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Potsdam Wanderung an die eigenen Grenzen
Lokales Potsdam Wanderung an die eigenen Grenzen
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00:16 13.06.2017
Im Dezember 2016 kletterte Stefan Schüler bis auf das Basislager des Mount Everest in über 5000 Meter Höhe. Quelle: Stefan Schüler
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Potsdam/Tansania

Stefan Schüler wäre auf dem Kilimandscharo in Tansania beinahe ums Lebens gekommen. Fast 6000 Meter ist der höchste Gipfel des größten Bergmassivs des afrikanischen Kontinents hoch. Ausgerechnet dieses Ziel hatte sich der Potsdamer für seine erste, große Reise ohne Begleitung gesetzt. Kurz vor seinem 30. Geburtstag im Jahr 2012 hatte er spontan beschlossen, einen Flieger zu buchen und eine mehrwöchige Reise abseits der ausgetrampelten Touristenpfade zu unternehmen.

Der Kilimandscharo sei eigentlich nicht schwer zu besteigen. „Man muss nicht klettern, um auf den Gipfel zu kommen, sondern kann quasi hochwandern“, erklärt der 33-Jährige. Die Annahme stellte sich als Trugschluss heraus. Denn auf 3500 Metern wurde Schüler höhenkrank. Sein Körper bekam nicht mehr genug Sauerstoff. Er erinnert sich an Schlaf- und Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Probleme mit der Feinmotorik. Er stand kurz vor dem Abbruch seiner Reise, kämpfte sich jedoch hoch. „Genau an meinem 30. Geburtstag stand ich dann mit einer gefrorenen Torte auf dem Gipfel“, sagt Schüler.

Die Autorenkarriere war nicht geplant

In seinen 30 Lebensjahren zuvor hatte der diplomierte Sportwissenschaftler, der aus einem 200-Einwohner-Dorf bei Möckern stammt und in Potsdam studierte, nur eine Sache erklommen: die Karriereleiter – bis auf den Managerposten hatte er es geschafft. „Diesen Job zu kündigen, war eine bewusste Entscheidung nach meiner ersten Reise“, sagt er. Schüler wusste, dass er das Geschehene verarbeiten musste und entschied sich für Zettel und Stift. „Ich dachte: Was ist dir da gerade passiert? Die Geschichte wollte ich eigentlich nur für mich festhalten.“ Aus zehn Seiten wurden 200 und sein Erstlingswerk „Kilimandscharo für Lebensmüde: Wie es dir geht, wenn nichts mehr geht“.

Nach der Kündigung folgte ein Jahr in Australien samt Buch „360 Grad Down Under“ sowie mehrere Wochen in Südostasien, die er in „Abenteuer Indonesien“ niederschrieb. Die Taschenbücher sind eine Mischung aus Reisetagebuch und -führer. Stefan Schüler beschreibt, was ihm passiert ist, nicht mehr und nicht weniger. Dabei erzählt er, wie er sich im australischen Outback mit dem Jeep überschlägt oder in Tansania Freundschaft mit den letzten Buschmännern des Landes schließt.

Stefan Schüler mit zwei seiner inzwischen fünf Reisebüchern. Quelle: Bernd Gartenschläger

Gleichzeitig gibt er anderen Backpackern Tipps zum Umgang mit den Einheimischen, zur Ausrüstung für das Erklimmen der höchsten Berge der Welt und wo man übernachten, essen und trinken gehen kann. Für ihn selbst sind die Bücher eine Art Memoiren. „Ich muss nichts aufschreiben“, sagt er. Aber er wolle es in vielen Fällen, vor allem um die unzähligen schönen oder weniger schönen Momente auf seinen Reisen nicht zu vergessen.

Demnächst möchte er seine Eindrücke vom Aufstieg auf den Mount Everest in Nepal festhalten. Im August soll schließlich eine mehrwöchige Backpacking-Tour durch Georgien und den Iran starten. „Ich stürze mich gern in Situationen, die mich persönlich fordern“, sagt er. Seine einzige Vorbereitung auf die monatelangen Reisen sind die Buchung eines One-Way-Flugtickets, das Abschließen einer Auslands- und Unfallversicherung sowie das Packen der Outdoor-Ausrüstung.

Entspannung 100 Kilometer von der Menschheit entfernt

Schüler bezeichnet sich deshalb selbst als „Hardcore-Backpacker“. Er hört auf die Geheimtipps der Einheimischen, egal ob vom Bürgermeister oder dem Dorftrottel, und reist fast ausschließlich allein. Ruhe findet er an den verlassenen Orten, die er ohne andere Touristen genießen kann. Dass man für solche Reisen viel Erspartes brauche, sei ein Irrglaube. „Man muss Abstriche machen können“, sagt er.

In Tansania lernte Stefan Schüler die letzten Buschmänner des afrikanischen Landes kennen. Quelle: Stefan Schüler

Das Geld für den Flug und seine Ausrüstung verdient er sich in befristeten Jobs, momentan als Sporttherapeut in Potsdam. Die Zeit nimmt er aus Überstunden. Dieses umtriebige Leben mache ihn glücklicher als der gut bezahlte Job als Manager. Auf die Frage, ob er irgendwann sesshaft werden und eine Familie gründen wolle, antwortet er: „Ja, aber jetzt noch nicht.“

Von Victoria Barnack

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