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Potsdam Von Bananenbäumen träumen
Lokales Potsdam Von Bananenbäumen träumen
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22:02 17.04.2018
In „Geliebter Mistjob. Die neue Lust auf Landwirtschaft“ werden zwei Jungbauern bei der Errichtung eines Biobauernhofs begleitet. Quelle: Ökomedia
Potsdam

Stjepan Vokic rettete das von Wilderern angeschossene Storchenweibchen vor dem sicheren Tod. Der pensionierte Hausmeister nahm den flugunfähigen Vogel bei sich auf und pflegte ihn aufopferungsvoll. Aus dieser 27 Jahre zurück liegenden Episode entstand eine Freundschaft fürs Leben. Immer im Herbst, wenn Malenas Partner Klepetan in den Süden fliegt, zieht das Weibchen in Stepans Haus. Der Dokumentarfilm „Der alte Mann und der Storch“ läuft im Programm der 13. Ökofilmtour, die am Mittwoch im Filmmuseum eröffnet wird.

Mit mehr als 60 Orten und einer Laufzeit von mehr als drei Monaten ist die Ökofilmtour das bundesweit größte Festival des Natur- und Umweltfilms. Schwerpunkte des 13. Festivals sind die Entwicklung des ländlichen Raums und die Perspektiven der Landwirtschaft unter dem Motto des Themenjahres 2018 „Brandenburg in EuropaEuropa in Brandenburg“. Filme wie „Geliebter Mistjob. Die neue Lust auf Landwirtschaft“ über Hanne und Johannes Erz, zwei Absolventen der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, berichten von angehenden Biobauern.

Um eine besondere Geschäftsidee alternativer Landwirte geht es in dem Film „Von Bananenbäumen träumen“, der am Eröffnungsabend im Filmmuseum läuft: Noch schrumpft die Gemeinde Oberndorf im Umland von Cuxhaven, sterben dien kleinen Höfe, zieht die Jugend weg. Doch die Verbliebenen haben eine Idee: Reichlich vorhandene Gülle wird zum Energiespender für die Aufzucht Afrikanischer Welse, deren Ausscheidungen als Dünger für eine Bananenplantage genutzt werden soll.

Viele der Filme im Programm berühren aktuelle Probleme: Entwürfen alternativer Landwirtschaft stehen Enthüllungen über die Folgen und die Profiteure des Einsatzes von Glyphosat und Pestiziden in der Landwirtschaft gegenüber. Filme zu Themen wie Insektensterben und dem Verschwinden von Singvögeln aus der Landschaft sind ebenso im Programm wie eindrucksvolle Naturfilme über die Rückkehr der Wölfe und der Elche.

„Risiko Atomkraft“ berichtet von Europas Pannenmeilern, der von Wim Wenders produzierte Film „National Bird – Wohin geht die Reise, Amerika?“ vom Drohnenprogramm der US-Luftwaffe. Filme wie die in Kroatien gedrehte Dokumentation „Der alte Mann und der Storch“ entführen in eine intakte Naturlandschaft, andere wie „Wilde Berliner – von hungrigen Amseln und quirligen Nachtwächtern“ schildern die neue Artenvielfalt in der unmittelbaren Nachbarschart des Menschen.

Außerhalb des Wettbewerbs werden ein Porträt über Heinz Sielmanns Lebenswerk und Vermächtnis, das anlässlich seines 100 Geburtstages 2017 entstand, und der Film „Die ermüdete Wahrheit“ von 1992 über Horst Stern gezeigt, der im vorigen Jahr in Passau sein 95. Jubiläum begehen konnte. Weitere Filmporträts im Programm sind um den Natur- und Umweltschutz verdienten Aktivisten wie Michael Succow, Peter Wohlleben, Hans-Christian Ströbele und Jan Haft gewidmet. Gut die Hälfte der Filme ist nach Mitteilung der Veranstalter für Kinder und Jugendliche geeignet.

Die Festrede zur Eröffnung des Festivals am Mittwoch um 19 Uhr im Filmmuseum hält Michael Sucrow, moderiert wird der Abend von Festivalchef Ernst-Alfred Müller. Die eigentliche Filmtour startet am 16. Januar in Eberswalde. Die Abschlussveranstaltung mit der Auszeichnung der besten Filme ist am 18. April in der Reithalle des Hans-Otto-Theaters.

Bewerbungen, Preise und Juroren

153 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich, USA, Luxemburg, Frankreich, Belgien, Ukraine und der Schweiz gingen für die 13. Ökofilmtour bei den Veranstaltern ein. Für den Wettbewerb nominiert wurden von einer Auswahl-Jury 40 Fernseh- und Kinofilme sowie 15 Kurzfilme.

Mit jeweils 5000 Euro dotiert sind der Kinder- und Jugend-Filmpreis der Heinz Sielmann Stiftung, den Zukunftsfilmpreis der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, der Preis der Stadt Potsdam für die beste künstlerische Leistung und der Horst-Stern-Preis der Stiftung NaturSchutzFonds für den besten Naturfilm und dotiert.

Hinzu kommen der Hoimar-von-Dittfurth-Preis der Deutschen Umwelthilfe für die beste journalistische Leistung und der Publikumspreis, der durch das Votum der Zuschauer ermittelt wird.

Jury-Mitglieder sind die Lehrerin Danka Losansky, Bärbel Dalichow, ehemalige Leiterin des Filmmuseums Potsdam, Detlef Knuth, ehemaliger Direktor des Naturkundemuseums Potsdam, Ulli Pfau, freiberuflicher Filmproducer, und die seit zehn Jahren bewährte Sprecherin der Jury Monika Griefahn.

Von Volker Oelschläger

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