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Potsdam Vom Reitsattel in die Töpferei
Lokales Potsdam Vom Reitsattel in die Töpferei
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00:18 12.05.2017
Britta Bohne ist kreativ begabt und modelliert fast alle Formen selbst. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Golm

Pferde waren die erste große Leidenschaft von Britta Bohne, bis sie vor mehr als zehn Jahren einen schweren Reitunfall hatte – so schwer, dass sich die 45-Jährige heute nur noch selten in den Sattel traut. Mehrere Aufenthalte in einer Rehaklinik zog der Sturz nach sich. In diesen Monaten entdeckte die Potsdamerin ihre neue Leidenschaft, das Töpfern. Es wurde als Freizeitbeschäftigung und Teil der Therapie angeboten. Britta Bohne probierte sich aus und erhielt schnell Lob und Anerkennung für ihre kleinen Werke aus Lehm und Ton. „Oft kamen andere Patienten und wollten wissen, wie ich das mache“, sagt sie, „so dass ich schnell mehr erklärt als selbst getöpfert habe.“

Das kreative Talent scheint ihr in den Genen zu liegen. Denn viel getöpfert hatte sie vorher nicht. „Mit meiner Mutter habe ich als Kind aber oft mit Suralin geknetet“, erklärt Britta Bohne, „vielleicht kommt mein Talent daher.“ Nun hat die Potsdamerin ihr Hobby zum Beruf gemacht, zumindest teilweise. Denn Britta Bohne gibt trotzt der Eröffnung ihrer Kleinen Töpferei in Golm ihre Halbtagsstelle als Mediengestalterin nicht auf.

Töpferkurse nach Feierabend und für Kinder

Lieber möchte sie sich auf Töpferkurse nach Feierabend spezialisieren. Dafür habe sie schon einige Anfragen bekommen. Fünf Euro pro Stunde nimmt sie von ihren Kursteilnehmern, die bisher nur aus dem Bekanntenkreis stammen. „Für Werbung hatte ich noch keine Zeit“, erklärt sie, „nicht einmal Flyer und Visitenkarten habe ich bisher geschafft, zu entwerfen.“

Britta Bohne lädt aber auch eine jüngere Zielgruppe in ihre Töpferei ein. Kindergeburtstage könne sie sich gut in ihrer frisch eingerichteten Werkstatt im Keller des Wohnhauses vorstellen. Dort hat sie bereits kreative Anregungen für den Nachwuchs genauso wie für alle anderen Hobby-Töpfer drapiert. Denn die 45-Jährige hat ihre Kunstwerke aus der Rehazeit mitgenommen. Einfache Stecker für Blumentöpfe sind dabei, ebenso aufwendigere Skulpturen, die sie selbst modelliert hat, beispielsweise Katzen und Eulen. Mit den Kindern wolle sie aber erst einmal kleine Sachen ausprobieren. „Einen Teig ausrollen und eine Form austechen, kann jeder“, sagt sie.

Bunte Gartenkugeln sind bei den meist weiblichen Töpferkursteilnehmern besonders beliebt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Dasselbe gelte auch für Erwachsene. „Geht nicht, gibt’s nicht“, ist das Motto der kreativen Potsdamerin. Sie gesteht aber auch, dass sie nicht alle Töpfertechniken beherrscht. „An einer großen Töpferscheibe habe ich mich zwar versucht, aber ich kann nicht wirklich gut damit umgehen“, sagt sie, „das muss man lange üben.“ Ihr gefällt die Aufbaukeramik ohnehin besser. Durch das Formen mit dem Daumen und das Zusammensetzen der einzeln modellierten Formen, werde das fertige Stück zwar nicht so perfekt wie an der Töpferscheibe, „aber bei mir sehen keine zwei Schalen gleich aus.“

Bei der Kreativität von Britta Bohne wundert es nicht, dass sie sich auch an anderen Kunstformen ausprobiert. Ebenfalls während ihrer Zeit in der Rehaklinik begann sie mit der Malerei. Zu ihren ersten Motiven gehörten die Pferde, deren Nähe sie damals besonders vermisste. „Ich war psychisch am Boden, weil ich dachte, dass ich nie wieder reiten könnte“, sagt sie. Inzwischen schmücken die Malereien auf großen Leinwänden das Wohnzimmer, das sich direkt über der Töpferwerkstatt befindet.

Britta Bohne ist Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen. Quelle: Foto: Britta Bohne

Dort wiederum zieren Fotografien der Potsdamerin die Wände. „Ich bin Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen“, erzählt sie. Mehrere Tausend Menschen sehen und loben die Fotos, die sie auf einer Internetplattform teilt. Auch ihr Mann ist begeistert von den Bildern und erträgt die Zeit im Urlaub geduldig, wenn sie mit der Kamera loszieht. „Aber ich gehe auch mit anderen Fotografen aus der Gesellschaft auf Fototouren“, sagt Britta Bohne, „denn kein normaler Mensch wartet mit mir fünf Stunden lang im Morgengrauen an einem Weiher auf das perfekte Motiv.“ Erst kürzlich war sie ohne die Familie in Dänemark, um Seehunde zu fotografieren. Ihr Lieblingsmotiv sind allerdings noch immer Pferde. „Sie anzuschauen und die Bewegung einzufangen, genieße ich inzwischen viel mehr als selbst zu reiten“, sagt sie.

Von Victoria Barnack

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