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Waldstadt III wird Luisenviertel

Pläne für neues Wohnviertel in Potsdam Waldstadt III wird Luisenviertel

Seit der Schließung des Plattenwerks an der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee wurde spekuliert, was dort entstehen könnte. Eines der Planspiele war in Anlehnung an die großen DDR-Wohnviertel Waldstadt I und Waldstadt II die Ergänzung mit einer Waldstadt III. Die kommt nun mit sechsgeschossigen Stadtvillen und unter dem Namen „Luisenviertel“.

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Blick in das künftige Luisenviertel.

Quelle: KW Development

Waldstadt. „Luisenviertel“ ist der Arbeitstitel für das auf dem alten Plattenwerksgelände geplante Wohngebiet Waldstadt III, das in dieser Woche erstmals im Gestaltungsrat vorgestellt wurde. Das neue Viertel wird mit seinen voraussichtlich elf jeweils sechsgeschossigen Blöcken in Nachbarschaft zur Waldstadt I errichtet.

Geplant ist eine Doppelreihe von insgesamt acht Stadtvillen mit längeren Gebäuderiegeln zur Heinrich-Mann-Allee auf der einen und zum Sportplatz des Fußballvereins Turbine auf der anderen Seite. Eine weitere Stadtvilla wird in Richtung Sportplatz separat platziert. Neben dem Wohngebiet entstehen Richtung Wetzlarer Straße ein Riegel mit Gewerbeblöcken und ein Sportfeld, auf dem unter anderem der Tennisclub Rot-Weiß unterkommen soll.

Geplant ist in dem Viertel eine Bruttogeschossfläche von insgesamt 20 000 Quadratmetern. Gebaut werden sollen Zwei-Zimmer-Wohnungen mit etwa 60 Quadratmeter, Drei-Zimmer-Wohnungen mit rund 70 Quadratmeter und Vier-Zimmer-Wohnungen mit rund 90 Quadratmeter Größe.

Entwickler des Viertels ist die Berliner Gesellschaft KW Development, die mit einem Villenviertel am Filmpark Babelsberg noch ein weiteres Projekt in Potsdam hat. Am 16. September ist die Grundsteinlegung für die Siedlung mit drei- bis viergeschossigen Villen zwischen Stahnsdorfer Straße und Marlene-Dietrich-Allee. Gebaut werden dort Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern in Größen zwischen 45 und 110 Quadratmetern.

Das „Luisenviertel“ ist mit seinen laut Bebauungsplan bis zu 2,9 Hektar Größe und einer Kapazität von bis zu 300 Wohnungen deutlich kleiner als die benachbarten Wohngebiete Waldstadt I und Waldstadt II. In der zwischen den 1950er und 1970er Jahren errichteten Waldstadt I mit ihren rund 1,3 Quadratkilometer Größe lebten 2013 bei insgesamt rund 3360 Wohnungen rund 5500 Menschen mit Hauptwohnsitz. In der Ende der 1970er Jahre errichteten Waldstadt II mit rund 0,9 Quadratkilometer Größe lebten 2013 bei insgesamt 5590 Wohnungen fast 10 000 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die Waldstadt I mit ihren in Großblockbauweise errichteten Mehrfamilienhäuser ist das erste am damaligen Stadtrand errichtete Potsdamer Neubaugebiet der Nachkriegszeit. Eine Waldstadt III war nach Vollendung des zweiten Neubaugebietes auf der gegenüberliegenden Seite der Heinrich-Mann-Allee nicht vorgesehen. Nach Angaben von Bernhard Wendel, zum Ende der DDR Potsdamer Stadtarchitekt, ging man damals davon aus, dass das Plattenwerk des Wohnungsbaukombinats Potsdam noch sehr lange benötigt wird: „Wir hätten wahrscheinlich nach 100 Jahren noch Platten verbaut.“

Wachsen sollte die Stadt hingegen südlich des Wohngebiets Am Stern, wo mit Drewitz das letzte Neubaugebiet der DDR errichtet wurde. Mittelfristig sollten nach damaliger Planung unter den Arbeitetiteln Drewitz II und Drewitz III weitere Wohngebiete entstehen. An Stelle von Drewitz III wurde nach 1990 mit dem Kirchsteigfeld das erste komplette Neubaugebiet der Nachwendezeit in Potsdam errichtet, das zugleich zu den größten neuen Vierteln der Nachwendezeit in Ostdeutschland gehörte. Die seinerzeit für Drewitz II vorgesehene Fläche blieb laut Wendel bis heute unbebaut.

Von Volker Oelschläger

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