Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Weihnachtsgans Auguste ist tot
Lokales Potsdam Weihnachtsgans Auguste ist tot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:24 17.12.2013
Und am Ende singen alle friedlich und quicklebendig unterm Tannenbaum – Auguste inklusive. Quelle: Archiv
Potsdam

Regie führte Bodo Fürneisen, der heute an der Babelsberger Filmhochschule lehrt (siehe Interview). Ihre letzten schwerfälligen Schritte tat sie auf dem Hof von Tiertrainer Michael Schweuneke in Marzahne bei Brandenburg/Havel, wo sie geschlüpft war. Augustes Jugend: eine Art Arche Noah inmitten von Nashörnern, Zebras. Eines sei noch verraten: Auguste war ein August – die Weihnachtsgans ein Weihnachtsganter! Aber so ist das mit Stars: Fast alle haben ein kleines Geheimnis ...

Kein Geheimnis ist, dass sich der Geburtstag des Schriftstellers Friedrich Wolf, Schöpfer der Original-Auguste, am 23. Dezember zum 125. Mal jährt. Im Hans-Otto-Theater gedenkt man seiner tags zuvor mit einer Lesung seiner Weihnachtserzählung. Aber wer war dieser Friedrich Wolf, Vater von Konrad (Regisseur und Namenspate der HFF) und Markus (Chef der DDR-Spionage)? Kommunist war er und kein Kind von Traurigkeit: auf fünf außereheliche Kinder soll er es gebracht haben. Und er war ein Mann der vielen Talente. Zunächst ergriff der in Neuwied/Rhein Geborene den Medizinerberuf. Als Stadtarzt in Remscheid rief er Mütterberatungsstellen ins Leben. Zum Schriftsteller war er im Schützengraben des Ersten Weltkriegs geworden – er schrieb Antikriegsgedichte. Nach der NS-Machtübernahme emigrierte Wolf in die Sowjetunion. Der Stalin-Terror trieb ihn weiter, doch auch in Frankreich erging es ihm schlecht. Von 1939 bis 1941 wurde er als Deutscher in Lagern interniert.

Nach Kriegsende wurde Wolf in der DDR – Wohnort war Lehnitz bei Oranienburg – zum Mitbegründer der Defa und des Verlages „Neues Leben“. Er schrieb über die Verstrickungen der Großwirtschaft mit dem Nazi-Regime („Rat der Götter“), aber auch Geschichten wie über Auguste, die dank Charme und Eloquenz dem Schicksal als Hauptgericht unterm Tannenbaum entgeht. Für die dahingeschiedene Film-Gans soll es übrigens einen Nachfolger geben. Tiertrainer Schweuneke will einen talentierten Gössel in Augustes – pardon: Augusts – große Fußstapfen vor der Kamera treten lassen.

Von Ildiko Röd

Ein Weihnachtsmärchen mit Herz, in dem die gerupfte Gans einen Pulli bekommt

  • Den Film "Weihnachtsgans Auguste!" gib es auf DVD.
    Das Partnerangebot finden Sie hier.
  • Am 22. Dezember lesen Rita Feldmeier und Peter Pagel um 11 Uhr im Hans-Otto-Theater die Weihnachtserzählung.
    Vereinzelte Restkarten sind im Vorverkauf an der Kasse erhältlich oder unter Telefon: +49 (0) 331-9 81 18
  • Um was geht es? Opernsänger Löwenhaupt wünscht sich zum Fest eine Braten, also kommt eine Gans ins Haus. Seine drei Kinder freunden sich mit der Gans an. Vor Weihnachten will der Vater kurzen Prozess machen. Er mixt Auguste Schlaftabletten ins Futter. Aber sie überlebt - leider gerupft. Mutter Löwenhaupt strickt einen Pulli. Ende gut, alles gut.
Potsdam 2013 schon 50 Geschwisterpaare im "Ernst von Bergmann" - Zwillingsboom in Potsdam

In Potsdam kommt das Glück oft im Doppelpack: Bisher sind 2013 schon 100 Zwillingskinder im Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ zur Welt gekommen. Insgesamt werden dort jährlich rund 1700 Geburten gezählt. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 kamen im Land Brandenburg 618 Mehrlingskinder auf die Welt.

13.12.2013
Potsdam Stadt gleicht wegfallende Landesförderung teilweise aus - Das Theaterschiff legt ab

Mehr als 18 Jahre lag das Theaterschiff am Ufer der Alten Fahrt. Am 3., spätestens am 4. Januar wird es diesen Platz verlassen, wenn es keinen Eisgang geben sollte. Danach ist es am Ufer der Schiffbauergasse zwischen Tanzfabrik und Hans-Otto-Theater zu finden. Für den 11. Januar ist bereits die erste Tanznacht geplant.

13.12.2013
Potsdam Potsdam zahlt fünf Jahre an Schlösserstiftung - Vertrag wird nicht aufgelöst

Seit Freitag ist klar: Potsdam kommt nicht darum herum, für den fünfjährigen freien Parkeintritt in Sanssouci tief in die Tasche greifen zu müssen. Fünf Millionen Euro. Der Generaldirektor der Schlösserstiftung und Potsdams Oberbürgermeister teilten mit, dass diese Rahmenbedingungen nicht mehr verhandelbar wären.

13.12.2013