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Von Nacktschneckenschleim und Schaumküssen

Extavium Von Nacktschneckenschleim und Schaumküssen

Im Extavium können die Kids eine Glühlampe mit eigener Muskelkraft auf einem Fahrrad zum Leuchten bringen, bis nach China gucken oder den dunklen Raum mit der Aufschrift „UV-Raum“ entdecken. Das Mitmachmuseum hält aber auch für die Erwachsenen Aha-Momente bereit.

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Die Kinder der Kita-Spielkiste haben sich eine Stunde lang mit dem Thema Glibber beschäftigt und am Ende selbst „Nacktschneckenschleim“ in leuchtenden Farben hergestellt.

Quelle: Christel Köster

Nördliche Innenstadt. „Wo machen wir den Glibber?“, ist gleich die erste Frage von Emma – da ist die Kitagruppe erst zwei Minuten im Extavium, dem wissenschaftlichen Mitmachmuseum in der Potsdamer Innenstadt. Sie ist eins von zwölf Kindern der Kindertagesstätte „Spielkiste“ aus Treuenbrietzen, die im Extavium die Wissenwelt mal anders kennen lernen wollen. Noch müssen sich Emma und die anderen Knirpse aber ein wenig gedulden. Der Kurs, in dem der Glibber hergestellt wird, fängt noch nicht an. Bis dahin können sie sich auf der Ausstellungsfläche mit den Exponaten die Zeit vertreiben.

Der langgezogenen Raum mit den gigantischen Fenstern ist an diesem Morgen schon gut gefüllt. Etwa 70 Grundschul- und Kindergartenkinder laufen umher, ein Mädchen guckt neugierig auf den Tisch vor sich, ein Junge zieht einen anderen hinter sich her „Komm’ mal mit. Ich will dir was zeigen!“ Im Mitmachmuseum können die Kids eine Glühlampe mit eigener Muskelkraft zum Leuchten bringen, indem sie auf einem Fahrrad ordentlich in die Pedale treten. Außerdem können sie bis nach China gucken oder den dunklen Raum mit der Aufschrift „UV-Raum“ entdecken. Der allseits beliebte Klassiker: Sehen was passiert, wenn einem Schaumkuss unter einer Käseglocke die Luft weg bleibt. Für das Wieso und Warum laufen die Tutoren zwischen den Ausstellungsstücken hin und her.

Wissenschaft zum Anfassen

Das Extavium will Kinder für die Wissenschaft begeistern. So gewinnt man den Nachwuchs, erzählt Andreas Wernicke. Er versammelt die kleinen Erfinder der Kita „Spielkiste“ im Alter von fünf und sechs Jahren vor dem Labor, der Glibberkurs geht endlich los. Die Gruppe drängelt sich vor der Tür, alle quasseln aufgeregt durcheinander und stürmen schließlich in den Raum hinein. Zum Einstieg fragt Wernicke die Kinder, was sie unter Glibber verstehen. Begriffe wie „Zuckerguss“ und „Wackelpudding“ fallen. Dann geht es ans Wasser abmessen, abfüllen, erwärmen und Johannisbrotkernmehl einrühren. Das sorgt für die nötige Konsistenz, wie Emma und die anderen feststellen. Sie wollen die zittrige Mischung auch gleich anfassen. Während Tutor Andreas erklärt, warum die Kids kräftig rühren müssen, damit keine Klümpchen entstehen, hören sie ihm gespannt und konzentriert zu. Nach und nach wird die Mischung immer dickflüssiger und die Kinder immer euphorischer. Farbe muss noch hinein, damit das glibbrige Zeug in giftigen Tönen erstrahlt. Mit der Zunge zwischen den Mundwinkeln wird akribisch Tropfen für Tropfen abgezählt. Noch ein bisschen Glitzer und wieder 20 Sekunden rühren, dann ist die Masse fertig.

Anna (l) und Paulina messen Wasser ab, die Grundkomponente des Glibbers

Anna (l.) und Paulina messen Wasser ab, die Grundkomponente des Glibbers.

Quelle: Christel Köster

Die Kinder starren mit aufgerissenen Augen in ihre Handflächen, selbst gemachter Schleim. Sarah ist ganz stolz und hält Andreas ihren wacklige Klumpen vor die Nase. Durch ihre runde bunte Brille grinst sie ihn mit ihren kleinen, ein wenig krummen Milchzähne, breit an. „Das klingt zwar abgedroschen, aber strahlende Kinderaugen wiegen die Arbeit auf“, sagt Tutor Andreas, der für die Arbeit im Extavium eine hohe Stressresistenz empfiehlt. Doch nach zwei Stunden ist der größte Trubel schon wieder vorbei. Die Grundschulkinder sind bereits auf dem Heimweg, die Tutoren räumen hier und da auf. Nur die Kita-Kinder laufen noch vereinzelt umher und schauen sich noch ein paar Dinge an, genauso neugierig sind die beiden Erzieherinnen.

Von Lisa Neumann

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