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Von „Silly“ und den Ostseewerften

Der Defa-Dokumentarfilmer Dieter Schumann ist im Filmmuseum zu Gast Von „Silly“ und den Ostseewerften

Erst umschiffte Dieter Schumann die Weltmeere als Matrose, bevor er dann sein Hobby, die Filmerei, zum Beruf machte. Von 1983 bis 1991 arbeitete er im Babelsberger Defa-Studio für Dokumentarfilme, in den 1990er Jahren begründete er das Filmkunstfest Schwerin und seit 2000 dreht er wieder regelmäßig Dokumentationen.

Zwei davon werden am Dienstag in der Reihe „Das Prinzip Neugier – Defa-Dokumentarfilmer erzählen“ im Filmmuseum im Marstall präsentiert – in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Zwischen den Filmen findet ein Gespräch mit dem Filmemacher statt. Moderiert wird der Talk von Medienwissenschaftlerin Jeannette Eggert.

In „Flüstern und Schreien“ befasste sich Schumann mit dem DDR-Rock und den großen Bands wie „Silly“ und „Pankow“ aber auch mit „Feeling B“, die zu Sympathieträgern des Werkes wurden. Die öffentliche Resonanz auf den Film, der eine fröhliche, sich vom Staatssozialismus verabschiedende Jugend thematisiert, war enorm. Der Kulturminister hatte ihn mit den Worten freigegeben: „So, das Ding kommt in die Kinos. Das bleibt so, wie es ist. Nur die FDJ darf es vorher nicht sehen!“ Der Film lief mit 33 Kopien in den Lichtspieltheatern, Abend für Abend war im Ostberliner „Colosseum“ der Teufel los.

Das Werk „Wadans Welt – Von der Würde der Arbeit“ handelt von den Werftarbeiterin in Wismar und Warnemünde. In einer ursprünglich geplanten Langzeitbeobachtung über Werften an der Ostsee sollte der Wandel der Arbeitskultur dokumentiert werden. Aber durch die sich rasant verschärfende Weltwirtschaftskrise richtete sich der Fokus zunehmend auf den Kampf um den Fortbestand und den Erhalt der Arbeitsplätze. Die größte Herausforderung für Regisseur Schumann war es, bei dieser Brisanz trotzdem noch eine künstlerische Sprache zu finden. Es wurde der letzte große Kinofilm über dieses Produktionsmilieu.

Filmmuseum Breite Straße 1 A, 17.30 „Flüstern und schreien“, 20 Uhr „Wadans Welt“

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