Potsdam ist das ein idealer Name“, meint Steinmann und freut sich, vor der Konkurrenz auf die naheliegende Idee gekommen zu sein. Es gebe auch in Westdeutschland ein „Sanssouci“-Immobilienunternehmen, hat er herausgefunden. Warum dieses mit preußischen Bauwerken punkten will, wisse er nicht. Fotos von Sanssouci nutze er für seine Reklame jedoch nicht, sagt Steinmann. Gut so, denn das würde die Stiftung nicht dulden. „Wenn eine Immobilienfirma auf ihrem Flyer ein Sanssouci-Foto abdruckt, macht sie damit nur Werbung für sich selbst“, erklärt Jürgen Becher – „und dafür muss sie kräftig bezahlen“.

Merchandisingprodukte mit Sanssouci-Aufdruck, die unangemeldet vertickert werden „und den Museumsshop kannibalisieren“, seien ebenfalls nicht erlaubt, erläutert Marketingchef Heinz Buri. Aber den Sanssouci-Döner oder die Sanssouci-Pizza will er den Potsdamern und ihren Gästen gerne weiter gönnen. „Es geht uns nicht darum, jedes kleine Geschäft zur Kasse zu bitten“, versichert er.

Sonderbriefmarke Sanssouci

Am 1. März gibt die Deutsche Post eine Sonderbriefmarke mit Schloss Sanssouci heraus.

1000 Stück beträgt die Auflage des Ersttagsbriefs.

In der Historischen Mühle von Sanssouci wird am 1. März ein temporäres Postamt eingerichtet, teilt die Schlösserstiftung mit. Dort werden die Ersttagsbriefe gestempelt.

Mit dem Brief erhalten Besucher ermäßigten Eintritt im Schloss.

Markenrechtlich sind Briefmarken kein Problem: Weil das Schloss gezeichnet ist, werden keine Bildrechte tangiert.

Von Marion Kaufmann

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