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Vom Studi-Garten zur Stadtteil-Oase

Campusgarten im Bornstedter Feld Vom Studi-Garten zur Stadtteil-Oase

Der Campusgarten der Fachhochschule im Bornstedter Feld wird ein Jahr alt. Das Studierenden-Projekt wurde zu einer beliebten Naherholungszone im Stadtteil.

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Ein Kernteam von zehn Studierenden kümmert sich um den Garten.

Quelle: Foto: Marcel Kirf

Bornstedt. Die Sonne steht hoch am Himmel. Inmitten des dicht bebauten FH-Campus an der Kiepenheuerallee im Bornstedter Feld wehen bunte Girlanden im leichten Wind. Sie beschirmen eine grüne Oase, die die Funktionalitätstopographie aus Institutsgebäuden und asphaltierten Wegen durchbricht. Zwischen sattgrün bepflanzten Hochbeeten aus wuchtigen Holzlatten, wild wuchernden Pflanzen, einer insektenumschwirrten Naturwiese und holzbespanten, schmalen Pfaden räkeln sich zwei Studierende auf selbstgezimmerten Bretterliegen mit bunten Auflagen. Informationswissenschaftler Niclas und Bibliothekswissenschaftlerin Silvana sind öfter hier. „Hier können wir zwischen den Seminaren auftanken“, sagt Niclas, „Kraft schöpfen für das Studium. Das funktioniert so gut, dass man aufpassen muss, nicht die Zeit zu vergessen.“

Am Anfang stand ein interdisziplinäres Seminar

Ein Jahr wird der Campusgarten der Fachhochschule im Bornstedter Feld dieser Tage alt. Was in dieser Zeitspanne daraus geworden ist, hatten dessen Initiatoren so geplant: ein Erholungs- und Begegnungsort, der die Akademiker mit dem rasant wachsenden Stadtteil im Potsdamer Norden verbindet, die Menschen zueinander führt und durch den Austausch neue Projekte anstößt. Und dennoch kann man von einem Glücksfall sprechen, dass das Konzept so gut aufgegangen ist.

Am Anfang stand ein interdisziplinäres Seminar zum „Urban Gardening“, also zur Gärtnerei im städtischen Raum. Hermann Voesgen, Professor in den Lehrbereichen Kultur sowie Projekt- und Kulturarbeit im internationalen Kontext, leitete den Kurs. „Für mich war der Garten immer ein Ausgangspunkt“, sagt Voesgen, „eine Keimzelle, die zu integrieren war in eine nachhaltige Campusplanung, eine Gesamtidee eines Campus, der sich dann wiederum dem Stadtteil öffnen sollte.“ Der Professor begleitet das Projekt noch, hat Nachfolgeseminare gegeben und kommt auch ab und zu im Garten vorbei. Selbst Hand anlegen tut er aber nicht. „Ich habe zu Hause schon einen Garten“, sagt er lachend. „Da wird meine Frau sauer, wenn ich hier auch noch anfange.“

Vereine nutzen das Areal

Doch tätige Hände gibt es genug. Fünf Teilnehmer des Ausgangsseminars legten im Juni 2016 die ersten Hochbeete an. „Vorher hat hier der Kampfmittelräumdienst noch Teile eines russischen Panzers ausgegraben“, erinnert sich Kulturarbeit-Student Michael Kreutzer. Wegen der früheren Nutzung des heutigen FH-Geländes als Militärfläche entschieden sich die Garten-pioniere dann auch, Nutzpflanzen wie Kräuter, Gemüse und Obst ausschließlich in Hochbeeten mit neuer Muttererde anzupflanzen. „Man weiß ja sonst nie, was noch im Boden ist“, so Kreutzer. Heute kümmert sich ein Kernteam von zehn Studierenden um die Instandhaltung des Gartens. Jeden Montag um 18.30 Uhr findet ein offenes Treffen statt. „Alle, die wollen, sind willkommen“, sagt Interface-Designerin Natalie Schreiber, die wie Kreutzer zum Kernteam gehört. Zahlreiche Pflanzenspenden füllten über die Monate die rund 200 Quadratmeter Gartenfläche. „Das hat so gut geklappt, dass wir inzwischen nur noch ausgewählte Pflanzen annehmen“, so Marlen Schnurr, eine weitere Mitgärtnerin, die in Potsdam Informationswissenschaften studiert. Die Hochschulinstitute, Nachbarn und verschiedene Stadtteil-Initiativen sind als Beetpaten mit im Boot. Das Campusgarten-Team stellt die Flächen zur Verfügung und die ausreichende Bewässerung (mittels Online-Gießplan) sicher, die Paten bepflanzen nach Gutdünken ihre Beete und tragen für deren Pflege Sorge. So gibt es Kinder- und Lehrbeete, ein Korianderbeet einer chinesischen Familie, die im benachbarten Internationalen Begegnungszentrum wohnt, eine Versuchsanordnung des Instituts für angewandte Forschung. Der Asta hat Stiefmütterchen in der Farbe seines Logos angebaut und Studierende aus der Holz-Restaurierung sogenannte Färberpflanzen, die sie bei ihrer Arbeit verwenden. Das Stadtteilnetzwerk, die Interessengemeinschaft Bornstedter Feld und der Verein „Stadtrandelfen“ nutzen den Garten für verschiedene Projekte. „Derzeit sind wir mit umliegenden Seniorenheimen im Gespräch“, sagt Michael Kreutzer. Die Bewohner sollen hier künftig entspannen, tätig werden, unter Umständen ihr vorhandenes Gartenwissen weitergeben können.

Im Rahmen der alljährlichen „Werkschau“ der Fachhochschule veranstalten die Campusgärtner am 14. Juli eine große Geburtstagsfeier mit Gartenkino. Der Eintritt ist frei. www.campusgarten-potsdam.de

Von Marcel Kirf

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