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Potsdam Vom Rebellen zum Vorzeige-Azubi
Lokales Potsdam Vom Rebellen zum Vorzeige-Azubi
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17:00 17.11.2016
Chris-Kevin Graef bastelt am liebsten an Motoren. Das Auslesen der Fahrzeugdaten steht aber an erster Stelle. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Bornstedter Feld

Ralph Bührig, seines Zeichens Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, konnte ein anerkennendes Staunen dann doch nicht verbergen. Seit zweieinhalb Jahren zeichnet Bührig einen „Azubi des Monats“ im Handwerk aus, um Leistungen zu würdigen und natürlich auch fürs Handwerk zu werben. Für gewöhnlich werden ihm Musterazubis präsentiert, ehrgeizig, fast perfekt, ihrem Ausbildungsplan weit voraus.

Doch im Hyundai-Autohaus von Olaf Jahr im Bornstedter Feld traf er mit Chris-Kevin Graef auf einen Lehrling, der alles andere als einen guten Start hatte. „Sowohl der Azubi als auch der Betrieb gaben trotz erheblicher Schwierigkeiten nicht auf und kämpften sich durch“, sagt Olaf Jahr. Chris-Kevin sei zunächst ein „kompletter Rebell“ gewesen, wollte nur mit dem Kopf durch die Wand, „kannte kein Bitte und Danke und geriet mit seinem Meister und Kollegen aneinander“, so der Geschäftsführer. Heute indes sei Chris-Kevin, der sich lieber nur Chris nennen lässt, eine Zierde des Betriebs: loyal, verantwortungsbewusst, sozial und fachlich hoch kompetent.

Chris war 17 Jahre alt, als seine Eltern ihm einen Ausbildungsplatz suchten. „Er kommt nicht eben aus einem leichten sozialen Umfeld“, sagt Olaf Jahr. Die Wende kam denn auch, als er sich in Personalgesprächen privat öffnete und über seine Sorgen sprach. Den Wandel bemerkten auch andere, außerhalb des Betriebs. „Meine Familie und meine Freunde sagen, ich hätte mich sehr positiv entwickelt.“ Olaf Jahr hat nicht nur Geduld bewiesen, sondern auch an seinen Azubi geglaubt – er schlug ihn für die Auszeichnung vor, eben weil er einen so schweren Weg bewältigt hatte.

Der heute 20-Jährige freute sich dann auch über die Urkunde, das Azubi-des-Montags-T-Shirt mit seinem Namen darauf und eine schicke Umhängetasche. Er wohnt noch bei den Eltern Am Stern, will sich aber nach dem Ende der Ausbildung nach einer eigenen Wohnung umsehen.

An seinem Job – Chris-Kevin Graef bliebe gern bei seinem Chef – liebt der Azubi die Arbeit an Autos, das Miteinander der Kollegen und die gute Kommunikation. Der angehende Kfz-Mechatroniker begeistert sich vor allem für Motormechanik und baut am liebsten an Motoren, die Elektrik hingegen gehört nicht zu seinen Lieblingsdisziplinen. Er weiß aber genau, dass diese unabdingbar sei und dass das künftig noch zunehmen werde.

Zum Foto- und Filmtermin in der Werkstatt zeigte der Ausgezeichnete dann, was er kann. Im Nu war eine Batterie demontiert, ein Messgerät angeschlossen, der Motor freigelegt. Jeder Handgriff saß routiniert.

Chef Olaf Jahr lächelte im Hintergrund stolz. Er bildet an seinen Standorten in Teltow und Potsdam derzeit acht Azubis aus. Solche für den Verkauf seien leicht zu finden, solche für die Technik indes nicht, klagt er. Ausbildung sieht er als ganzheitlichen Auftrag – auch zur Persönlichkeitsbildung.

Von Jan Bosschaart

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