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Weiße-Flotte-Neubau direkt am Mercure

Stadtverordnetenversammlung hat entschieden Weiße-Flotte-Neubau direkt am Mercure

Nach der gescheiterten Tourismusabgabe eine weitere Niederlage für Oberbürgermeister Jann Jakobs: Der Neubau der Weißen Flotte kommt direkt an den Fuß des Hotels Mercure. Das entschieden die Potsdamer Stadtverordneten am Mittwochabend. Jakobs hatte sich gegen eine Bebauung am Mercure ausgesprochen, damit der Abriss des Hotels weiter möglich ist.

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Hier wird die Weiße Flotte auch künftig zu finden sein.

Quelle: Jacqueline Schulz

Potsdam. Das neue Gebäude der Weißen Flotte wird am Fuß des Hotels Mercure gebaut. Die Linke setzte sich gestern Abend in der Stadtverordnetenversammlung mit ihrem Antrag knapp mit 26 Ja-Stimmen zu 23 Nein-Stimmen durch. Für Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) war dies eine empfindliche Schlappe: Er hatte einen anderen Standort für das Hafengebäude favorisiert.

Die Entscheidung bedeutet auch, dass der Abriss des Hotels Mercure nun unwahrscheinlich geworden ist. Jakobs spielte mit dem Gedanken, dass die Stadt das Hochhaus-Hotel kaufen und dann abreißen könnte. Solche Überlegungen sind nun obsolet. Auch eine Rekonstruktion des historischen Lustgartens scheint unter diesen Vorzeichen nicht mehr möglich zu sein.

Emotionale Szenen hatten sich kurz vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung im Rathaus abgespielt. Das Aktionsbündnis Potsdamer Mitte rund um Barbara Kuster hatte noch einmal dazu aufgerufen, mit einer Demo ein öffentliches Zeichen gegen einen Neubau der Weißen Flotte am Mercure zu setzen. Rund 200 Menschen waren vor dem Rathaus zusammengeströmt; viele mit selbstgebastelten Plakaten: „Bitte verschont uns mit postsozialistischer Notdurftarchitektur!“

„Ich bin begeistert, dass am Nachmittag eines Arbeitstags so viele Menschen gekommen sind“, freute sich die Stadtverordnete Saskia Hüneke (Grüne). Ein prominenter Unterstützer war sogar eigens aus Dresden angereist: Stadtschloss-Architekt Peter Kulka. Auf der Treppe vor dem Stadthaus stehend, beschwor er die „städtebauliche Identität Potsdams“, die aus Lustgarten und Stadtschlosssilhouette bestehe, so Kulka: „Ohne Visionen wird diese Stadt eine Rumpelkammer!“ Doch schon nach wenigen Minuten wurde dem sonst so wortgewaltigen Architekten das Wort abgewürgt: „Preußen ist Scheiße“ skandierte eine Handvoll Gegendemonstranten mit Plakaten wie „Potsdam – nichts als schöne teure Fassaden.“

Ein Aktivist zur MAZ: „Das Problem ist, dass diese Stadt unglaublich reich ist, aber für sozialen Wohnungsbau niemals Geld da ist!“

Anschließend zog eine große Schar von Lustgarten-Demonstranten hinauf zum Plenarsaal. Den Volksvertretern schmetterten sie von draußen ein Ständchen: „Die Gedanken sind frei!“

Von Ildiko Röd

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