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Potsdam Vom Pfleger zum Klinik-Chef in Potsdam
Lokales Potsdam Vom Pfleger zum Klinik-Chef in Potsdam
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21:48 29.03.2016
Oliver Pommerenke ist der neue Geschäftsführer am St.-Josefs-Klinikum Quelle: Bernd Gartenschläger
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 Seit Jahresanfang ist Oliver Pommerenke der neue Geschäftsführer im katholischen St.-Josefs-Klinikum. Am Dienstag machte er seinen Antrittsbesuch bei Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Wer im Internet über den neuen Klinikchef recherchiert, findet Erstaunliches. Eine Hamburger Journalistin, die Pommerenke im Jahr 2014 als neuen Vize-Chef im St-. Adolf-Stift Reinbek porträtierte, verglich den hochseriösen Herrn gar – mit Gustav Gans, der Comicfigur aus Entenhausen. Was wie ein schlechter Scherz klingt, offenbart auf den zweiten Blick eine charakterliche Parallele. Denn so wie Gustav Gans empfindet sich der neue Klinik-Chef als echten Glückspilz im Leben. Aber anders der Tagedieb aus dem Comic-Heft ist der zweifache Familienvater bienenfleißig. Sein Glück ist also auch das Produkt harter Arbeit.

Begonnen hat der 41-Jährige seine Karriere mit der Ausbildung zum Krankenpfleger. Ein Beruf, der viele wegen der psychischen und physischen Anstrengungen abschreckt. Aber für Pommerenke war es der Traumjob. Nach der Ausbildung verpflichtet er sich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Der Vorteil: Hier konnte er Fortbildungen zum Rettungssanitäter und zum OP-Pfleger machen. Vier Auslandseinsätze absolvierte er, die ihn wegen der vielfältigen Erlebnisse charakterlich ernster und nachdenklicher werden ließen.

Vom Heer ging es – eine weitere überraschende Wendung – in den Hörsaal. Pommerenke studierte Pflegemanagement in Hamburg an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW). Nach dem Abschluss 2010 arbeitete er zunächst als Pflegedienstleiter in einer Geriatrie, wo er nach einigen Monaten kaufmännischer Leiter wurde. Nebenbei sattelte er einen Master in Sozial- und Gesundheitsmanagement obendrauf.

Der neue Klinik-Chef ist ein Macher, aber keiner von der abgehobenen Sorte. Auch in Potsdam hat er ganz pragmatische Pläne für das Klinikum. Der Volkskrankheiten in einer alternden Gesellschaft – Diabetes, Gefäß- und Herzkrankheiten, neurologische Erkrankungen wie etwa Schlaganfallversorgung und Viszeralchirurgie wie zum Beispiel bösartige Erkrankungen des Magen-Darmtraktes – will man sich vermehrt annehmen und sich hier weiter spezialisieren. Keine Gefahr sieht er für eine Konkurrenzsituation zum Ernst-von-Bergmann-Klinikum: „Potsdam ist eine stark wachsende Stadt, die zwei Krankenhäuser braucht.“

Auch in diesem Jahr setzt das St.-Josefs-Klinikum mit seinen 28 000 Patienten pro Jahr seine Sanierungspläne weiter um. Neben der Modernisierung des Mutterhauses steht auch noch die Sanierung des desolaten Anbaus am Verwaltungsgebäude auf dem Plan. Eins ist klar: Auch in Potsdam wird es Arbeitsenthusiast Pommerenke sicher nicht langweilig werden.

Von Ildiko Röd

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